Januar 13th, 2020

NAMHAMMANIT aus #135, 2009

Posted in interview by Jan

โ€žUnd wie das halt so ist, mit revolutionären Idealen, kannst du sie heut bei ALDI kaufen und mit Karte zahlenโ€œโ€ฆ

Interview mit N`AM HAMMANIT

Die Band ohne Namen kommt aus Köln und hat Mitte 2008 in Eigenregie ihre erste Veröffentlichung herausgebracht. Zwei Songs davon waren auf Fanzine-Beilagen-CDs zu hören und besonders der Song โ€žDer Kühlschrank von Che Guevara war revolutionärโ€œ hat mich wirklich total umgehauen, sau gut, kann man auf der myspace Seite nachhören. Also, mir hat es gefallen, deshalb wollte ich ein Interview machen. Bevor es wieder heißt, โ€žder Jan vom Trust interviewt wieder nur seine Leute aus Kölnโ€œโ€ฆ nein, ich kenne keinen von der Band. Sie hätte genauso gut aus Leipzig oder Augsburg kommen können, mich hat dieser Song echt geschockt, das restliche Material geht auch okay, daher kommt dasโ€ฆ

Januar 13th, 2020

MAGRUDERGRIND aus #140, 2010

Posted in interview by Jan

โ€œYea, we are a hardcore band at heart, before we are a grindcore band. We were all `raisedโ€™ on hardcore music, ideals and ethics and this is expressed in my lyrics and our performancesโ€

Interview mit Magrudergrind

Wie sagt es der Amerikaner so schön, โ€œa kick ass bandโ€, diese jungen Hüpfer von Magrudergrind aus Washington D.C. Für die Insider schon längst keine Unbekannten mehr, so dürfte diese Band bestimmt auch schon durch dein Wohnzimmer getourt haben, so schön ist es doch, dass diese Band nicht wie üblich die 2 Singles in USA auf Six Week oder 625 Thrash gemacht haben, 6 Wochen durch Europa touren nachdem Sie 10 Mal in USA gespielt haben und sich dann auflösen, nein, Magrudergrind sind a) natürlich die Creme de la Creme des schnellen Hardcore-Punks mit einem unglaublich agilen Sänger (Avi, den ich hier auch per mail interviewt habe) und b) built to last. 2010 kommen sie wieder auf Tour, schaut sie euch an! Sorry für die kleine Verspätung, es hat nur zwei Jahre gedauert. Ich sprach mit Avi im Dezember 2009.

Januar 8th, 2020

JULITH KRISHUN (#132, 2008)

Posted in interview by Thorsten

Die Bunte Republik Neustadt war von 1990 bis 1993 eine Mikronation im Dresdener Stadtteil ร„ußere Neustadt. Seit über 18 Jahren findet dort jedes Jahr im Juni ein Stadtfest statt, bei dem Bands aus der Umgebung ihre Musik kostenlos den Zuschauern näher bringen können. Wie die Jahre davor, hatte auch die Dresdener Band Julith Krishun einen Auftritt und stand uns davor Rede und Antwort. Das Ganze erwies sich als schwierig, da die Band aus einem gesprächsfreudigen Haufen Mittzwanziger besteht, die mit sächsischem Dialekt gerne mal durcheinander reden. Dann geht es darum, wo die letzte Nacht verbracht wurde oder welche bekannte Band wo und wie gespielt hat. Auch zur Musik können sie viel erzählen, da der nötige, aber auch individuelle Background bei jedem einzelnen aus der Band gegeben ist. Somit wird sich dieser Artikel auf sehr viele Musikgruppen aus der letzten Dekade beziehen. Eine Band steht jedoch im Fokus: Julith Krishun.

Januar 8th, 2020

Tampere PunkRockCity – Puntala Rock 2008 (#132, 2008)

Posted in artikel by Thorsten

Der Titel ist etwas irreführend, das Festival selbst war in Lempäälä, das knapp 20km von Tampere entfernt ist. Mir wurde nur erzählt, dass Tampere „the Punkrock Capital of Finland“ wäre. Das Punkfestival gab es vereinzelt in den 80er Jahren, bis es 2002 wiederbelebt wurde und findet seit dem jedes Jahr statt. Musikalisch gibt es dort das volle Brett FinnenPunk, wobei auch immer internationale Bands dabei sind, wie dieses Jahr Pisschrist aus Australien und die Adolescents. Diese spielten zwar Freitag in Frankfurt, waren aber Samstag ebenso auf dem Festival, hatte ich also nix verpasst. Insgesamt waren wohl 1700 Leute auf dem Festival, was mich dann doch etwas wunderte, ich hatte mit ungefähr der Hälfte gerechnet. Es war auch somit das bestbesuchteste Puntala bisher.

