August 13th, 2019

EARTH (#162, 2013)

Posted in interview by Jan

„What happens if we take this riff and instead of changing just down it?“

Die Geschichte von Earth und Dronemusik innerhalb eines Rockkontextes begann in den späten 80ern in Seattle. Erste Ansätze von Drone lassen sich bis in die 60er in der klassischen Musik zurückverfolgen, bevor sich wenige Jahre später die eigenständige Kategorie Drone im Kontext von Ambient oder elektronischer Musik entwickelt. Dylan Carlson mit seiner Band Earth verfolgte dabei ein gegenläufiges Konzept, sie waren die ersten Rock- oder Metalmusiker, die Dronemusik auf Gitarren spielten und damit den Drone in einem Doom-Kontext erschufen.

August 13th, 2019

RHYTHM CHICKEN (#125, 2007)

Posted in interview by Jan

„Playing in the Gills Rock public phone booth to audiences nation-wide via an Ameritech calling card!”

Wenn ihr nicht schon bei den Fotos neben dem Interview schmunzelt, dann ja vielleicht bei dem Lesen des Interviews mit Francis Funyuns, ein Mann aus Wisconsin/USA, der in einem Trailer am Lake Michigan lebt und eine Ein-Mann-Band namens Rhythm Chicken macht.

August 13th, 2019

DAN FANTE (#121, 2006)

Posted in interview by Jan

„The most important words in English Language are FUCK IT“ 

Dan Fante ist ein Schriftsteller aus Los Angeles, der ein wirklich fantastisches Buch namens „Chump Change“ geschrieben hat. Das Buch ist ein bisschen im Bukowski-Stil geschrieben, aber irgendwie nicht so „prollig“, klar, es geht um eine verkrachte Existenz in Los Angeles, klar, es geht um Drogen und ums saufen, aber ich finde, dass Buch ist doch sehr eigenständig und wirkt für mich authenthischer. Falls ihr also mal nach einer netten Lektüre sucht, kann ich euch das Buch nur ans Herz legen.

August 12th, 2019

ISOLATION YEARS (#100, 2003)

Posted in interview by Thorsten

Alter Schwede!

„Reiche Kids in Schweden haben viel Zeit, um Musik zu machen und in Bands zu spielen“, meint Mats Hammarström, bei Isolation Years zuständig für Orgeln und was immer gerade frei ist, lachend. Schön für sie. Und manchmal auch für uns, wenn dabei Platten wie „It’s Golden“ herauskommen. Das zweite Album von Isolation Years ist tatsächlich noch besser als das erste, „Inland Traveller“. Kein Aufguss von Melodicore oder skandinavischer Rock-Explosion, sondern ehrliche, handgemachte Rockmusik. Wir scherzen.

August 12th, 2019

MOONLIGHTERS (#98, 2003)

Posted in interview by Thorsten

Aloha, hier sind die Moonlighters. Sie bringen Swingstücke hawaiianisch geprägt mit Ukulele, Steel-Gitarre und zweistimmigem Frauengesang auf die Bühne. Und kaum schlagen sie die ersten Töne ihres „Hawaiian Blues“ oder „Resophonic Lullaby“ an, fangen die Füße an unweigerlich zu wippen, die Arme verstricken sich in Hula-Gestik und ein imaginärer Lei schlingt sich um den Hals.
Strenggenommen hätte die Band im TRUST nichts verloren, gäbe es da nicht zwei Protagonisten mit musikalischer Vergangenheit, die sie schon wieder sehr gut ins Heft passen läßt.

August 12th, 2019

GRUBBS (#95, 2002)

Posted in interview by Thorsten

Rachitis & Skorbut
Belgisches Landleben mit David Grubbs

Mit Jim O’Rourke und John McEntire bildet David Grubbs ein Dreigestirn, das in wechselnden Konstellationen der Rockmusik nach Hardcore immer wieder wesentliche Impulse gegeben hat. Squirrel Bait, Bastro, Slint, Bitch Magnet, