Juni 7th, 2020
Alibri Verlag, Postfach 100 361, 63739 Aschaffenburg, www.alibri.de

Schon seit einiger Zeit erscheint auf der Internetseite hpd.de (Humanistischer Pressedienst) wöchentlich eine Karikatur die sich mit Religion und Kirche, Leichtgläubigkeit und Borniertheit auseinandersetzt. Gut 50 davon sind jetzt hier in diesem Taschenbuch kompakt zusammengefasst. Mit Dorthe Landschulz, Ralf König, Piero Masztalerz, Til Mette, Oliver Ottitsch, Martin Perscheid und Jacques Tilly. Nach einer Einleitung von Ricarda Hinz geht es, meist farbig, auch schon los. Jeder Karikatur steht ein kurzer Text von Daniela Wakonigg zur Seite, der erklärt in welchem Zusammenhang die Karikatur entstanden ist und auch kurz den Hintergrund beleuchtet.

Juni 7th, 2020
Alibri Verlag, Postfach 100 361, 63739 Aschaffenburg, www.alibri.de

Das Buch erschien im Original bereits 2008, hier handelt es sich um eine überarbeitete Neuauflage, die entsprechend aktualisiert Ende 2019 erschienen ist. Und leider ist auch im Jahr 2020 die Situation immer noch so, das Bücher wie dieses notwendig sind, vielleicht mehr als zuvor. Das Buch erzählt die Lebensgeschichte der Autorin, von ihrer frühen Flucht aus dem Iran in die Berge Kurdistans, als Partisanin setzt sie sich für die Emanzipation ein, bis zu ihrer Flucht nach Europa wo sie sich bis heute als Atheistin und Feministin gegen den islamischen Fundamentalismus engagiert. Unter anderem im Internationalen Komitee gegen Steinigung, außerdem gründete sie 2007 den Zentralrat der Ex-Muslime und ist in der Säkularen Flüchtlingshilfe aktiv.

Juni 4th, 2020
Nervous Mothers habe ich durch die Empfehlung eines guten Freundes entdeckt und sofort ins Herz geschlossen. Als er mir letztes Jahr die s/t 7″ der Band aus Antwerpen in die Hand drückte, sagte er so etwas wie: „Hier, Junge: Belgier. Du wirst sie lieben. Machen so Endneunziger-AJZ-Chaoscore. Aber in gut.“ Er hatte recht. Kaum lag die Nadel in der Rille, war es um mich geschehen.
Kurze Zeit später kam mir dann die Idee, ein kurzes Interview mit Bart, dem Gitarristen des Vierers zu machen. Ich glaube, ich war einfach neugierig, wie Leute ticken, die heutzutage diesen Sound fahren. Das nachstehende Interview vermittelt ein ganz gutes Gefühl dafür, finde ich.

Juni 4th, 2020
Schaue ich mir meinen eigenen Musik-Konsum einmal detaillierter an, so scheine ich Musik in vier verschiedene Kategorien zu ordnen: schlechte Musik, die ich im besten Fall nie wieder hören muss (das Leben ist zu kurz), gute Musik, die ich zu schätzen weiß, aber einfach nicht fühle und deshalb nicht höre (wie erwähnt, das Leben ist zu kurz), Musik, die ich fühle und deshalb auch öfters höre (muss übrigens nicht per se gute Musik sein) โ und, die höchste Kategorie: richtig gute Musik, die es oben drauf sogar noch schafft, ganze Bilderwelten und Gedankenströme in mir auszulösen. Beispiele für letzteres sind etwa Rotting Out, deren Sound einfach so krass nach den Straßen von Los Angeles, ausgeschlagenen Zähnen und dem Siff des Lebens klingt (man gönne sich etwa โThe Shoot Outโ), die Doom-Poeten von Omega Massif, deren Gitarrenwände sich an meinen Eingeweiden entlang sägen, um mehr als nur Gänsehaut und verbrannte Erde zu hinterlassen (z.B. auf โIm Karstโ), oder, ganz anderes Genre, ein Robot Koch, der es gerade auf seinen frühen Release stets geschafft hat, eine futuristische Welt entstehen zu lassen, die zwar metallisch und roh, dabei aber irgendwie von einer wohltuenden Wärme geprägt ist, dass ich nicht umhin komme, an so manche Szenen von Murakamis โHard-boiled Wonderland und Das Ende der Weltโ zu denken (etwa bei โHard To Findโ). Eine noch frische Band, die es in diese Königs-Kategorie, nennen wir sie โBewegende Musikโ, geschafft hat, ist nun Cold Kids.

