DUESENJAEGER (#97, 12-2002)
Duesenjaeger konnte ich auf der letzten Tour von meiner Band kennenlernen und die Jungs haben mir dermassen gut gefallen, dass ich mir gedacht habe die müssen mal ins Trust.ย 
Duesenjaeger konnte ich auf der letzten Tour von meiner Band kennenlernen und die Jungs haben mir dermassen gut gefallen, dass ich mir gedacht habe die müssen mal ins Trust.ย 
Durango 95 dürfte eigentlich jedem bekannt sein, der in dem letzten halben Jahr ein Hardcore Konzert besucht hat. Mit ihrem mit-reissenden und schnörkellosen Punkrock konn-ten sie bisher viele begeistern.Vor kurzem haben sie ihren ersten Longplayer veröffentlicht auf Bushido Records mit dem unmissverständli-chen Titel „DESTROY, FUCK YOU !!!!“ 
Eine Band zu interviewen, die kurz nach dem Gespräch Pearl Jam auf ihrer Europatour supporten, aber hier eigentlich nur wenigen bekannt sind, ist schon eine recht ungewöhnliche Angelegenheit, so wie the Dismemberment Plan insgesamt eine recht ungewöhnliche Band sind. Waren sie bis zum letzten Jahr noch auf einem Major Label und wurden von ihm in den USA gedroppt, um kurz darauf ihr hochgelobtes Album โEmergency and Iโ herauszubringen und mit Pearl Jam in Europa zu touren. 
Dillinger 4 aus Minneapolis sollten ja eigentlich jedem, der auch nur leises Interesse an energetischem, ungebügeltem Punkrock hat, spätestens seit ihrer letzten Veröffentlichung „Versus God` (Hopeless) bekannt sein. 
Laut einem Gespräch, dass ein Kumpel mit der T-Shirt-Verkäuferin von den Descendents in Nürnberg hatte, haben einige der Zuschauer in Hamburg geweint, so glücklich waren sie, diese Band live sehen zu dürfen. Ich weiss nicht, ob da irgendwas dran ist, aber die Geschichte gefällt mir, weil es hier nicht um ein Interview mit Band XYZ geht, sondern um die Erfinder dessen, was man Melodycore nennt. 
eines schönen montags erhielt das bunte haus das angebot, in celle ein konzert für DAS KLOWN zu veranstalten. problem war nur, dass das konzert schon den darauf folgenden sonntag sein sollte und es sowohl mit der beflyerung der veranstaltung sowie der pa beschaffung reichlich eng wurde… 
DACKELBLUT, die Band des Sängers der legendären ANGESCHIssEN, deren begehrten alten Platten neuerdings in einer herrlich aufgemachten Neuveröffentlichung die Plattenläden schmücken. Jens Rachut, hat mittlerweile einen eigenen Platz für sich an der Spitze des deutschen Punkgeschehens. So zynisch wie der Name der Band, so wirr wie tiefgründig erscheinen die Texte der Hamburger. 
Wer kennt sie nicht, diese netten Nerds von Nebenan von denen spiessige Menschen immer behaupten aus denen wird doch doch später nie wirklich was. Genauso ist es auch mit den vier Jungs von Dean Dirg. Allerdings scheissen die den oben genannten Menschen mit ihrem neuesten Album direkt ins Gesicht und stellen erstmal klar wo der Hammer hängt. 
Eine echte „wall of noise“ ist das, was da von der Bühne kommt. Mit HipHop, so scheint es für einen Moment, hat das wenig zu tun – mit Industrial, das wohl eher. Das Publikum besteht aber trotzdem zur Hälfte aus HipHoppern, den Rest machen Krach-Fans aus. Auch ein verlorener Krautrocker mit langem Haaren und in Siebziger-Jahre-Klamotten ist irgendwo zu sehen. Dälek ziehen schon eine zwar kleine, aber bunte Mischung an. 
we are youngโฆso we screamโฆjust to feel alive
In Ungarn rockt es mächtig! DAWNCORE sind für mich persönlich eine DER Entdeckungen des Jahres! Die Budapester haben einfach Klasse und ihr metallisch verspielter und stark break-geprägter Stil bläst einfach alles weg. Als Orientierung möchte ich ausschlielich BOTCH nennen, denn die Ungarn fahren eine ähnlich noisig-brachiale Schiene; vielleicht aber noch eine Spur schneller. Das Quintett tourte bereits mit DRAGBODY und INDECISION; war mir zuvor aber nie zu Gehör gekommen.
