Wer immer noch denkt, dass Bands aus Australien entweder wie Radio Birdman oder wie AC/DC klingen, der hat die letzten Jahre entweder hinterm Mond verbracht oder eine der spannendsten Entwicklungen in Sachen Punk verpennt, denn in Australien schiessen momentan grossartige Bands wie Pilze aus dem Boden.
„Would you stop worrying about the punks? They’re just a bunch of kids with growing pains, and they’ll probably be doctors and lawyers someday.“
Interview mit LAGWAGON
Lagwagon muss man nicht vorstellen. Ebenso wenig den Hinweis inkludieren, von welchem Song das Intro-Zitat in der Überschrift stammt. Wohl eher müsste man sich dahingehend positionieren, warum man die Band für so wichtig hält, dass sie hier im Trust auftauchen. Ahhh, die 90er… Melody-Punk, Millencolin, Green Day, Offspring, Rancid. MTV. Nirvana. Hamburger Schule. Rap. Rage against the machine. Fanzines. Briefe. Und natürlich Lagwagon.
„ Grant Hart, der Mann, um den man sich Sorgen macht“
Nicht „Wie war es?“ oder „Was hat er gespielt?“ waren die ersten Fragen von Freunden, als ich erzählte, dass ich Ende 2011 auf einem Grant Hart Konzert in Frankfurt war. Stattdessen: „Wie sah er aus?“ und „War er gesund?“ Man macht sich Sorgen um Grant Hart, wie um einen guten Freund, der auf die schiefe Bahn geraten ist. Für nicht wenige hat er den „Soundtrack to our Lives“ mitgeschrieben. Mit Hüsker Dü, die einst die „beste Band der Welt“ waren, Nova Mob und Solo, ihr wisst Bescheid. Verliebt mit „Keep hanging on“ auf dem Walkman, grossartig!
Unglücklich verliebt mit „Diane“, auch grossartig! Hymnen am Fliessband mit Hüsker Dü. Drei Meilensteine mal eben in zwei Jahren der Welt geschenkt, „Zen Arcarde“, „New Day Rising“, „Flip your wig“, in unzähligen „Die-besten-50-100-1000-Alben-aller-Zeiten-hör-sie-bevor-du-stirbst“-Listen gefeiert und verewigt und das natürlich völlig zu recht. Später dann Solo und mit Nova Mob Perlen wie „2541“, „Evergreen memorial drive“ oder „Admiral of the sea“, um mal ein paar meiner Favoriten aufzuzählen. Überhaupt schüttelt Grant Hart bis heute zu Herzen gehende Pop-Songs locker aus dem Ärmel. Nachzuprüfen auf den letzten Alben „Hot Wax“ veröffentlicht in 2009 oder auf „Oeuvrevue“, einer Werkschau auf Hazelwood aus 2010.
Riemann Verlag, Neumarkter Str. 28, 81673 München, http://www.randomhouse.de/riemann
Das hier ist ein klasse Buch (englischer Titel: Meme Wars: The Creative Destruction of Neoclassical Economics), auch wenn im Prinzip nichts „neues“ drinsteht, aber das macht nichts, denn solange es keinen Wandel in dem völlig aus dem Ruder laufenden Wirtschaftssystem, der Politk und damit einhergehend natürlich auch der Gesellschaft gibt, solange muss man eben immer wieder das gleiche kommunizieren. Nämlich das Wachstum nicht unendlich sein kann und somit nicht per se gut ist. Das die neoklassische Ökonomie nicht nur verhereende Auswirkungen hatte und hat, sondern sogar wissenschaftlich falsch ist und noch dazu gefährlich (und dennoch wird sie überall gelehrt, auch an den Elite Unis der Usa und dann ratet mal wohin diese Wirtschaftsstudenten dann völlig falsch gepolt hingehen… genau zu JP Morgan, Goldman Sachs, usw.).
So, hier also „mal wieder“ ein chronologischer Überblick der Geschichte des Punk, diesmal allerdings nicht so staubtrocken wie das sonst oft der Fall war, sondern reich illustriert mit über 900 (!) Abbildungen. Aber keine Sorge, es ist kein Bildband, Text, in teilweise mehr als ausreichender Menge, ist auch vorhanden. Auf 224 Seiten im Format 28 x 25 x 2,4, gebunden Hardcover, geht es nach einer Einleitung los mit – genau – Proto-Punk und dann geht es eben wie erwartet weiter mit: Punk Explosion, New Wave & Post-Punk, DIY Punk, Punk International, Anarcho Punk, Oi! & Hardcore bis in die Gegenwart – Punk ist nicht tot.