Juni 4th, 2020
Wenn bei Pferde-Leuten Punk gewinnt!
Wir befinden uns in einem Hinterzimmer einer Punkkneipe in Berlin. Ein nass-kalter Samstagabend im Januar 2015. Zwei Bands sind für diesen Abend angekündigt. Zum einen OnOnOn, die ihre Musik selbst โPunch Popโ nennen und minimalistische, manchmal fast dadaistische Musik spielen. Zum anderen spielen die befreundeten Litbarski. Litbarski, mit einem โTโ. Kein PunchPop, kein Dada, stattdessen: Punkrock. Es ist das erste Konzert der Band und eine gewisse Nervosität kann man den Dreien nicht absprechen, obwohl sie alle schon seit vielen Jahren Musik machen. Es folgt ein wahnsinnig guter, dichter Auftritt. Punkrock der sowohl von britischen Bands der späten 1990er als auch von US-Bands der frühen 1990er geprägt ist. Zehn, zwölf Songs, von denen am Abend schon ein, zwei direkt im Ohr bleiben.

Juni 1st, 2020
Mir fallen nur sehr wenige Punk oder Hardcorealben ein, die mich so restlos begeistern wie โBurning in Waterโ von den Moving Targets. Es gleicht bei mir bis heute einer feierlichen Zeremonie, wenn ich die Platte auflege, die schneidenden Gitarren und das grandiose Schlagzeug losbricht und letztendlich Kenny Chambers mit seinem hymnisch, melodischen Gesang einsetzt. Von ein auf dem anderen Moment, fühle ich mich wie in den Bann gerissen und es gibt auch kaum eine Platte, bei der ich so einen großen Spaß daran habe, wild mit meinen Händen und Armen herumzufuchteln, um das Gitarren und Schlagzeugspiel nachzuahmen oder bei Songs wie โThe Other Sideโ, โFaithโ, โLet me know whyโ und vor allem โAlways Callingโ (einer meiner ewigen Lieblingssongs) enthusiastisch mitzusingen.

Juni 1st, 2020
โWe are not Jesus Christ, we are not fascist pigs, we are not capitalist industrialists, we are not communists, we are the one.โ
(aus: Avengers – We are the One, 1977)
โWho is that girl you see running down the alley? She’s all dressed in white, must be an escapee. Oh, but she’s beautiful, just like a dream. And you’re so hungry for some honey and cream, yeah. Oh, she’s a mystery. You gotta get into her fantasies. So you run around the corner just to see what you can see. And there she is, saying don’t you follow me, oh no. She’s got a smile like a knife in her teeth. And you’ve got a pressure problem with your sweaty hands, yeah. I’ve got my business, got no time for you. Going to a wedding getting married to myself. I am a mystery, you better check it with your fantasies. Don’t you try to put nothing on me ยดcause if you do, I’m gonna make you very sorry you did. Uh-oh, don’t you want me? Uh-oh, don’t you follow me. Uh-oh, don’t you want me? Uh-oh, the answer is no. Yeah, I’m a mystery, you better check it with your fantasies. Don’t you try to put nothing on me, ยดcause if you do, I’m gonna make you very sorry you did. Uh-oh, sex shooter, don’t you want me? Uh-oh, don’t you follow me. Uh-oh, don’t you want me? Uh-oh, the answer is no.โ
(Avengers โ Uh-Oh, 1978)
โO the summer time is coming. And the leaves are sweetly turning. And the wild mountain thyme grows around the purple heather. Will you go, lassie, go? If you will not go with me you know, I’d surely find another. To pull wild mountain thyme from all around the purple heather. Will you go, lassie, go?โ
(aus: Penelope Houston โ Wild Mountain Thyme, 1987)
Interview mit Penelope Houston
Sie dรผrfte eigentlich keine Unbekannte sein, weil sie eine totale feministische Punk-Legende lange vor den riot grrrls schon in den 70er war โ oder sagt ihr Name euch doch null? Nun, Penelope Houston wurde 1958 in Los Angeles geboren und zog 1977 in die Bay Area, um dort Kunst zu studieren. Sie war die tolle Sรคngerin der genialen Avengers (gegrรผndet 1977), eine der ersten Punk-Bands in San Francisco neben Crime und den Nuns. Nach der Band-Auflรถsung 1979 machte sie Filmprojekte in Los Angeles und lebte einige Zeit in England, wo sie mit Howard Devoto (Buzzcocks, Magazine) kreativ tรคtig war. Seit den spรคten 80er widmete sie sich auf vielen erfolgreichen Platten der Folk-Musik, parallel dazu reunierten sich die Avengers spรคter auch wieder (und spielen bis heute live).

