Dezember 3rd, 2019
NO FUN AT ALL
Lange Zeit war es sehr still um den flotten Fünfer aus Fagersta, Schweden. Hier und da gab es Hoffnungsschimmer in Form von Wiedervereinigungskonzerten, aber diese wurden jeweils als Einmaligkeit angepriesen. Wie das aber immer so ist im Leben, halten Versprechungen nicht für die Ewigkeit. Mit gereiftem Auge für ihren eigenen Sound, den sie auf dem letzten Burning Heart Release „The State Of Flow“ verraten hatten, besannen die gealterten Melodypunker sich eines Besseren.

Dezember 3rd, 2019
Von unserem amerikanischen Gastautor, US-Punkflyer-Archivar David Ensminger (auf dessen riesige Flyer-Sammlung z. B. für unser SST-Special in Trust #133, das The Crowd-Interview in Trust #134 zurückgegriffen wurde, damit auch schon Ausstellungen in den USA, Europa gab und Mitte 2010 wieder nach Deutschland kommt) sowie Fanzineschreiber für das online Zine www.leftofthedial.com (cooler Replacements Song!).
Deutsche Übersetzung: Jan Röhlk und Andrea Stork
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Re-imagining the Geography of the Wasteland: The Convergence of Punk and Skateboarding
Vorbemerkung: Dieser Artikel versucht nicht, einen kompletten Überblick zu geben, sondern auf der Basis von Geschichte und Theorie biete ich einen Dialog zu den Verbindungen zwischen Punk- und Skate-Kulturen aus einer amerikanischen Perspektive an. Ich habe vor, diese Sichtweise sehr bald mit einem breiteren Blick auf die weltweiten Szenen zu erweitern.

Dezember 3rd, 2019
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Jan
Interview mit dem Constanze von dem CHAOS COMPUTER CLUB
Ihr kennt den Chaos Computer Club oder? Die aus dem Film „23“ oder? Oder nicht? Gibts es oder könnte es bald eine internetgestützte Basisdemokratie geben, wie es der Soziologe Robert Kurz heute schon für möglich hält? Was ist eigentlich ein Hacker? Wie sieht die digitale Zukunft und somit die Umgebung der Arbeitsplätze von uns aus? All das wollte ich anschneiden und Constanze von der Presse-Abteilung des CCC aus Hamburg hat sich gemeldet.

comments off See also in
Allgemein
Dezember 3rd, 2019
TRUST: Eure Kritik an den Fehlern der freien Presse ist doch eigentlich am Ende auch nur die Forderung nach einem starken Kontroll-Staat, das wollt ihr also, die planwirtschaftliche, gleichgeschaltete, zensierte tugend- terroristische „PC“-Presse, Sozialismus, Untergang des Abendlandes etc. pp.!
BILDBLOG: Ganz genau.
Im Gespräch mit das BILDblog, dem Watchblog für deutsche Medien
Ich erwähnte schon mal die beste (Start-) Seite im Netz, den bildblog.de. Checkt den unbedingt mal aus. Ja, ich weiß, dass ihr alle nie niemals nicht die „Bild“ auch nur mit spitzen Fingern anfasst. Aber auch sonst lest ihr wirklich nie andere Publikationen aus dem Verlagshaus Axel Springer? Nie „Musikexpress“ oder „Metal Hammer“? Und von der Springer-Presse abgesehen, den die macht nach wie vor Fehler und ignoriert Ethik-Richtlinien, aber das machen leider eben viele andere Medien auch …und dieses über die „Bild“ hinausgehende Problem wird seit 2009 ebenfalls unter der genannten Web-Adresse publiziert. Einerseits passiert nach wie vor vieles zur „Bild“, andererseits aber eben auch Medienkritik darüber hinaus. Und das könnte euch ja dann doch am Ende interessieren, es sei denn, ihr lest wirklich nie, aber dann würdet ihr ja auch nicht diese Empfehlung von mir gerade lesen…

Dezember 2nd, 2019
Ein Einblick in die türkische Undergroundszene mit The RAWS
The RAWS aus Instanbul sind nicht nur die einzige Punkband die ich aus der Türkei kenne, sondern es ist auch die erste türkische Band, die im Trust interviewt wird! Weil für mich der türkische Underground, abgesehen von dem Film „Crossing The Bridge – The Sound of Istanbul“ von Fatih Akin und Alexander Hacke (Einstürzende Neubauten) aus dem Jahre 2005, ein unbekanntes Terrain ist, sprudelten die Fragen nur so über. Hinzu kommt die beschwerliche, politische Situation, dass in der Türkei unter der Machtopposition von Erdogan, sich vieles zum negativen gewendet hat und Systemkritiker mit Knast oder anderen willkürlichen Repressionen zu rechnen haben.