„Fans Will Shit Their Pants“ oder Wege aus dem staendigen Harndrang
„I was watching the Denver-Oakland football game on TV last night when it was interrupted by a „BREAKING NEWS“ bulletin from the FBI about unknow terrorists who were planning to destroy major targets all over the United States, perhaps within 24 hours. The FBI had learned this from trustworthy sources, the unseen voice explained. The American people were advised to be totally vigilant and ready to be evacuated at any moment . 
Das Trust ist ja bekannterweise ein Fanzine. Also ein Medium, in dem man als Fan über seine musi-kalischen Lieblinge berichtet. Die Cramps hatten in meinem Herzen schon immer ein festes, eigenes Plätzchen, und so konnte ich die Möglichkeit, mit ihnen in Düsseldorf zu sprechen, einfach nicht verstreichen lassen. 
Das erste mal mit CCH in kontakt gekommen bin ich, als ich ihre selbstbetitelte MCD zum besprechen bekommen hab. Damals noch schwer power-violence lastig, haben die fünf einen bleibenden (guten) eindruck hinterlassen.
Dass die typen aus Karlsruhe auch noch ultra nett sind, war ein grund mehr, sich mal interview technisch mit der band zu befassen. Aus diversen gründen, sollte es noch eine ganze weile dauern, bis das kind in trockenen tüchern war…
Wenn alles Neue so schlecht ist…. gräbt man ein wenig in der Vergangenheit herum. Und in diesem Falle nicht allzu tief. Als vor einigen Jahren das erste Common Rider Album, „The classics of love“, auf Panic Button erschien, kaufte ich es mir, da Bandchef Jesse Michaels eben früher Sänger von Operation Ivy war und diese Platte im Katalog mit just jener Detailinformation versehen war. 
Wäre ich ein Kerl, hätte ich bei jedem CHUNG Konzert dicke Eier. So aber bekommen ich mit wundervoller Regelmässigkeit heisse Ohren verpasst… CHUNG könnten ihre Musik statt Kung Fu Rawk oder Spazzwave einfach auch nur Tsunami nennen.
Denn wenn sie rocken, bewegt das den Meeresboden und die Welle rollt an. CHUNG, das sind Nick Neumann mit Gesang und Gitarre, Till Ganzkopf bearbeitet das Keyboard, Jens Ahlers ackert an den Drums, Tim Shapland bedient den Bass.
Und ihr habt sie doch auch alle schon immer ganz lieb gehabt, oder? Und ihr kanntet die Band doch auch schon immer. Oder? So wie die Online-Ausgabe des Spiegels, der Anfang Oktober einen Artikel über besagte Band brachte. Und ihr habt mit Joey Burns, seines Zeichens Kopf von Calexico, doch sicher früher auch schon ein paar Bierchen gezischt. Oder? Als sie noch Geheimtipp waren. Oder? 
…And You Will Know Us By The Trail Of Dead
„Madonna“ ist ein unglaubliches Album. Mit einer Intensität sondergleichen fuhrwerken die vier Texaner mit dem umständlichen Namen auf ihrer zweiten Platte durch ihre Songs, in denen sich finden liess, was Indie-Rock immer zu einer unverzichtbaren Sache machte: Energie, Aufspringen, Schreien, Schmerz, Schönheit. Erinnerungen an Sonic Youth, Dinosaur jr., Hüsker Dü, Squirrel Bait, die Einflüsse hier aber zu etwas eigenem verbunden. Keine musikalische Revolution, gewiss. 