Juni 1st, 2020
Sebadoh: โIch habe alles verschenktโ
Sebadoh gibt es tatsächlich schon ziemlich genau so lange wie das TRUST. Wobei ich sie allerdings erst etwas später kennenlernte. Ich erinnere mich noch an einen Hinweis (wahrscheinlich) in einer Rezension der โSpexโ, Sebadoh klinge wie die beiden letzten Stücke auf โYou’re Living All Over Meโ, dem zweiten Album von Dinosaur jr., das ich sehr schätze. Ein Konzert im โMusik & Fredenโ in Berlin im September nutzten wir, um ein Interview zu verabreden. Mit Sebadoh. Wie selbstverständlich saß dann Lou Barlow allein bereit, um mit uns zu sprechen. Der Rest der Band hat offensichtlich entweder nichts zu sagen oder keine Lust dazu.

Mai 28th, 2020
Stell dir vor du lebst in einem Land in dem Frauen unterdrückt werden und in dem man mit dem Tode bestraft werden kann, wenn man vom religiösen Glauben abfällt (Für Apostasie ist in folgenden Ländern die Todesstrafe vorgesehen: Sudan, Jemen, Iran, Saudi-Arabien, Katar, Pakistan, Afghanistan, Somalia und Mauretanien). Du findest ein sicheres Land, in dem es friedlich zugeht, mit einer freiheitliche Verfassung die natürlich dafür sorgt das jeder glauben kann was gewünscht ist und niemand unterdrückt wird โ theoretisch. Dann machst du dich auf den langen und gefährlichen Weg dorthin, über die Balkanroute und schaffst es tatsächlich bis nach Deutschland. Nur um dann festzustellen das die Gefahr und die Probleme vor denen du geflohen bist mitgereist sind. Und jetzt hast du in der Flüchtlingsunterkunft die gleichen Probleme wie in der Heimat, weil viele der Geflüchteten Muslime sind für die Apostasie ein schlimmes ja sogar todeswürdiges Vergehen ist.

Mai 28th, 2020
Corporate Rock Still Sucks
Neulich erschien in der Trust-Twitter-Timeline (@TRUSTzine) eine Anzeige von GoldmanSachs zum Thema Musikindustrie. Nach nahezu zwei Jahrzehnten der Disruption, so der Tweet, käme nun eine neue Phase des Wachstums. Wachstums heißt natürlich im Kontext von Investmentbanking Gewinne. Aber dennoch in den folgenden Zeilen mal der Versuch eine Einordnung des Ganzen.

Mai 28th, 2020
Einer der Vorteile den das Internet mit sich bringt, ist die Verbreitung von guter Musik bzw. muss der Musikkonsument nicht mehr die Mühen und das Geld aufbringen, um im Plattenladen seines Vertrauens, nach den neuesten Veröffentlichungen fündig zu werden. Wobei für wählerische Musiknerds, die Plattenläden oder Mailorder in ihrem Sortiment, oftmals gar nicht so gut ausgestattet sind, bzw. ist es fast schon unmöglich das ein Anbieter alles auf Lager hat, nach was es einen sehnt und so bestellt man oft viele einzelne Platten, bei verschiedenen Mailordern. Die überteuerten Vinylpreise tragen zu dieser Situation nicht unbedingt positiv bei und so ist es für mich nur verständlich, wenn immer mehr Leute ihre Musik aus dem Netz saugen.

Mai 27th, 2020
Das ganze Bild sehen!
Bei unserem Besuch in Cebu im Januar 2014, hatten wir das große Glück, eine Show von Struggle for Radical Action (SRA) beizuwohnen. SRA ist eine Konzertgruppe in Cebu, die leider immer seltener Konzerte in der philippinischen Millionenstadt organisiert. In dieser Gruppe ist u.a. die Sängerin von Thought, Gray Gonzales, aktiv. Gefühlt zwei Dutzend Bands sind damals aufgetreten und am Ende des Abends konnte ich nur den wenigsten Bandnamen noch einen Sound zuordnen (s. auch Trust #165). Hängen geblieben sind auf jeden Fall Tiger Pussy (s. Trust #170), Gardo und Thought! Während Tiger Pussy großartigen Riot Grrrl Punk spielen, spielen Gardo und Thought modernen Hardcore. Gardo gelten dazu als Begründer der Hardcore-Szene der Stadt in den 1990ern.
Als Kollektiv veröffentlicht SRA auch lokale Bands, zumeist auf CD bzw. CDr, so auch die Vorgängerband von Thought namens No! Deren CD โNo Means No!โ enthält zehn schnelle, kurze Hardcore-Songs, die selten über eine Minute Zeit in Anspruch nehmen.

Mai 27th, 2020
Zum ersten Mal von P.O.S gehört habe ich vor ein paar Jahren, als er bei uns im Hausprojekt im Keller gespielt hat. Heute ist es relativ alltäglich, dass Hip-Hop-Künstler_innen in Zeckenläden spielen. Damals war es hingegen noch ziemlich selten. Trotzdem passte Stefon Alexander alias P.O.S sehr gut in unseren Keller โ mal abgesehen davon, dass er deutlich größere Bühne verdient hätte und heutzutage oft auch bekommt. Seine Musik wich in erfrischender Weise von gängigen Hip-Hop-Standards ab, klang aber gleichzeitig deutlich mehr nach Rap als vieles, was sonst so unter dem Ausdruck Alternative Hip Hop zusammengefasst wurde. Später fand ich heraus, dass P.O.S einerseits Teil des Labels und Kollektivs Doomtree ist, andererseits aber auch bei Rhymesayers unter Vertrag steht, einem Label, das genau wie er und Doomtree aus Minneapolis im US-Bundesstaat Minnesota stammt und bei dem mit Athmosphere ein weiterer meiner Lieblings-Hip-Hop-Acts seine Platten veröffentlicht. Mein Interesse war geweckt und blieb auch über die kommenden Jahre hellwach. Vor ein paar Monaten dann war P.O.S mal wieder in Berlin, um dort ein paar Tage abzuhängen und ein Konzert zu spielen. Tags darauf trafen wir uns in einem Cafรฉ im Bergmannkiez und redeten über all das und noch ein wenig mehr.

Mai 27th, 2020
Brücken bauen! Bauabschnitt: Beijing Berlin / Bremen!
Interview mit Nevin Domer von Genjing Records und Fanzui Xiangfa
Wenn wir von alten Hochkulturen reden, sprechen wir in der Regel von antiken Griechenland oder dem römischen Reich. In Zentraleuropa vergessen wir meistens, dass als unsere Vorfahren sich noch mit Holzkeulen vor der Höhle auf die Omme gekloppt haben, in China schon 2.600 Jahre vor unserer Zeitrechnung Akupunktur Teil der chinesischen Medizin war. 1.000 Jahre vor Beginn unserer Zeitrechnung wurde der Kompass in China erfunden, die Chinesen selbst erkundeten in der Zeit schon die Meere. Noch wichtiger: um das Jahr 700 wurde die erste Zeitung in Beijing gedruckt. Ob sie die Fanzine-Qualität vom Trust hatte, ist leider nicht überliefert, zeigt aber, wer eigentlich den Buchdruck erfunden hat. Hätten die Anführer der Ming-Dynastie nicht um das Jahr 1500 entschieden, die Schifffahrt nahezu komplett einzustellen, wer weiß, wie sich die Geschichte entwickelt hätte.

Mai 25th, 2020
PHOENIX PUNK SPECIAL mit FEEDERZ – SLOPE RECORDS – EXTERMINATORS
In Phoenix / Arizona scheint es heiß herzugehen, was sich nicht nur an den aktuellen Rekordtemperaturen von bis zu 48 (!!) Grad niederschlägt, sondern auch in Sachen Punkrock, scheint derzeit in Phoenix ein zweiter Frühling auszubrechen. Zum einen vereinigte sich die Phoenix-Provo-Punklegende The FEEDERZ und veröffentlichten mit โWWhD? What Would Hitler Do?โ eine neue Single. Des weiterem leistet das Label SLOPE Records motivierte Geschichtsaufarbeitung, indem sie vorwiegend rare Punk oder Hardcoreperlen (sowie auch ein paar neuere Bands) aus der Region veröffentlichen.

Mai 25th, 2020
‚Ich will nicht werden, was mein Alter ist‘ โ Punk und D.I.Y. in Jyväskylä
Im Oktober 2015 habe ich Deutschland verlassen. Ein Jahr lang in Jyväskylä, einer mittelgroßen Stadt in der Mitte Finnlands. Als Berliner hieß das zunächst: dem Moloch entfliehen und das Ganze, zumindest vordergründig, eintauschen gegen Luft, Fels, Wald, Seen und โ wie sich bald herausstellen sollte: Schnee und Eis. Dazu gehörte aber auch Punk und D.I.Y., nur eben einmal fernab der üblichen Sprache, und das Kennenlernen anderer Menschen und Strukturen โ anderer Wege. Begleitet habe ich und haben mich dabei meine Freundin und unsere Tochter, die 2 ยฝ Monate nach unserer Ankunft dort im Dezember 2015 zur Welt gekommen ist.

Mai 25th, 2020
Jyväskylän Meininki: A Punk Documentary
Irgendwie ist das hier eine Fortsetzung meines Finnland-Berichts von vor wenigen Heften (Trust #180). ‚Irgendwie‘ deshalb, weil das hier kein Bericht, sondern ein Interview werden soll und sich meine Textanteile nach diesen einleitenden Worten hier auf ein paar Interviewfragen beschränken werden. Und wer wird interviewt? Um das etwas ins Bild zu setzen, hier mal eben die Kurzversion wie’s dazu kam:

Mai 20th, 2020
La Vase kommen aus Leipzig und machen Punk. Na ja, eigentlich kommen sie aus Südwestdeutschland und Frankreich und spielen so einen knackig-catchigen 77er Sound mit Garage-Kante, Post-Punk-Vibes und französischen Texten. Das diesjährige Debüt kam passenderweise auf einem Label namens Phantom Records raus. Verwirrend? Dann trägt folgendes Interview vielleicht zur Entwirrung bei.

Mai 20th, 2020
Walk the Plank kommen aus Washington, DC und waren Ende 2015 das erste Mal in Europa auf Tour. Das Abschlusskonzert fand am 5. 12. im Juze in Oettingen statt, was auch die Heimatstadt von Dashcoigne ist, mit denen sie zusammen die Deutschlanddates der Tour absolviert und eine Split auf 30 Kilo Fieber Records veröffentlicht haben. Das Gespräch mit ihnen drehte sich um die Tour, ihre Heimatstadt und einen Werbespot für Hornbach. Das Interview fand mit vier der fünf Bandmitglieder statt, da Alex gerade telefonisch beim Vater seiner Freundin um ihre Hand anhielt.

Mai 20th, 2020
Ich kann mich noch gut daran erinnern, als ich vor vielen Jahren mal bei Hannes in der Dresdner Johannstadt war, um mir eine bei ihm georderte Platte abzuholen. รberall standen Kartons voll von Platten, Shirts und Flyern, die Wände waren voller Poster und auf dem Plattenteller lag โThreesโ von Sparta. Hannes hatte eben sein eigenes Label ins Leben gerufen, welches auf den Namen Powertrip Records hört, und brachte Releases von Hardcore-Truppen wie Built On Trust, Light It Up, Feeding Time oder Straight Hate heraus. Auch meine damalige Band cllhn hatte das Glück, die erste EP über Powertrip an den Start zu bringen, und wir waren froh, dass Hannes eine Schnellkopierstation hatte, mit der er gleichzeitig acht Tapes überspielen konnte. Viele Jahre sind seitdem vergangen, cllhn ist längst Geschichte, wir wohnen beide nicht mehr in Dresden und haben uns nur noch sporadisch auf irgendwelchen Shows in Sachsen gesehen. Und auch wenn ansonsten kein Kontakt mehr zwischen uns bestand, so habe ich doch mit Freude sehen können, wie Powertrip Records kontinuierlich releaste und dabei vor allen Dingen echte Perlen im Roster hatte, die zu Recht auch über lokale Szenegrenzen hinweg ein größeres Publikum erreichten โ man denke an Wolf Down, Light It Up oder Coldburn.

Mai 18th, 2020
ROTS โ Tourtagebuch
I. Vierter November
Um die Wahrheit zu sagen, es begann nicht gut. Einige Auftritte wurden abgesagt. An anderen Abenden hatten wir noch keine Auftrittsmöglichkeiten aufgetan. Clubbesitzer wollten keine Band die eigene Rock- Songs in Englisch singt. Sie wollten Coverbands, die drei Stunden spielen wie vertraglich gebundene Leibeigene. Eben so, wie die meisten anderen Bands im Balkan es tun.ย Aber da waren noch andere Probleme.