Dezember 2nd, 2019
Es gibt Bands bei denen schlichtweg kein Mindesthaltbarkeitsdatum zu existieren scheint, die einfach nie schlecht werden, sich immer treu bleiben und nie an Energie oder Attitüde verlieren. So auch F.O.D. alias FLAG OF DEMOCRACY. 1984 erschien ihre erste Single „Love Songs“, darauf zu hören ist auch einer ihrer größten, frühen Hits „Powerload“. Es folgten acht weitere Studio-LP´s, plus einer Live-LP, bei denen es schwer fällt, explizit den besten Tonträger hervorzuheben.

Dezember 2nd, 2019
„Kink Records war und ist ein zeitintensives Hobby, das sich mittlerweile immerhin selbst trägt. Wenn Gewinn gemacht wird, dann fließt der auch direkt wieder in den Mailorder oder in anstehende Veröffentlichungen. Natürlich wäre es traumhaft, davon leben zu können und keinen anderen nervigen Job machen zu müssen, aber in dieser Form ist das völlig unrealistisch. Mein Anspruch mit Kink Records ist es, die Platten zu fairen Preisen anzubieten und dabei coole DIY-Punk/Hardcore Labels und Bands zu unterstützen. Um davon leben zu können, müssten die Preise deutlich erhöht werden und ich müsste viel zu viele Kompromisse eingehen und Bands/Labels verkaufen, mit denen ich nichts anfangen kann. So wie es momentan läuft, trägt sich das Ganze selbst und ich kann mir einen Teil meiner eigenen Plattensammlung dadurch finanzieren. Das ist super und auf diesem Level wird sich Kink Records wohl auch in Zukunft bewegen“.
Interview mit KINK RECORDS
Es gibt zahlreiche klassische Aktionsformen im DIY-HC-Punk: neben Vokü/Food not Bombs und anderen politischen Aktionsformen haben wir da folgendes: Band – das machen die meisten. Konzerte organisieren – machen auch nicht wenige. Fanzine – machen ein paar. Label – das machen auch wieder viele. Mailorder – das hält sich wiederum in Grenzen, deshalb ist es mir eine große Freude, euch mit Kink Records einen guten Mailorder und cooles Label empfehlen zu können.

Dezember 2nd, 2019
Trust: Also, die Sache mit den Punk-Accessoires: ich will jetzt nicht dein Geschäft „dissen“, ich bin einfach nur neugierig, was deine Gedanken zur der folgenden Meinung sind: sind die Käufer von Punk-Accessoires (wie Bondage-Hosen, Lederjacken, Creepers und Nietengürtel), sind das nicht eigentlich genau die, die Punk nicht „richtig“ verstanden haben, so von wegen es geht doch gar nicht um diese Accessoires, Punk ist eine Haltung, es geht um unabhängiges Denken in dieser Crass-Think for yourself-Tradition und dann kommt dann die Armee der identischen Lederjacken-Spikes-Punk-Klone, die alle gleich aussehen, aber dann was von Individualität erzählen…
Bill von Dr. Strange Records: Ich stimme mir dir total überein. Ich meine damit, dass ich dich zu 100 Prozent verstehe. Ja, Punk-Rock ist eine Einstellung und meiner Meinung nach muss man nicht einmal „Punk Bands“ hören oder kennen, um ein Punk zu sein. Solange du tust, woran du glaubst und dein Bestes für eine positive Veränderung tust, bist du in meiner Gedankenwelt ein Punk. Was den Verkauf von Kleidung betrifft… Nun, ich trage immer noch Creepers, habe Ohrringe usw., das ist das, was ich eben mag. Ich bin nicht in der Lage, diese herzustellen, also muss ich sie „irgendwo“ kaufen und wenn die Accessoires jemandem helfen, sich auszudrücken oder zu zeigen, dass sie „anders“ sind, dann ist das für mich in Ordnung. Die eine Sache, die ich hasse, ist, wenn ein Kunde, normalerweise ein „Kind“ im Alter eines Teenagers, einen Patch oder Button von einer Band kauft, von der sie KEINE AHNUNG haben, wer es ist. Ich bin nicht so drauf, dass ich ihnen dann sage, dass sie gehen sollen, das tue ich nie, es liegt nicht in meiner DNA, so ein Arsch zu sein – aber vielleicht öffnet dieser Patch ihren Geist und dient als Einstieg in eine ganz andere Welt?
Turn and face the strange: Record Collectors – meet your new god:
Dr. Strange Records
Bill von Dr. Strange Records aus dem Großraum Los Angeles ist jemand, den man eigentlich nur mit dem Begriff „Überzeugungstäter“ charakterisieren kann. Er betreibt seit genau 30 Jahren (Glückwunsch!) unermüdlich seinen Punkrock-Plattenladen-Klamotten-Mailorder. Einerseits versorgt er also den Record-Collector Scum mit raren Platten (die Überschrift dieses Interviews bezüglich Record Collectors ist seit langer Zeit sein Anzeigen-Pitch) und für die Kids gibt es eben lecker Klamöttchen. Natürlich kann man sich auch alles online bei ihm besorgen. Und er macht auch noch ein tolles Label seit Ende der 80er.

