2010 ist ja schonmal ein Buch von dem Autor bei Editon Reuss erschienen, damals war der Autor bei den Kalinga auf den Philippinen. Diesmal geht die Reise des Kulturanthropologen in verschiedene Teile der Erde wo er uns unterschiedliche indigene Völker und deren Tattoos bzw. Narbenkunst (Skarifizierung) näherbringt. Die Aufmachung entspricht dem vom Verlag gewohnten hohen Standard (Grossformat 24,5 x 31,5 cm 400 Seiten mit über 420 Fotos und Abbildungen Hardcover mit Fadenheftung).
Boh, fast 500 Seiten und alles nur von einem Tätowierkünstler – dem 2011 verstorbenen Horikazu aus Tokyo/Asakusa. Der Fotograf Hladik hat den seit 40 Jahren aktiven Meister (horishi) jahrelang begeleitet und in diesem Prachtbildband das Lebenswerk des Tätowierers zusammengestellt. So sieht man nicht nur unglaublich beeindruckende Tattoos, sondern auch eine Serie ganzseitiger Abbildungen von Horikazu-Kunden, die sich offen und selbstbewusst mit Ihren Ganzkörpertätowierungen präsentieren – das ist deshalb ungewöhnlich, weil einige davon sicher der Yakuza angehören – immerhin hat Horikazu mindestens 50 Yakuza-Chefs Ganzkörpertätowierungen verpasst.
J. Rübcke, Kegelhofstr. 77, 20251 Hamburg, http://www.i-punkt-buch.de
Das hätte ein klasse Buch sein können, leider hat der Autor es durch seine übertriebene, detailverliebte Schreibe (der ein oder andere wird wissen was ich meine, da Arne Fiehl auch schon zu „Boardstein“ Zeiten eigentlich immer übertrieben hat) zu einem unlesbaren Schinken aufgeblasen, allein die sogenannte Einleitung umfasst über 20 Seiten (!) noch dazu in einer Schrift die man total scheisse lesen kann und im einspaltigen Blocksatz über fast die ganze Buchbreite – noch leserunfreundlicher geht es kaum. Der Kern des Buches ist immer noch interessant und auch wichtig, aber leider sieht man hier halt den Wald vor lauter Bäumen nicht.
Deutlich weniger Text wäre deutlich mehr gewesen. Von den 15 ausführlich interviewten und vorgestellten Skatern hätte es bei 70% ein kurz gehaltener „Steckbrief“ auch getan. Weil, letztendlich haben die ja alle fast nichts zu sagen – und das wird immer wieder wiederholt. Das ist wirlich nur für Leute zu lesen die einen direkten Bezug zu denen haben und selbst denen fällt es mit Sicherheit schwer. Sorry, aber das musste mal gesagt sein. Viel besser wäre es gewesen Fiehl hätte sich viel kürzer gefasst und man hätte einigen der klasse Fotos mehr Platz eingeräumt – damit man sehen kann wie die Leute geskatet sind.
Ab sofort ist das TRUST # 158 erhältlich, bei Deinem Lieblingsplattenladen oder Mailorder sowie im gutsortierten Bahnhofsbuchhandel.
Der Inhalt diesmal: Interviews mit: Unartig, Brutal Verschimmelt, White Lung, Itchy Poopzkids sowie ein Photo/Art special zum Thema Kutten!
Wie gewohnt gibts natürlich ehrliche Reviews von Platten, Zines und Büchern sowie ausgesuchte Tour/Gigtermine, geile Konzertfotos und oberschlaue Kolumnen – das Ganze als graphisches Gesamtkunstwerk.
A quote on the cover says „John Robb is supremely qualified to talk about punk rock“, if that is the case, why did he then interview over 150 people for these + 550 pages of „oral history“? This is clearly a b/j book. You dont know what that is, lemme tell you, it is a book that only can be read at the beach or in jail, because you need alot of time that you can not spend otherwise and that is alot of times the case on the beach and most of the time in jail, since there is nothing better to do (lucky me, I was at the beach, not in jail!). Said that, you can imagine that I’m not a big fan of this monster. For obvious reasons: it is way too much text, which would not be a problem, would it be interesting what these people have to say, but in most cases it is not.