Die einzelnen Kapitel sind wiederum in Unterkapitel unterteilt und für meinen Geschmack gibt es natürlich viel zu viel Info im ersten Teil des Buches. Spannender wird es dann in der zweiten Hälfte, wobei es nicht wirklich nachvollziehbar ist wie man „Anarcho Punk, Oi & Hardcore“ in ein Kapitel packen kann…. es muss wohl der Chronologie geschuldet sein. Wie dem auch sei, alles in allem ein super Buch, welches grade für Neueinsteiger unverzichtbar ist, weil da eben viel drinsteht und man auch einen guten Eindruck über die Illustrationen vermittelt bekommt. Was aber überhaupt nicht bedeutet das dies nur für „Anfänger“ taugt, ganz falsch es ist auch ein klasse Buch für Leute die das – oder zumindest Teile davon – selbst miterlebt haben, weil man eben an die eigene Vergangenheit erinnert wird und vieles wiedererkennt.
Auf knapp 200 Seiten über 200 Rezepte, der Unterschied zu den vier vorausgegangenen Kochbüchern ist zum einen das diesmal alle Rezepte vegan sind und in der Mehrzahl, zumindest gefühlt, von den Autoren selbst stammen und ausserdem sind die Illustrationen nicht mehr von Ole sondern von Rautie… Ansonsten wie immer verständlich erklärt, auch diesmal mit ein paar farbigen Abbildungen.
Das Buch ist wieder unterteilt in mehrere Abschnitte: “Salate, Suppen, Snacks, Hauptgerichte, Nachgebautes, Aufstriche, Süsses“. Die Einleitung „Vegan – wie und warum“ führt nochmal ans Thema ran bzw. vertieft es und ist zum Glück nicht dogmatisch. Auch gelungen das „Einmaleins der veganen Ernährung“ von Dr. Markus Keller, alles nicht neu, gehört aber in so ein Buch. Wie immer leicht nachkochbar. Nicht unerwähnt sollte bleiben das jedes Rezept mit einem Tipp zum Koch-Soundtrack aufwartet. Ab in die Küche! 9,90 Euro (dolf)
Ecw Press, 2130 Queen Street East, Suite 200, Toronto, Ontario, M4EIE2, Canada, www.ecwpress.com
The „Camera Club“ is not a venue in Toronto but a club the author Don Pyle joined as a student in highschool in order to learn to take photographs and develop film. He also sneaked into clubs like the El Mocombo and the Horseshoe Tavern to see the very first live punk bands. Good thing most of the time he had his camera with him to document the birth of the Toronto punk scene. Only because I read „Treat Me Like Dirt“ a oral history book about the Toronto Punk scene by Liz Worth I was familiar with most of the bands featured in the book – at least their names.
Hier nun das zweite Büchlein aus der Schaffensperiode 2011/2012, auch hier präsentiert er das beste aus seiner täglichen Ereigniskarikatur (die nach wie vor in verschiedenen Publikationen gedruckt wird, leider u.a. auch immer noch in christlichen Blättern….). Diesmal sind die Schlagzeilen/Meldungen passend zu seinen Karikaturen mitabgedruckt, das ist eine gute Idee.
Tageskarikatur ist nicht einfach, wird von Schwarvel aber konsequent kritisch und meist auch humorvoll durchgezogen, die Welt ist ja verrückt genug das ihm der Stoff so schnell nicht ausgehen wird – und so ist das Buch nie langweilig… Auch diesmal fast 100 Seiten (A5 s/w mit Farbcover, broschiert). 12,90 Euro (dolf)
Ab sofort ist das TRUST # 160 erhältlich, bei Deinem Lieblingsplattenladen oder Mailorder sowie im gutsortierten Bahnhofsbuchhandel.
Der Inhalt diesmal: Interviews mit: Finistere, Ian Svenonius, Prank Rec., Schizophasia und Streak Rec. sowie nochmal einen Nachschlag in Sachen Vinyl Special.
Wie gewohnt gibts natürlich ehrliche Reviews von Platten, Zines und Büchern sowie ausgesuchte Tour/Gigtermine, geile Konzertfotos und oberschlaue Kolumnen – das Ganze als graphisches Gesamtkunstwerk.
Du kennst Lady Bitch Ray noch gar nicht? Hier lernst du sie kennen, Frau Dr. Phil. Reyhan Sahin kommt eigentlich aus der Hip Hop Szene und ist dort auch als Rapperin aktiv. Aber bleiben wir bei ihrem Buch. Im Prinzip handelt es sich hier um ein „Aufklärungs-Buch“ das sehr Pro-Sex ist und über die standard-sexuelle Aufklärung hinausgeht. Es werden auch noch massig Tips für das Leben allgemein, für Beziehungen, den Umgang mit Eltern und Freunden in den unterschiedlichen Communitys, Gesundheit, uvm. gegeben.