Dezember 2nd, 2019
„Der Name Fairy Lights entstand, als ich einen Artikel über einen Typ in England las. Er verwendete seine Weihnachtsdekorationslichter in der Form eines Penis vorne auf seinem Haus, um seine Nachbarn zu ärgern“
Interview mit THE FAIRY LIGHTS
Ich bin nicht gut darin, neue unbekannte Bands zu entdecken und das auch noch beurteilen zu können, ob und wie groß dieser Gruppe werden wird. Also, das können echte „Trüffelschweine“ viel besser (unsere früheren Schreiber Daniel und Al konnten das wunderbest!). Was ich aber gut kann, das ist aus bereits bestehenden Sachen neue zusammenzusetzen. Insofern war es auch kein Wunder, dass ich die geile „neue“ Band THE FAIRY LIGHTS deshalb „entdeckte“, weil ich mit ihrem Sänger und Gitarristen Kenny Chambers auf Facebook befreundet bin und er krasse Demo-Songs von just jener Kapelle postete.
Kenny Chambers? Genau, Kenny Chambers!

November 29th, 2019
FLUID TO GAS
Diese Band und Trust passen wie die Faust aufs Auge. Der guten Musik gewidmete. leidenschaftliche, lange tot geglaubte, vom DC-Spirit inspirierte Individualisten, die immer weitermachen, sich aber auch versuchen immer weiter zu entwickeln. So verwunderte es mich kaum, als mich Anfang des Jahres Oise von Là Par Force fragte ob es Fluid To Gazi immer noch gäbe. Fatzo lacht auf Grund des subtil gemachten Vergleichs. Es sei nicht so, als ob er versuche Fugazi zu imitieren, aber dennoch habe er bei deren Musik ein so überwältigendes Gefühl, dass er dieses auch haben will, wenn er selbst Musik macht. Seit 1994 gibt es die krachige, energiegeladene Band aus dem Umfeld des Bonner Revolution Inside Labels (RIP).

November 29th, 2019
Wenn man in New York unterwegs ist, kommt es nicht gerade selten vor, dass einem irgend jemand irgend etwas andrehen will. Meist geschieht dies in der u-bahn. „batteries one dollar – batteries one dollar“ klirrt es einem ungefähr alle 15 minuten mit schrillem asiatischen akzent in den ohren. 5 minuten vorher sind meist die kids da, um mit ihren dollar candies noch ein weiteres, tausendstes schulbasketball team auf die beine zu stellen. Manchmal trifft man auch schreiberlinge, die ihr neustes poetry werk feil bieten, selbstverständlich mit widmung, dass wahre schönheit und wirklicher sprachwitz nur in der u-bahn zu finden seien – fuck bowery ballroom. Tja, also batterien brauche ich nicht und für candy bin ich mittlerweile auch zu fett. Mit anderen worten: mit mir ist kein sonderlich guter schein zu machen. Und das eine mal, als ich weich wurde und ein buch gekauft habe, kam, oh überraschung, nur dünnes dabei heraus.

November 29th, 2019
Ist das verwunderlich, dass eine Band namens Disco Drive tanzbare Musik macht? Oder ist es nicht eher verwunderlich, dass sich die gleiche Band mindestens genauso stark auf Dischord bezieht? Auf den tanzbaren Teil jedenfalls, Q And Not U nämlich, El Guapo und mit Abstrichen vielleicht noch auf Black Eyes. Nein, natürlich verwundert das nicht, und es funktioniert sogar sehr gut, wie auf dem Debüt-Album „What’s Wrong With You, People?“ zu hören ist.