Buchtitel wie Untertitel sind irreführend, weil es das eine nicht gibt und es in Wahrheit nicht darum geht sich in Form zu trinken, sondern in Form zu trainieren. Aber egal. Um es kurz zu machen, das Buch hätte auch viel schlimmer sein können…. so berichtet halt ein x-beliebiges möchtegern Rock’N’Roll-Arschloch (so bezeichnet er sich selber) in der entsprechend „verfickten“ Sprache auf über 250 Seiten von seinem Leben, wie er 10 Jahre stumpf gesoffen, geraucht, gefeiert und gefressen hat und dabei immer fetter wurde.
Das Buch erschien 2011 im englischen Original (Hell to pay – Hells Angels vs. the million-dollar rat). Es geht darum das die kanadische Polizei einen Mann findet der „undercover“ bei den East-End-Hells-Angels Informationen besorgen soll. V-Mann trifft es wohl besser, da der Spitzel kein Beamter ist, sondern sich auf einen Deal mit dem Staat einlässt, damit er einer Bestrafung entgeht. Wie das eben meist so ist.
Das könnte alles ganz spannend sein, ist aber leider total langweilig weil Seiten über Seiten basierend auf den Überwachungsprotokollen des verwanzten V-Manns oftmals wortwörtlich, minutiös mit Text gefüllt werden, das ist echt nicht gut gemacht – obwohl der Autor Gerichtsreporter ist. Klar, man erfährt das einige der Hells Angels aus Vancouver, bzw. Leute aus ihrem Umfeld mit illegalen Drogen handeln, Waffen besitzen, usw. aber das auf vielen Seiten in Details ausgewalzt…
Bloss Banner oder Notwendigkeit? Record Labels, gerade im Punk, waren schon immer grosser Bestandteil der Szene. Gerade die ganz kleinen, die mit viel Liebe. DIY wurde da in den meisten Fällen gross geschrieben, selten kommerzieller Erfolg. Auch heute ist das so – und das mit einem erfreulichen hohen Anteil. Es gibt in Leipzig das junge Hardcore-Label Blackheart Inc., welches nach wie vor liebevoll junge Hardcore-Bands pusht und nun eben auch This Charming Man Records aus Münster, welches nach und nach mehr in Erscheinung tritt.
„We want to touch more senses than just the ears and the eyes. Just make it a total body experience“
Kylesa starteten 2001 als Nachfolgeband von Damad als Crustband mit leichtem Metaleinschlag. Auch durch den relativen Bekanntheitsgrad der Vorgängerband konnten sie sich schnell einen gewissen Ruf erspielen. Die Pushead-Artworks auf den frühen Platten haben dabei sicher auch nicht geschadet. In den folgenden zehn Jahren gab es mindestens so viele Tonträger wie Besetzungswechsel – und das waren nicht wenige.
Dieses Interview mit John Stabb, Sänger einer der besten Bands der 80er, eben Government Issue (GI), die hier und da sporadisch wieder auftreten in den letzten Jahren, ist als Nachschlag zu unserem Dischord-Special in der # 149 zu verstehen. GI haben unglaublich viele gute Platten gemacht, und ihre Entwicklung von kurzen Knallern zu episch-emo-esken-amerikanischen Gitarrenpunkrock ist eine sehr interessante, hört euch die Scheiben noch mal, „Boycott Stabb“, „The Fun Just Never Ends“ und dann die „You“ und „Crash“.
Die Band ist eine der HC-Punk-Pionier-Bands der ersten Stunde aus der amerikanischen Hauptstadt und war auch mal in Europa zu Gast (vgl. den Tourbericht in Trust # 3 von November 1986, ja, jetzt müsste man einer der gewesen sein, der das Buch vor zwei Jahren gekauft hat, he). Sie gelten einerseits als „Dischord Band“, andererseits haben sie eben auch auf circa 200 anderen Labels noch veröffentlicht.