Carpetbombing Culture, 42 Swinburn Road, Darlington, Co Durham DL37TD, UK
www.carpetbombingculture.co.uk /Gingko Press, Hamburger Str. 180, 22083 Hamburg, www.gingkopress.com
I like this book, even thou I can not tell you if there is many „new“ art of Banksy in here, I’m not an expert but I do recognise alot of the motives. Anyway, it is definitly a book for Banksy starters or lovers. What makes this book special is the way the authors write it. They do know alot about the artist, so it could be they even know him or work with him, but it could also mean they have no fucking clue if Banksy is just one person or meanwhile a group of people. Who knows and honestly, who cares. I found it again interesting and entertaining to read about this guy from Bristol, look at his great art and smile when I see his great ideas.
Banksy is not only art, but also a form of politcal protest and the man knows how to combine both. The authors did a good job on the writing part, plenty of „Banecdotes“ that come along with the over 200 illustrations on +200 pages. Nicely layoutet it comes in hardcover – eye pleasure for sure. Ok, I admit it, I like Banksy, therefore I hope I never meet him in order not to get disappointed finding out he is not what I imagine, but everything else but cool, political and nice. If the book was done completly withouth authorisation please someone else discuss if this is a art rip off or not. 27,50 Euro (dolf)
Bazillion Points, 61 Greenpoint Ave. # 108, Brooklyn, NY 11222, Usa, www.bazzilionpoints.com, / Turnaround UK, www.turnaround-uk.com
This 30,5 x 22,9 cm cloth bounded book presents on 288 pages almost 400 pictures, most of them b/w, of the first generation of greater L.A. hardcore-punk. Great shots, very authentic, photograped are not only the bands, but also the people who where the scene back then. So apart from live pix you also get shots of the audience, party people and other impressions from the suburbs. Markey and Schwartz did the „We Got Power“ fanzine that was published 5 times between 1981 and 1983. Every issues is documented in facsimile at the end of the book – early 80is fanzine style layout. Great to browse thru, alot of „the“ bands have been interviewed, mostly rather short than long, which does not matter, super authentic!
Carpetbombing Culture, 42 Swinburn Road, Darlington, Co Durham DL37TD, UK
www.carpetbombingculture.co.uk
This is a nice small book (21 x 15 cm, + 250 pages) about graffitti, mostly concentrating on large murals, some of them are great, others not. I’m not sure if this format is really good for a graffitti book – a bit small. And the text is definitly too small…
but what bugs me more is the shameless, noncritical glorification of graffitti and their artists in general – some of it is true but often the author overshoot the mark. Apart from that it is great to look at, maybe ignore most of the text and dont expect much information, apart from which artist did what piece. 15,90 Euro (dolf)
Oktober Verlag, Am Haverkamp 31, 48155 Münster, www.oktoberverlag.de
Das kann man mal machen, nach 25 Jahren Konzerttätigkeit in Münster…um die 2000 Konzerte mit fast 4000 Bands…, zum Jubiläum einen schönen kleinen (17 x 21,5, cm) Bildband. Hardcover, Fadenbindung das ganze Spiel – nice. Hätte ruhig ein wenig grösser werden können. Massig Fotos auf den 160 Seiten von den Bands die dort spielten, nicht von allen, eine Auswahl, unterschiedliche Fotografen, unterschiedliche Qualitäten, aber immer authentisch.
Nach Vorwörtern von Frank Dietrich und Christoph Jacke kommen 6 Zeitabschnitte (1987-1992, 1993-1996, 1997-2003, 2004-2006, 2007-2008, 2009-2012) mit massig Fotos. Dabei merkt man das im Gleiss 22 sehr unterschiedliche Bands spielten (& spielen) und das es eher ein „Indi-Club“ ist als sonstwas. Fotos, Fotos, Fotos. Geil! Abschliessend dann noch ein paar Gästebücher Auszüge, Grüsse von Künstlern, Kurzvorstellung des aktuelllen Teams…. auf die nächsten 25 Jahre! 17,50 Euro (dolf)
Das englische Orginal erschien im Jahre 2011 und wurde teilweise hochgelobt, gar vom „vielleicht wichtigsten Musikbuch des Jahres“ wurde gesprochen, oder besser, geschrieben. Dem kann ich mich nicht anschliessen… dazu gleich mehr, erstmal ein paar Worte von der Rückseite des Buches welche ganz gut beschreiben um was es geht: „In Retromania geht Simon Reynolds der Frage nach, wie sich aus dem Blick der Popmusik auf die eigene Geschichte jene rückwärtsgewandte Manie herauskristallisieren konnte, die wirklichen Innovationen in der Gegenwart im Wege steht. Daneben ist Retromania eine Geschichte der Popkultur des 20. Jahrhunderts und beschreibt die Jahrzehnte überspannenden Beziehungen, Verweise, Zitate oder Querverbindungen der Popmusik, der Mode und der Kunst.“
Bosworth Music GmbH, Dorotheenstr. 3, 10117 Berlin, http://www.bosworth.de
Ein neues Songbuch, erweitert um alle neuen Songs, da kann ich auch prima auf die Rezi aus einem Trust von 2009 zuürckgreifen und ein wenig angleichen…..