November 25th, 2019
YEAH YEAH YEAHS
In dem wohl klamaukigsten Rock’n’Roll Film aller Zeiten, Josy & the Pussycats, lässt deren durch und durch unsympathischer Manager Wyatt sich über die Erfolgsgeschichten verschiedener Namensgebungen aus. Alan M. rät er die Abkürzung seines Nachnamens zu unterlassen, das hätte schon Sheila E. geschadet. Die Prince-Schlagzeugerin ist aber meiner Meinung nach ebensowenig in Vergessenheit geraten, wie die mysteriös inszenierte Frontfrau der New-Yorker Band Yeah Yeah Yeahs, Karen O., die sich spätestens mit dem Hit ‚Rich‘ in die Herzen aller avantgardistischen Garagenfans sang.

November 24th, 2019
Trust: Black Flag mit Reyes, Keith Morris, Rollins oder Dez?
Nervous Breakdown: Sean Connery!
Interview mit Nervous Breakdown
Carsten Herder, Ruhrpott-Fanzine-Multiplayer, feierte mit sechs Bands eine spitzen Geburtsagsparty in Münster. Besonders die Hamburger Punkband Yacopsae überzeugte wieder mal mit ihrem absoluten musikalischem Abriss, dazu spielten Chuck Damage auf, gefolgt von den Dänen von Love Potion, die mit ihrer Version von japanischen Hardcore auch gefielen. Die neue Band von Jobst und Nagel namens Blood Robots hatte ihren zweiten Gig ever und Idle Hands gaben ihren letzten Auftritt.

November 24th, 2019
Trust: Denkst du, dass eure ganze Unternehmung erfolgreich war (und ist), ihr also wirklich einen unkommerziellen, friedlichen und alternativen Ort in der New Yorker-Underground-Bewegung geschaffen habt?
Auf jeden Fall, ABC NO RIO war darin sehr erfolgreich. Es war natürlich schockierend, dass man jedem eigentlich völlig selbstverständliche und einfache Dinge wie „keinen rassistischen, homophoben oder sexistischen Bullshit“… sagen musste. Aber seitdem denke ich, dass unsere Haltung wirklich beispielhaft für viele andere Projekte in New York und auch in den USA wurde, sogar außerhalb der Punk-Welt. Unglücklicherweise ist es immer noch wichtig, solche oben genannten Dinge zu betonen, gerade angesichts der momentanen politischen Lage in den Staaten.
Zur aktuellen Situation vom ABC NO RIO in New York City
Wir befinden uns im Jahre 2017 nach Vinnie Stigma. Ganz Manhattan ist von den Gentrifizierern besetzt… Ganz Manhattan? Nein! Ein von unbeugsamen Aktivisten bevölkertes Dorf hört nicht auf, den Gentrifizierern Widerstand zu leisten. Und das Leben ist nicht leicht für die Gentrifizierer, die als Besatzung in den befestigten Lagern Uptown-, Midtow- und Downtown-Manhattan bzw. West Side liegen…

November 22nd, 2019
Vom Emo zum INDIEROCK?
Pfeifend ertappe ich mich dabei, mit hoher Geschwindigkeit einen 190er Mercedes zu überholen. Ich bin auf dem Weg von Hamburg nach Münster. Die A1 ist an diesem Sonntag frei von störenden LKW und ich kann das neue Album von HILLSIDE „You and me, baby„, über meine vollkommen überforderte linke Lautsprecherbox, Autobahn testen.
Nach gut 2,5h Autofahrt, komme ich in der veregneten westfälisch-studentischen Fahrradmetropole an. Ich treffe mich an diesem Abend mit Sänger und Gittarist Hans sowie Schlagzeuger Michael vor der HILLSIDE-Heimspiel-Location, dem Gleis 22. Am Abend des 17.8.2003 stellen HILLSIDE der Öffentlichkeit ihr neuestes Album „You and me, baby„ dort vor. Die Band spielt zusammen mit THE NATIONAL ANTHEM und MIRACLE OF 86, das Gleis ist schön gefüllt, ohne aus den Nähten zu platzen. Nach ihrem Auftritt sind Hans und Michael sichtlich relaxt. Zufrieden mit der Show beantworten beide freundlich meine Fragen.