Das Personal dieser Band wechselte oft und grosse Namen kamen und gingen wie Brian Baker oder Tom Lyle von Minor Threat. Hier mal die unglaubliche Setliste von dem Auftritt in Washington DC (WDC) vor zwei Jahren: “Teenager in a Box / Strange Wine / Fun and Games / Written Word / Hear the Scream / Party Line / Broken Mirror / Hall of Fame1+2 / Jaded Eyes / Say Something / Blending In / Understand / Caring Line/ Plain to See / 4-Wall Hermit / Don’t Bother Me (Bad Brains) / Organized Sports (Void) / It Begins Now / Asshole / Where You Live / They Know / Puppet / Familiar/ Beyond / Man in a Trap / Forever / Wishing / Public Stage / Hour of One / Time To Escape… Zugaben: Sheer Terror / GI / Vanity Fair / Fashonite / These Boots are Made for Walking”. Den G.I. Song “Time to escape” coverten jüngst übrigens die Hot Snakes. Und ich vermute mal, dass PARTY LINE D.C. sich nach dem GI Song benannten.
An einem bitterkalten Herbstabend treffe ich drei Viertel der mehr oder weniger Newcomer Conmoto. Wer sie noch nicht kennt, sollte sich dran wagen. Die Suche nach einem stillen Plätzchen für ein Interview gestaltet sich als schwierig, aber wir finden Platz in dem Hardcore Auto schlechtin. Einem VW.
Man erschrickt glatt beim Schreiben: Es wird so zwischen zwanzig und 25 Jahren her sein, dass ich die Meat Puppets zum ersten und bis vor relativ kurzem auch zum letzten Mal sah, damals im Vera zu Groningen, was zugleich ursächlich damit zusammenhängt, dass meine Erinnerungen an jenes Konzert „under the influence“ lediglich schemenhaft sind.
Dag Nasty playing live at the Salad Days Party in Washington DC at the Black Cat on December 28, 2012.
Songs:
Can I Say
Under Your Influence
I’ve heard
Thin Line
Circles
Another Wrong
What Now
One To Two
Justification
Pressure’s On (Red C Cover)
Never Go Back
daghouse.com/
For more (((unartig))) recordings please visit unartignyc.com/recordings/
Ab sofort ist das TRUST # 157 erhältlich, bei Deinem Lieblingsplattenladen oder Mailorder sowie im gutsortierten Bahnhofsbuchhandel.
Der Inhalt diesmal:
Interviews mit: Swing Kids, Istukas Over Disneyland, Schwarwel sowie ein Interview mit dem Autor Michael Schulze von Glasser zum Thema „Nachwuchswerbung der Bundeswehr“, sowie ein fettes Vinyl Spezial!!!
Wie gewohnt gibts natürlich ehrliche Reviews von Platten, Zines und Büchern sowie ausgesuchte Tour/Gigtermine, geile Konzertfotos und oberschlaue Kolumnen – das Ganze als graphisches Gesamtkunstwerk.
Wenn der erste grobe Fehler gleich am Anfang des Buches gemacht wird, nämlich zu sagen das „gedecktes“ Geld besser ist/war als „ungedecktes“ (auch bekannt als FIAT-Geld), weil man mal eben so behauptet das Gold, tatsächlich einen „wahren Wert“ hat, dann kann man als potentieller Leser schonmal abgeschreckt werden. Sollte man aber nicht, denn die Autoren haben ansonsten zu grossen Teilen mit dem was sie da schreiben bzw. dokumentieren dann schon recht.
Wirklich „neues“ erfährt man nicht, aber man bekommt eine präzise Ablauffolge der Finanzkrise, wann, wie und warum sie entstanden ist, gespickt mit massigst Fakten aus der Finanzwelt. Es wird erstmal erklärt was Geld eigentlich ist, wie es entsteht und wie Banken Geld erzeugen. Man wird in den beinah fünfzig Kapiteln mit Informationen gefüttert welche, spätestens jetzt, bei jedem dazu führen muss zu erkennen das die Banken und die Finanzwirtschaft nichts anderes ist als organisierte Kriminalität.