Januar 2nd, 2020

VIC BONDI aus #148, 2011

Posted in interview by Jan

„Ich war in meinem Robespierre-Modus und wollte Jahr Null definieren. Junge Leute bilden sich ein, dass man die Revolution ausrufen kann und jeder folgen wird. Ich bin nicht mehr jung.

Punk und Hardcore sind kein wesentlicher Ausdruck von politischem Widerstand. Es ist also ein Fehler, die ganzen Bands in eine Kategorie zu werfen.

Ich denke, eines der traurigsten Dinge war mit Born Against in Deutschland zu touren. Die waren dogmatisch und ziemlich beurteilend…“

Hey Vic! Hier ist David Ensminger von Maximum Rockโ€™nโ€™Roll, Trust, Artcore, dem Journal of Popular Music Studies, Left of the Dial, und Lee College. Danke, dass du dir die Zeit nimmst, meine Fragen ausführlich zu beantworten. Ich habe letztes Jahr meinen 2. Masterabschluss in Punk Folklore an der University of Oregon gemacht und im Frühjahr/Sommer 2011 wird mein Buch Visual Vitriol: The Street Art and Subcultures of the Punk and Hardcore Generations mit über 80 Illustrationen und massig Zitaten von vielen verschiedenen alten und neuen Punks erscheinen. Das Buch wird wohl oder übel in die Hochschulwelt einfließen und Teil der offiziellen Diskussion über Punk werden.ย  Einige der folgenden Fragen beziehen sich direkt auf das Buch und andere sind für ein Interview, das ich in Magazinen hier in den Staaten und im Ausland veröffentlichen will. Wie die Kinman Brüder von den Dils, bist du in einer Militärfamilie aufgewachsen. Dennoch hast du dich brennend für die Linke eingesetzt, die die militärischen Wertesysteme damals sehr offensiv in Frage stellten. Wärst du so politisch geworden, wenn dein Vater nicht im Wehrdienst gewesen wäre?

Januar 2nd, 2020

SCHIZOPHASIA UND STREAK RECORDS aus #160, 2013

Posted in interview by Jan

โ€žEs ist somit beinahe rational vorhersehbar, dass die Menschen in der Zukunft einen primitiven Lebensstil werden führen müssen, der auf der Asche dieser technologisch hoch entwickelten Welt basieren wird.โ€œ

Interview mit SCHIZOPHASIA

Ja, es stimmt. Ich interviewe eine Band, die es aktuell gibt. Die nicht aus Frankfurt, Leverkusen oder Kalifornien stammt. Die โ€“ jetzt bitte das Blutdruckmessgerät genau im Auge behalten – nichts mit SST-Dischord-AC/DC-RKL zu tun hat. Und die ich auch nie โ€“ ich betone, niemals – in meiner Jugend gehört habe. In der kein Promi von früher mitspielt.

Reden wir über Schizophasia aus Kanada, deren Platte โ€ž3000โ€œ jüngst erschien ist. Sie machen einen großartigen Mix aus psychedelischem Hardcore und Hardcore mit Psych. Auch zu hören sind Fragmente von Japan-Noise-Punk, GBH und Throbbing SPK im LoFi-Keller-Ambiente. Es ist eine der besten Platte, die ich seit Jahren gehört habe. Melden wir uns dann jetzt mal in Ottawa bei Mister 1000 von Schizophasia. Eine Vorbemerkung: In einer Frage in diesem Interview zu Kanada geht es um Nardwuar, die menschliche Serviette. Er war bei MTV Kanada, macht Radio in Vancouver und schreibt fürs Razorcake.