November 22nd, 2019
MT Undertainment
Musical Tragedies? Empty Records? Doc Wör Mirran? Joe Raimond? Kaum jemand, der sich für Independent Musik interessiert ist nicht mindestens auf einen dieser Namen gestoßen. Zum zwanzigsten Jubiläum und weit über 500 Releases wurde es Zeit, ein bisschen Klarheit zu schaffen. So kam an einem tristen End-Oktober Tag Joe Raimond auf Kaffee und Klatsch nach Frankfurt um die Welt, in der es sich um die Buchstaben „M“ und „T“ dreht zu erklären.

November 15th, 2019
BORIS
Say Cheezu!
Boris, wie der Song vom „Bullhead“-Album der Melvins, genau. Soviel ist bekannt. Die drei Japaner, die sich diesen Namen geborgt haben – Gitarristin Wata, Leadsänger und Bassist Takeshi sowie Drummer Atsuo – haben hingegen schon etwas Mythisches an sich. Sie stehen als Superfuzz-Ikonen im Farbenwirbel, plätten einen mit ihren Sechzehntonnern zu Flundern und hüllen sich ansonsten gern in Schweigen. Ist ja auch nicht verkehrt: die Musik für sich sprechen lassen und so. Trotzdem freue ich mir ein Loch ins Knie, als die Plattenfirma nicht nur die gesamte Band zum Interview ankündigt, sondern mir auch noch einen Übersetzer zur Seite stellt… nur damit Wata und Takeshi – wie üblich – Atsuo vorschicken, als denjenigen, der vorgeblich einigermaßen Englisch kann, um dann doch keins zu können – oder zumindest nur sehr selektiv, bei Themen, die ihn interessieren.

November 15th, 2019
„Our Jazz“ ist meine Version von Feminismus. „All-embracing girl-boy equality“… Außerdem natürlich inspiriert von HUGGY BEAR.“
Interview mit FAMILY MAN
Ihr müsst, wenn ihr euch für das Interview mit FAMILY MAN interessiert, jetzt leider durch diese lange Einleitung hier durch, aber es lohnt sich, mal wieder den Kontext auf „früher“ vs „heute“ zu legen, weil das Einfluss auf die qualitative Bewertung von neuer Musik hat. Denn vielleicht habt ihr es ja gemerkt, in letzter Zeit habe ich neben alten „Helden“ auch stärker den Fokus auf neue Bands gelegt, es ist ja nun nicht so, dass ich immer nur 80er Jahre und das Beste der 70er höre.

November 15th, 2019
„Pettybone is the voice of the voiceless / Pettybone is the voice of the oppressed / The sound of revolt for all those that were told they’re useless / For all those who lost their youth in the Process / For all the kids that believe in their dreams but the fucked up system cut their Wings / For all those living in poverty on the edge with (in) sanity / For all the vagabonds and homeless /For all the women who fight for freedom and Respekt /For all the immigrants trying to make their way through the London streets /For all the sisters and brothers in need /For all the truth seekers… You have a voice (cuz) Another world is possible…“
The Sound Of Revolt: Interview mit PETTYBONE
Nein, es sind keine Rechtschreibefehler und ist kein Interview mit dem Bruder von Greg Ginn, Raymond Pettibon, dem wahnsinnigen Black Flag/ SST Covermaler. Pettybone nennt sich eine sau coole und ganz neue „all female crust noise punk“-Band aus London (wir werden über diese Hervorhebung „Frauenband„ noch im Interview reden). Über ein Review im Maximum RocknRoll bin ich auf sie aufmerksam geworden, hörte mir ihre Songs an und lass mir die Texte durch, geil. Es gab vor zwei-drei Jahren mal die finnische all girl Band KATRINA auf Campary Records, die Sängerin war auch mal bei unserem Frankfurter Trust Stammtisch dabei, da hatte ich mich schon geärgert, kein Interview gemacht zu haben.

November 14th, 2019
„Wir werden oft als Sellouts dargestellt, doch was tut das zur Sache, auf welchen Label wir sind, wenn es wirkliche Probleme auf der Welt gibt?“
An Stagnation sind Boysetsfire wirklich nicht interessiert: Nachdem ihr Album „After The Eulogy“ szeneintern überaus erfolgreich war, erschien in diesem Jahr mit „Tomorrow Comes Today“ ein Album, welches einigen Fans vor den Kopf stieß: Der Hardcore-Vibe früherer Tage ist größtenteils einem melodiösen Rocktouch gewichen und auch inhaltlich widmeten sie sich verstärkt persönlichen Inhalten, anstatt den konkret politischen Weg weiterzustampfen. Eine zusätzliche Veränderung innerhalb der Band stellte der Wechsel am Bass dar, der zuletzt in Berlin lebende Deutsche Robert Ehrenbrandt ersetzte Rob Avery. Vor ihrem Gig in der Berliner Columbiahalle befragten wir den neuen Bassisten Robert sowie den Gitarristen Chad Istvan.

November 14th, 2019
Brüder und Schwestern
Aus irgendwelchen Gründen haben wir uns hier im Heft außerhalb des schmalen Rahmens von Plattenrezensionen noch nicht recht mit dieser Band befasst, die doch eigentlich definitiv das Zeug zur Trust-Konsens-Band hat, nicht zuletzt, weil hier das manche immer noch erschreckende Gespenst des Ausverkaufs bislang nicht gesichtet ward. Trotz aller Vergleiche mit At The Drive-In und anderen erfolgreichen Bands aus der Postcore-Welt. Wahrscheinlich wird auch „Brothers, Sisters“ die Verkaufsstrategen nicht auf den Plan rufen. Trotz allen Pop-Appeals, den die neuen Songs verströmen. In diesem Sinne ist „Brothers, Sisters“ sicherlich das beste NOA-Album bislang, indem es die Post-Hardcore-Energie, die die Band auf den letzten Alben gewonnen hat, mit der Pop-Sensibilität der früheren Platten vereint.

November 14th, 2019
Interview mit KRIEGSHÖG (Tokio, Japan)
Hey, normalerweise sind wir vom Trust ja die Leute, die die Hypes lostreten (ha ha), aber im Falle KRIEGSHÖG ist dem Maximum RocknRoll Fanzine in seiner Dezember Ausgabe 2008 nur zuzustimmen: Die EP „Hardcore Hell“ der japanischen Band KRIEGSHÖG ist einfach mehr krass, mehr geil, mehr wahnsinnig, mehr HC… als vieles andere und zu Recht eine der Topplatten des Jahres 2008. Heartfirst Records aus München presste die Single nach und über Flo vom Label entstand (danke!) dann der Kontakt zu Kriegshög-Sänger Masaki, der die Fragen von mir und Matze aus dem fernen Tokyo (relativ gemächlich) schlussendlich im September 2009 beantwortete. Die Band verfügt über keine Internet- und myspace-Seite, ich glaube, das ist in Japan voll das Protestding. Anyway, bitte die Band sofort nach Europa einfliegen!!!

November 7th, 2019
Was war das für ein Samstag vormittag: Eigentlich wollte ich gerade raus, einkaufen gehen, als ein Päckchen von der „Efa“ kam. Der Inhalt: unter anderem die tolle Dischord-Box, aber auch die neue CD von Black Heart Procession. Natürlich bin ich Zuhause geblieben, um mich durch all die CDs zu hören. Doch während die Dischord-Box natürlich so klang, wie man es erwartete, wusste ich mit ‚Amore Del Tropico‘ von Black Heart Procession erst nicht so richtig was anzufangen. Natürlich ist die Platte noch düster, aber nicht mehr annähernd so wie früher. ‚Did You Ever Wonder‘ ist sogar ein richtiger, kleiner Indierock-Hit (Indierock mal positiv gemeint), und anderswo lassen sich Salsa oder andere südliche Musikeinflüsse heraushören. Das sind nicht die Black Heart Procession, die wir kannten. Trotzdem war die Platte faszinierend genug, dass sie bis zum Sonntagabend ein halbes Dutzend mal lief – auch wenn ich nicht recht wusste, ob ich die CD mag. Mittlerweile weiß ich es. Aber jedem BHP-Fan, den ich das Album seither vorgespielt habe, reagiert ähnlich wie ich.

November 7th, 2019
Ein kalter Oktobertag in Hamburg. Der Regen wird uns vom Herbstwind der Hansestadt ins Gesicht geblasen. Kaputte, von der Abhängigkeit gekennzeichnete Junkiegesichter nehmen uns desinteressiert war, während wir die Fixerstube in Hauptbahnhofsnähe passieren. Unser Ziel, die Markthalle, ist nun in Sichtweite, von Weitem signalisiert uns das rote beleuchtete Logo des Clubs den Weg. Am Abend des 16.10.2002 sollen hier die Mighty Mighty Bosstones auftreten, vorher, ein paar Stunden nur vorher, gibt uns der seltsam gelaunte Dicky Barrett die Ehre und plaudert über George W. Bush, seine Band und den aktuellen Longplayer „A Jacknife To A Swan“.