Mai 18th, 2020
Am Freitag 14.05.2010 hatten wir die Kroaten von NULLA OSTA, die Slowenen ANAEROBA und die Schwaben (Schwobe-Säckel, haha) MURDER DISCO X bei uns zu Gast. Mico von Nulla Osta der Mitorganisator des Monte Paradiso Festivals in Pula/Kroatien ist, teilte uns mit, wir könnten dieses Jahr auf besagtem Open Air spielen. Ich brauche eigentlich nicht zu erwähnen, daß wir (alle um die 40 rumkrebselden alte Säcke ) uns freuten wie kleine Kinder, aber ich tue es trotzdem. Hah, unsere kleine Scheißband, endlich auf einem Open-Air. Das wir daß noch erleben dürfen. Das ganze soll bedeuten, die Vorfreude war riesig.

Mai 18th, 2020
Wels Music Unlimited
Höhepunkte kalifornischer Musikerzeugung
Es war mein drittes Music Unlimited โ und vieles sprach dafür, dass hier ein einsamer Höhepunkt meiner ganz persönlichen Konzertgeschichte stattfinden würde, eine Kulmination jahrelanger Beschäftigung mit verschiedenen Musizierweisen, die sich an eben nicht zuletzt einem Ort zu einem kaum entwirrbaren Knäuel verflochten und mich immer wieder überraschten, angefangen wohl mit โNothing Showโ von Idiot Flesh, die mich mit dem darauffolgenden Album โFancyโ auf das Vaccination-Label und damit weitere Exponenten der Oaklander Szene stieß, und von dort aus ging es immer weiter und hörte bis heute nicht auf. Umso mehr ein innerer Vorbeimarsch dann dieses Festival, bei dem sich Musiker und Publikum vermischen, weil die Musiker immer auch Fans sind, der Rahmen überschaubar genug, und sich 2007 sowieso alles schon aus der Nachbarschaft kannten, aber in so geballter Konzentration (so und so) daheim nur selten aufeinandertreffen. Und der kleine Stone mittendrin โ ich sag euch, das war was…

Mai 15th, 2020
In den letzten Jahren gab es mit METZ und STRANGE WILDS (beide auf Sub-Pop) wieder einen kleinen, wenn auch nur für Insider und Liebhaber erkennbaren Grunge-Boom zu verzeichnen. Der in seiner Größenordnung zwar in keinster Weise zu vergleichen ist mit den 90ern, doch dafür klingen die Bands des heutigen Datums, auch nicht mehr so überproduziert, glatt und für den Mainstream-Markt bestimmt, wie das damals in Folge der Millionseller-Erfolgen von Nirvana, Soundgarden oder Pearl Jam üblich war. Die neueren Bands, ziehen vielmehr ihr eigens Ding durch und finden auch Gefallen am Noise-Rock, oder an aktuellen, musikalischen Strömungen. Und auch bei den HATHORS, trifft Grunge auf Noise und wird gelegentlich umschlungen von melodischen und melancholischen Parts.

Mai 15th, 2020
Shanghai โ Ein Fest fürs Leben
Ernest Hemingway sagte 1950 zu einem Freund: โWenn du das Glück hattest, als junger Mensch in Paris zu leben, dann trägst du die Stadt für den Rest deines Lebens in dir, wohin du auch gehen magst, denn Paris ist ein Festโ. (Hemingway, Paris โ Ein Fest fürs Leben, rororo). Gleiches könnte ich über Shanghai, dem Paris des Ostens sagen, wo ich von 2006 bis 2011 lebte. Der wohl aufregendsten und spannendsten Stadt dieses Jahrzehnts. Kein Zeitungsartikel und kaum ein Fernsehbericht kommen damit aus, die Gegensätzlichkeit Chinas zu betonen. Tradition und Moderne, Ying und Yang, Armut und Reichtum, oft nur durch eine Straße getrennt. Nirgendwo trifft das so extrem zu, wie in Shanghai. Es stellt keinen Widerspruch dar, erst auf ein Punkrockkonzert ins YuYinTang zu gehen, danach in einer Jazz Bar einen Cocktail zu trinken und schließlich die Nacht zu den elektronischen Klängen eines europäischen Top DJs, über den Dächern der Stadt, ausklingen zu lassen. Vielmehr sieht so eher ein gewöhnlicher Ausgehabend aus.