Januar 2nd, 2020

RED TAPE PARADE aus #154, 2012

Posted in interview by Jan

โ€žWas ich bei diesen Ebullition-Bands immer sehr geschätzt habe ist, mit wie viel Liebe zum Detail die ihre Platten gestaltet haben und wie viel Zusatzinformation da oft mitrein gepackt wurde. Das Gleiche gilt für Crust, Power Violence und Screamo Bands, quasi alles, was mich musikalisch nie gereizt hat, haha. Ich hab damals bei meinen Freunden gesessen, als eine gemeinsame Plattenbestellung kam und die haben ihre 7inches ausgepackt und hatten mehrseitige Booklets und noch Aufnäher mit drin und ich saß da mit meiner Fat Wreck Single, die gerade mal ein kopiertes DINA4 Blatt beiliegen hatte, haha.โ€œ

Interview mit RED TAPE PARADE

Ihr wisst es sicherlich schon: die jüngst erschienene Platte von RED TAPE PARADE aus Bayern/Berlin, โ€žThe third rail of lifeโ€œ, ist mit das beste, was an melancholisch-melodischen HC-Punk der etwas bewussteren Art in der letzten Zeit raus gekommen ist. Ihr wisst schon, Dag Nasty oi. Sicher, ich kann das ja auch, so musik-journalistisch diese Platte jetzt beschreiben, โ€ždiese Hooksโ€œ, diese Refrains, โ€ždiese Stargäste auf der Platte Davies-Kreye (Funeral For A Friend), Scott Freeman (Shook Ones), Joey Cape (Lagwagon), Patrick Kindlon (End Of A Year).โ€œ, aber das wisst ihr ja alles.

Dezember 18th, 2019

DUB TRIO und NORTHERN STATE (#131, 2008)

Posted in interview by Thorsten

Das scheint dieser Tage auf Ipecac normal zu sein. Eigentlich höre ich einen bestimmten Stil fast nie, erklär ich immer wieder gerne. Aber diese oder jene Platte von jenem oder diesem Künstler gefällt mir dann doch sehr gut. Und immer wieder fällt dabei auf, dass die erwähnte Band oder der Musiker auf Mike Pattons Label veröffentlicht. Dälek gehören in diese Reihe, Imani Coppola oder eben Northern State und Dub Trio, um die es im folgenden geht.
Fangen wir mit Dub Trio an. Dub ist nun wirklich nicht der Stil, der sich sonderlich häufig im Trust wiederfindet. Ist das überhaupt je passiert? Aber das New Yorker Trio – bestehend aus Drummer Joe Tomino, Bassist Stu Brooks und Gitarrist DP Holmes – nimmt die interessanten Seiten von Dub wie diesem tiefen, intensiven Bass oder die kurzen Einsprengsel spannender Sounds und entwickelt den Sound einfach weiter. Noiserock ist für die Band vermutlich ebenso wichtig. ‚Another Sound is Dying‘ ist das erste Album auf Ipecac, was als folgerichtiger Schritt erscheint. Immerhin arbeiten Dub Trio nebenbei auch noch als Backing Band für Mike Pattons Popprojekt Peeping Tom. Das folgende Interview entstand per Mail.

Dezember 18th, 2019

DEAD CHILD (#132, 2008)

Posted in interview by Thorsten

Die Knitting Factory in New York ist an diesem Abend eher mäßig gefüllt. 50, 60 Zuschauer tummeln sich im Untergeschoss des Venues – Megadeth spielen am gleichen Abend in Brooklyn, schwere Konkurrenz ist das. „Bei unserer ersten Show war der Club voll“, erzählt David Pajo, einer der beiden Gitarristen von Dead Child. Pajo – bei diesem Abend dürfte der ein oder andere Musikfan glasige Augen bekommen. Der Mann hat vor Jahren bei Slint gespielt, jener Touch-And-Go-Band, die heute vermutlich als einflussreicher gilt als noch zu „Lebzeiten“. Jetzt lebt Pajo seine Jugendliebe aus. Metal. Das Album ‚Attack‘ ist eine einzige Hommage an die achtziger Jahre, mit richtigem Sänger und sehr coolen Riffs. Live klingt die Band noch tighter, aber das kriegen an diesem Abend nicht viele mit. Und wer weiß, wann die Gruppe erstmals in Europa zu sehen ist. Zum Interview im Bandbus erscheint dann Pajo gemeinsam mit Sänger Dahm – Alkohol und andere Stoffe machen das Gespräch zunächst zwar etwas holprig, aber irgendwann wird es dann doch was…

Dezember 18th, 2019

JOLLY GOODS (#129, 2008)

Posted in interview by Thorsten

Die Kraft des Krachmachens

Ich kann mich noch gut an das erste Konzert erinnern, welches ich von euch besucht habe. Das war vor fast drei Jahren, als ihr zusammen mit The Gazoz, einer ehemaligen Band von Edi und Tamer, die heute Teil von MIT sind, in Köln gespielt habt.
Ihr und die Jungs von MIT waren damals noch ziemlich am Anfang, bis heute scheinen sich MIT und die Jolly Goods nahezu parallel entwickelt zu haben und immer wieder schneiden sich eure Bandgeschichten โ€ฆ

Dezember 12th, 2019

MARY TIMONY (#118, 2006)

Posted in interview by Thorsten

Auch wenn sie sich wahrscheinlich schütteln wird, wenn sie das hört, ist Mary Timony für mich immer eine der starken Frauen des Rock gewesen. Nachdem ihre erfolgreiche Band Helium sich auflöste und Matador ihr nach dem ersten Soloalbum weitere Unterstützung verweigerte, beschloss sie sich eben nicht unterkriegen zu lassen und trotz mangelnder finanzieller Unterstützung ein Album aufzunehmen, das sie ganz ihr eigen nennen könnte. Während der Vorgänger sich vieler mittelalterlicher Melodien bediente ist โ€žEx Hexโ€œ eine Irrfahrt durch das Land des Indie-Pop auf dem Teppich des innovativen Rock. Sleater-Kinneys Carrie Brownstein wusste eben, was sie tat, als sie Mary in ihr Nebenprojekt The Spells berief. Marys Partner im Leben und der Liebe so wie auf dem aktuellen Album ist Devin Oโ€™Campo, Gitarrist und Sänger der Medications. Ob es an ihm liegt, dass eine ganze Ecke Dischord-Charme auf Ex Hex abgefallen ist wird wohl nicht zu klären sein, tut aber auch nichts zur Sache. Mit einem neuen Label im Rücken wird Mary diesen Sommer erneut ins Studio gehen und das Ergebnis wird von Kill Rock Stars dieses Mal hoffentlich gebührend gewürdigt.

Dezember 12th, 2019

UNFRIESIRT (122, 2007)

Posted in interview by Thorsten

Mit dem Drummer Dirk Tassilo Hettich hing ich zufälligerweise auf einer Party des evangelischen Stifts in Tübingen ab. Wir haben genüsslich mehrere Bierflaschen geleert und ich habe im alkoholbeflissenen Gespräch herausgefunden, dass hinter diesem Mann die Band โ€žunfriesirtโ€œ (Melodic Punkcore) aus Sindelfingen steht. Mazze, sein pöbelnder Bandkollege, versuchte im Halbdelirium den anwesenden Partygästen zu verklickern, er sei katholischer Theologe und wie schwierig es sein im Zölibat zu leben. Wir haben uns im Hintergrund krumm gelacht. Jedenfalls dachte ich eine ganze Weile, diese rotzfrechen jungen Männer hätte keine Punkattitude und „unfriesirt“ sei eine weitere Gruppe, die sich mit all den ร„ußerlichkeiten „Des Punks“(erschlagt mich bitte nicht für diesen allumfassenden Begriff) schmückt. Darin habe ich mich aber schwer getäuscht. Diese Band vertritt tatsächlich interessante Ansichten. In einem spontanen Gespräch plauderte Dirk von seinen Vorstellungen was eine Punkband ausmacht und ich griff, ohne ihn vorzuwarnen, überrascht zum Aufnahmegerät

Dezember 12th, 2019

MIT (#127, 2007)

Posted in interview by Thorsten

Kร–LN, LONDON, TOKIO

Euch gibt es in der jetzigen Besetzung seit ungefähr zwei Jahren. Vorher haben Edi und du noch alleine musiziert, bis Felix am Schlagzeug hinzustieß habt ihr noch einen Drumcomputer benutzt. Fass doch für die TRUST-Leser einmal kurz die Anfänge von MIT zusammen.

Wir beide haben schon vorher in diversen Bands zusammen gespielt, bis wir dann vor ca. drei Jahren angefangen haben elektronische Musik zu machen. Zuerst wie du schon sagtest noch zu zweit, mittels Synthesizern, Drumcomputer und Gesang. Felix kam dann ungefähr ein Jahr später hinzu, seitdem gibt es uns in dieser Besetzung โ€“ und mit richtigem Schlagzeug.

Dezember 6th, 2019

NOISOLUTION RECORDS aus #146, 2011

Posted in interview by Jan

Nois-o-lution

In ein paar Jahren wird das womöglich eine echte Rarität sein: ein Label, das einen eigenen Geschmack hat und das sich durch diesen Geschmack auch in seiner Veröffentlichungspolitik leiten lässt.
Was nicht heißt, dass alles, was Arne Gesemann in 15 Jahren Bestehen von Nois-o-lution veröffentlicht hat, auch meinen eigenen persönlichen Vorlieben entspricht. Immer mal wieder kommt eine Platte daher, die ich eher als unaufregend bezeichnen würde. Aber genau das gehört dazu bei einem guten Label: Zu machen, was man möchte. Das lässt sich auch an der Gesamtzahl der Noiso-Alben seit 1995 ablesen. Da gibt es Jahre, in denen vier Alben erschienen sind. Vier.

Dezember 6th, 2019

WOJCZECH aus #151, 2011

Posted in interview by Jan

โ€žDa sie einen Schlagzeuger brauchten, den sie leicht herumkommandieren konnten, haben sie mich gefragt, ob ich mitmachen will. So haben wir angefangen. Alle rieten uns, schnell wieder aufzuhören, aber bald gingen wir schon das erste Mal auf Tourโ€ฆโ€œ

Interview mit WOJCZECH

Es hat doch noch geklappt! Ich war schon etwas länger an dieser wunderbaren Band aus Rostock (könnte man Urgestein sagen? Könnte man, lassen wir aber mal lieber) โ€ždranโ€œ, Ende 2010 kamen dann die Antworten. Die Band war und ist weltweit unterwegs, hat einige Tonträger eingespielt und ich spare mit weitere Worte, da alles im Interview verhandelt wird, an dem nicht Andy (Bass) und Pizzelt (Gesang), sondern Kuttre (Gitarre) und Heinrich (Trommler) teilgenommen haben. Man merkt sehr schnell: hier ist der richtige Sprit am Start und hat Humor.

Dezember 6th, 2019

NO WEATHER TALKS aus # 184, 2017

Posted in interview by Jan

โ€žAnsonsten wären die perfekten Lyrics für mich eine Mischung aus verschwurbelter Metaphorik wie bei den Smashing Pumpkins und so ein missionarischer Ruf nach Kommunismus und Hedonismus, wie zum Beispiel bei der (International) Noise Conspiracyโ€œ.

NO WEATHER TALKS

Ja, es gibt sie noch, die total guten aktuellen Bands! Mucke geil, live cool (zum Beispiel in Frankfurt im Elfer vor einiger Zeit), auf Platte spannend, Inhalte kritisch und progressiv, aber eben auch zu Partyspielen aufgelegt, yes! Ich möchte euch die wunderbaren NO WEATHER TALKS aus Norddeutschland โ€“ zusammengesetzt aus Mitgliederinnen von zum Beispiel TACKLEBERRY, MATULA und JURI GAGARIN – ans Herz legen. Wunderschöner Punkrock mit diesem berühmten โ€žjroßem Jefühlโ€œ. Emo-Politik-Punk ohne Geweine.

Dezember 6th, 2019

KULTUR SHOCK (#121, 2006)

Posted in interview by Thorsten

Lock Up Your Jobs!

Mit den Ausländern ist das so eine Sache โ€“ so eine wie mit den Arbeitern und der Unterschicht. Wir sollen sie nicht so nennen, weil sie das diskriminiere. Dabei ändert sich rein gar nichts dadurch, dass wir sie Migranten, Arbeitnehmer oder Prekariat nennen. Die Mitglieder von Kultur Shock gehören mehr oder weniger zu allen drei Gruppen. Und sie scheuen sich nicht, das zu antizipieren, was ihnen gern unterstellt wird: Dass sie kommen, um โ€žunsโ€ž โ€žunser“ Jobs wegzunehmen. Dass es nach wie vor ganz andere sind, die entscheiden, warum wer eingestellt wird, sei hier auch noch erwähnt. โ€žWe Came To Take Your Jobs Away“ heißt das jüngste Werk der Band aus Seattle (die es schon seit zehn Jahren gibt), das Cover zeigt einen Mann, der in Latzhose und mit Kippe im Mund mit dem Pümpel vor einer Toilette kniet. Die Musik ist ein gutgelaunter Zug durch das globale Dorf, angetrieben von der Energie des Punk. Ein interessantes Konzept. Da fühlte ich mich motiviert, ein paar Fragen an diese Leute zu stellen. Die Antworten übernahm Gino.

Dezember 6th, 2019

JERICHO’S END: Punk in Israel (#115, 2005)

Posted in interview by Thorsten

Ein Interview mit Liz Nord

Punkrock in Israel: Das klingt ein wenig so wie diese Szene-Berichte im „Maximum Rock’N’Roll“, die wir früher immer gelesen haben. รœber die Szene in einem kleinen exotischen Land, mit ganz vielen Adressen am Ende, um die Bands anschreiben und um Demotapes bitten zu können. Macht heutzutage natürlich keiner mehr – wir haben ja das Internet und überhaupt, diese ständige Reizüberflutung mit tausenden neuen Bands selbst in der eigenen Stadt. Wer will da noch wissen, wie Punkrock in Kirgisistan klingt, in Gabun oder Belize.
Nun gibt es über diese israelische Szene gleich einen ganzen Film, die Amerikanerin Liz Nord hat ihn gedreht: „Jericho’s Echo – Punk Rock in the Holy Land“ heißt die Dokumentation. Und die ist extrem spannend geworden, was interessanterweise nur bedingt an den Bands liegt.

Dezember 6th, 2019

SOME GIRLS (#118, 2006)

Posted in interview by Thorsten

Nein, Some Girls sind mehr als nur eine weitere Krachband. Guckt man sich die Band live an – die Tour zum neuen Album ‚Heaven’s Pregnant Teens‘ fand im April statt -, merkt man schnell, dass sie wesentlich brutaler klingt als andere Kapellen. Da ist natürlich Sänger Wes, der sich ziemlich früh die Nase blutig schlägt, da ist auch die schier endlose Krachorgie am Ende des Sets, die noch heftiger kommt als auf Album. Andererseits sind Some Girls, nun vielleicht nicht eingängig, aber die Lieder haben sehr wohl Wiedererkennungswert. Und das kann man von wenigen Krachbands sagen, bei denen der Lärm zum Selbstzweck wird. Und natürlich sind Some Girls auch so etwas wie eine „Hardcore-Supergroup“. Justin Pearson, mit dem dieses Interview ist, spielt auch bei The Locust, daneben gibt es gemeinsame Mitglieder mit The Plot To Blow Up The Eiffel Tower, Give Up The Ghost und Unbroken. Keine schlechten Referenzen also.

Dezember 4th, 2019

Frame of Mind โ€“ Punk photos and essays from Washington, DC, and beyond, 1997-2017, Antonia Tricarico

Posted in bรผcher by Dolf

Akashic Books, 232 Third St., Suite A115, Brooklyn, NY 11215, Usa

It is good that this is a book about women in punk rock, done by a women, there is still far to few books about punk that feature women! This is a great mix, photos by local Washington DC photographer Antonia Tricarico from DC bands and bands that came thru the DC area plus 14 essays by women (also from DC but not only) on how they got introduced to music, later to punk and why they do what they do and how it has influenced their lives. As Tricarico writes in the introduction: โ€žsince the majority of the writing in music books has been done by men, I wanted to highlight the voices of women.

Dezember 4th, 2019

Die Gesellschaft des Zorns โ€“ Rechtspopulismus im globalen Zeitalter, Cornelia Koppetsch

Posted in bรผcher by Dolf

transcipt Verlag, Hermannstraße 26, 33602 Bielefeld, www.transcript-verlag.de

Das hier ist wirklich eine tolle Analyse warum die Situation in Deutschland, und nicht nur hier, so ist wie sie ist. Will heißen, warum Rechts-Parteien seit einiger Zeit so viel Zuspruch bekommen. Laut der Autorin begann das alles in den 1960er Jahren und nun haben wir den Salat. Denn, viele der Menschen die โ€žfürโ€œ die Rechten sind, sind eigentlich gar nicht klassisch rechts, sondern fühlen sich viel mehr abgehängt oder zumindest nicht mehr mitgenommen von dieser Gesellschaft. Sie können den Epochenbruch der Globalisierung mit seinen einhergehenden wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Grenzöffnungen nicht verkraften und empfinden einen Kontrollverlust.

Dezember 4th, 2019

Vom Imperiengeschäft – Konzerte โ€“ Festivals – Soziales: Wie Großkonzerne die kulturelle Vielfalt zerstören, Berthold Seliger

Posted in bรผcher by Dolf

edition Tiamat, Verlag Klaus Bittermann, Grimmstrasse 26, 10967 Berlin, www.edition-tiamat.de

In diesem Buch spannt der Autor einen großen Bogen, von der aktuellen Situation in der globalen Konzertlandschaft, wo eine Komplettkommerzialisierung zusammen mit einer beinahe Monopolisierung stattfindet bzw. gefunden hat, und schafft es einen sehr guten Einblick zu gewähren (die Weltbeherrschenden Giganten sind AEG, CTS Eventim und Live Nation). Er erzählt die Geschichte der Musikfestivals, der kalifornischen Ideologie der Hippies und was das alles mit dem Silicon Valley zu tun hat. Er beschreibt städteplanerische Entwicklungen am Beispiel von Immobilienverwertung und dem Umgang mit Kulturorten im öffentlichen Raum.

Dezember 4th, 2019

Deutschland dreht durch! – 70 Jahre Grundgesetz, Cartoons zur Lage der Nation, Martin Sonntag und Saskia Wagner, Hrsg.

Posted in bรผcher by Dolf

Lappan Verlag, Würzburger Straße 14, 26121 Oldenburg, www.lappan.de

Dieses Buch lag direkt nach โ€žDie Gesellschaft des Zornsโ€œ auf dem Stapel, was für ein Zufall, während in dem einen Buch genau erklärt wird was hier los ist, wird das Thema hier auf anderem Niveau behandelt. 41 ZeichnerInnen schauen auf den Zustand im Lande und karikieren ihn mit spitzer Feder. Oliver Mario Schmitt schreibt ein Vorwort und schon geht es los, oft in Farbe, aber auch Schwarzweiß und sogar ein paar Fotomontagen. Immer irgendwie lustig, manchmal sehr, treffend, anklagend, bloßstellendโ€ฆ wie immer ist alles dabei. Viele der CartoonistInnen sind bekannt, einige Namen liest man sicher zum ersten Mal. 128 Seiten mit gut 100 Cartoons viel politischen Statements zur Situation in Deutschland.

Dezember 4th, 2019

Cartoons für Musiker โ€“ Bin ich laut genug? Michael Hochschulte und Martin Perscheid, Hrsg.

Posted in bรผcher by Dolf

Lappan Verlag, Würzburger Straße 14, 26121 Oldenburg, www.lappan.de

Im Prinzip könnte man hier genau das gleiche schreiben was ich auch schon zu dem ersten Band vom letzten Jahr geschrieben habe, außer das hier drei Cartoonisten weniger (12) vertreten sind. Es handelt sich auch hier um ein โ€žlustiges Buch für und über Musik bzw. Musikerโ€œ. Handliches Format, es geht ohne Umschweife, sprich Einleitung, direkt los, hier und da ein schmunzeln und ertappte ich mich ein zweimal beim Lachen? Da könnte echt mehr gehen, das ist mir hier zu oberflächlich und gefühlt immer die gleichen Witze โ€“ wieso macht sich niemand über Trap-Musik lustig, als Beispielโ€ฆ meine Begeisterung hält sich in Grenzen, gern hätte ich mehr gelacht.

Dezember 3rd, 2019

Bratpack aus # 135, 2009

Posted in interview by Jan

BRATPACK โ€ฆ โ€žIt’s all about the fun, and not about making a livingโ€œ

Wie kam ich auf Bratpack? Diese wunderbare, neue, frische HC-Punk-Band aus Holland, die sich anfangs ganz der amerikanischen Variante von Hardcore verschieben haben, Rich Kids on LSD, Adolescents und frühen NOFX, sich aber nach einem Demo, einer Single und mit ihrer ersten Platte โ€žHate the neighboursโ€œ zunehmend von ihren Vorbildern emanzipieren können? Ich glaube, Litty gab mit den Tipp, danke noch mal!