Stresst dich dein Sozi im Juz ab weil du immer wieder Bier mit ins Haus bringst obwohl das eigentlich verboten ist? Dann solltest du ihn mal dazu bringen dieses Buch zu lesen. Es geht hier in erster Linie um eine Abkehr vom Ziel der reinen Alkoholabstinenz hin zu verantwortungsbewussten Umgang mit Alkohol, bzw. wenn das mit dem verantwortungsbewusstem saufen nicht mehr klappt dann eben zumindest um Schadenminimierung. Das ist in der Leitidee der Wiener Alkoholsuchtprävention ganz gut zusammengefasst: “ …problematischen Alkohlkonsum zu reduzieren, wodurch individuelles Leid sowie gesundheitliche und soziale Probleme reduziert bzw. minimiert werden. Ziel ist der kultursensitive und sozial verträgliche Alkohlkonsum, nämlich Alkohlkonsum der in kulturellen und sozialen Normen eingebettet ist.
Ok, you have heard about Skatepunk, but Skaterock? Yes, it is out there and has been for a very long time. In this unique 192 page book which comes in the 7″ format, the author, Flow Hofmeister, explains what exactly Skaterock is, gives you an overview on the history of Skaterock and how to use the book. In it you find hundreds of reviews of Skaterock records and over 350 coloured scans of recordcovers and labels. Some of the motives are hilarious, others simply great.
The Red Can Company, Kirchenstr. 26, 81675 München, www.red-can.com
Hier handelt es sich um eine überarbeitete 2. Auflage des bereits 2010 erschienen Buchs, welches in Trust # 148 bereits besprochen wurde, deshalb im Anschluss nochmal der leicht überarbeitete Text. Ausser ein paar neuen Postern und Grafiken und dem ein oder anderen Künstlern hat sich nichts geändert. überarbeitet eben und das nach wie vor zu einem günstigen Preis!
Sehr geil, Arbeiten und Portraits von u.a. Senor Burns, Fritte, Slowboy, Grace Helly, Red Can Records, Antipesto Graphics, Der Arbeit – (insgesamt über 20 Künstlerportraits/Arbeiten) das hier ist der – überarbeitete – Katalog anlässlich einer Ausstellung im Feierwerk/Farbenladen die im Mai 2012 stattfand. Zu sehen gibt es einen überblick über die Strömungen in der Siebdruck Kunst weltweit.
Handarbeit von Andrea in Top(f)qualität, Topflappen mit dem Trust-Logo,
für den Verkauf stehen nur 5 Paar (!!!) zur Verfügung, ein paar
Topflappen (2 Stück) kostet 12.- Euro + Porto, das Geld geht direkt ans
Trust, hat Andrea gespendet (danke!!!!).
First come first serve
Ab sofort ist das TRUST # 156 erhältlich, bei Deinem Lieblingsplattenladen oder Mailorder sowie im gutsortierten Bahnhofsbuchhandel.
Der Inhalt diesmal:
Interviews mit: Lag Wagon, Grant Hart, Total Control, Wild Flag, Heimatglück sowie Get Happy Records
Wie gewohnt gibts natürlich ehrliche Reviews von Platten, Zines und Büchern sowie ausgesuchte Tour/Gigtermine, geile Konzertfotos und oberschlaue Kolumnen – das Ganze als graphisches Gesamtkunstwerk.
Averse Publishing, Schlesische Str. 26, 10997 Berlin, www.averse-publishing.com
Hier handelt es sich um einen kurzweiligen Reisebericht aus Nordkorea von Joerg Nicolaus. Das Taschenbuch (17 x 12,8 x 0,8 cm) umfasst 62 Seiten mit 13 Geschichten aus dem abgeschlossenen Land. Entsprechend „limitiert“ sind die Einblicke, dennoch schafft es der Autor mit der Kombination aus Bild und Text seine Reiserlebnise an den Leser zu bringen. Der fotographische Focus ist interessant, da auf fast allen Fotos Nordkoreaner zu sehen sind, aber nicht nur, sondern immer mit Gebäuden oder eben in Alltagssituationen.
Das besondere an dem Buch sind die 13 heraustrennbaren Postkarten (mit Fotos), die fester Bestandteil des Buches bleiben wenn man sie nicht rausnehmen will. Somit ist das Buch auch ein schönes Geschenk/Mitbringsel. Leider hat die politische Führung in dem Land völlig einen an der Waffel und gehört sofort abgesetzt. 8,95 Euro (dolf)