Tja, was für eine undankbare Aufgabe – ein Interview mit J. Robbins von Burning Airlines ist schon ein wenig kompliziert. Hat man hier doch sozusagen einen der elder statesmen des Emocore vor sich, ohne dessen Einfluss die heutige Szene so überhaupt nicht denkbar wäre.ย 
So bedeutungsschwanger das 2000er Jahr auch überstrapaziert worden ist, musikalisch hat sich eigentlich enttäuschend wenig bewegend Neues ergeben. 
BOY SETS FIRE
joshua charles latshaw, 22.06.72; gitarre, carpenter
nathaniel michael gray, 15.06.72; gesang, historic restoration
matthew jorin krupanski, 09.11.77; drums, CEO boy sets fire inc.
charles william istvan, 16.09.74; gitarre, gesang, cabinet maker
darrell louis hyde, 03.10.77; bass, gesang, webmaster
boy sets fire. eine band, deren musik für mich zum besten zählt was 98 aus amerika zu uns herüber schwappte. sehr viel gefühl, sehr viel druck, sehr viel power. schlicht und einfach sehr viel GUT. eine kategorisierung möchte ich mir und euch ersparen. 
Das seltene Glück, dass eine CD ins Haus kommt, die dich über Tage hinweg nicht loslässt, die auch nach dauerhaftem Hören nichts von ihrer Spannung verliert. ‚Upstanding And Indigent‘ ist so eine CD. Deren Label Dogfingers Recordings hatte offensichtlich einfach mal so eine CD des Trios Boxcar Satan ans Trust geschickt, ohne überhaupt in Europa einen Vertrieb zu haben. Die Band ist nichtmal über die einschlägigen grossen Mailorder hierzulande zu bekommen. Glücklicherweise steht der Dollar zurzeit recht günstig und lässt einen Einkauf in den USA zu. 
TUNE IN – TURN ON – HIT THE BONG!!!
Mal ehrlich: Eine Band, die eine Zeile wie „load bongs, not guns“ ersonnen, verdient doch gerade in Zeiten wie diesen unsere Sympathie. Ihr Album ‚Stash‘, bereits im letzten Heft gelobt, lässt allerdings keinen Zweifel daran, dass diese Leute aus Madison, WI es ernst meinen. In ‚P.O.W.‘ singen sie beispielsweise von einem Typen, der hinter Gittern sitzt und sehnlichst darauf wartet, wieder kiffen zu können.ย 
Interview mit Carsten Johannisbauer über das Blurr Fanzine, die Brause in Duesselforf und auch über den Oiro
Carsten Johannisbauer (Anm: nein, nicht Johannisbeere, wie mir die Rechtschreibehilfe anzeigt) aus Düsseldorf gibt seit mehr als 10 Jahren das Blurr Fanzine (oder wie es jetzt heisst, das Blurr Mag) heraus, ist Aktivist in dem Kunstverein Metzgerei Schnitzel, in der unkommerziellen Undergoundfilmgruppe Cellulid Suckers, spielt bei der Band Oiro und hat jahrelang in der Konzertgruppe des Geschwister-Scholl-Hauses in Neuss Konzerte veranstaltet. 
Dann eben doch nicht der Grunge von heute: BLACKMAIL
Da kennt man sich gar nicht und trifft trotzdem gleich per Ferndiagnose den wunden Punkt. (Nicht nur) ich hatte da was von Grunge erzählt, und dann soll das gleich eine Beleidigung sein!
***
BIG LAZY SOUNDTRACKS ZUM MUESSIGGANG
„Jeder ist ein Freund, bis die Miete faellig ist.“ (Robert DeNiro)
Vom Erkerfenster im ersten Stock des von einem Hindu und seiner Frau operierten „Norma-Hotel“ auf der Mission Street, Ecke 23rd aehnelt das Strassenleben bei Nacht dem sinnlos anmutenden Kreisverkehr von Ameisen, die versucht sind etwas, und sei es nur der Bruchteil einer Beutemenge, eines Blutzolles oder eines Stuecks gestohlenen Herzens davonzutragen. 