Hier sind wirklich alle Songs (incl. Auch) vertreten. Immer im gleichen Aufbau (Text mit Akkordsymbolen) sowie einer Grifftabelle für Gitarre im Anhang. Über 300 Seiten stark – die Band hat schon sehr viele Songs geschrieben – im robusten PVC Einband. Was will man mehr.
Wie schon bei dem Songbook der Toten Hosen, könnte man meinen die Band hat das für sich selbst gemacht, falls sie mal den ein oder anderen Teil eines Songs vergessen…. aber es gibt auch in diesem Fall mit Sicherheit Fans da draussen die das brauchen. Natürlich ein kurzes Vorwort von der Band. Die Songs sind alphabetisch sortiert. Sonst kann man nicht viel dazu sagen. Wie das ganze umgesetzt ist – dazu müsste man mal alle Songs laut Buch nachspielen… das sollen andere machen. 14,95 Euro. (dolf)
Bosworth Music GmbH, Dorotheenstr. 3, 10117 Berlin, http://www.bosworth.de
Ein neues Songbuch, erweitert um alle neuen Songs, da kann ich auch prima auf die Rezi aus einem Trust von 2007 zuürckgreifen und ein wenig angleichen….. Hier sind wirklich alle Songs von 1982 bis 2012 vertreten. Immer im gleichen Aufbau (Text mit Akkordsymbolen) sowie einer Grifftabelle für Gitarre im Anhang. 350 Seiten stark – die Band hat schon sehr viele Songs geschrieben – im robusten PVC Einband leider ohne Lesezeichenband. Was will man mehr.
Man könnte meinen die Band hat das für sich selbst gemacht, falls sie mal den ein oder anderen Teil eines Songs vergessen…. aber es gibt mit Sicherheit Fans da draussen die das brauchen. Natürlich ein kurzes Vorwort von der Band. Die Songs sind alphabetisch sortiert. Sonst kann ich nichts dazu sagen. Wie das ganze umgesetzt ist – dazu müsste man mal alle Songs laut Buch nachspielen… das sollen andere machen. 14,95 Euro. (dolf)
Ab sofort ist das TRUST # 159 erhältlich, bei Deinem Lieblingsplattenladen oder Mailorder sowie im gutsortierten Bahnhofsbuchhandel.
Der Inhalt diesmal: Balkan-Tour-Bericht, fettem Interview mit den Endless Grind MacherInnen, Overthrown, The Dropout Patrol, Pusrad…..
Wie gewohnt gibts natürlich ehrliche Reviews von Platten, Zines und Büchern sowie ausgesuchte Tour/Gigtermine, geile Konzertfotos und oberschlaue Kolumnen – das Ganze als graphisches Gesamtkunstwerk.
Eigentlich ist ja der Autor gar kein Grundschullehrer, zumindest kein ausgebildeter, sondern er ist Quereinsteiger der sich als Aushilfslehrer ein paar Euro verdienen will. Das es sich da um leichtverdientes Geld nicht handelt begreift er schnell. An einer Schule in einem Kiez in Berlin setzt er sich mit hyperaktiven, oftmals aggressiven, Kids auseinander für die „Bildungsfern“ oftmals noch untertrieben ist. Dabei ist das Taschenbuch (368 Seiten) eigentlich total lustig, wenn es nicht so tragisch wäre. Denn was „Herr Mülla“ in seiner Zeit an der Schule so erlebt kann man sich eigentlich nicht wirklich vorstellen, zumindest meint man das es sowas „hier bei uns“ ja nicht geben darf.
Edition B42, 80, rue du Faubourg Saint-Denise, 75010 Paris, France, www.editions-b42.com
„1779 – Resolution and Discovery drop anchor in Karakakooa Bay of the Big Island of Hawaii. Captain James Cook and his lieutenant James King are the first to describe the customs of Hawaiians, one being he’e nalu which consists of standing on a lang board of wood and gliding (he’e) ona a wave (nalu). He‘ nalu is a mixed gender and hierarchical activity. The longest planks, known as the olo, which are roughly 7 meters long (22 feet) and weigh up to 70 kg (154 lbs), are reserved for chiefs. The tribal people use smaller boards, between 2 and 4 meters long (6,5 and 13 feet), which are known as alaia.“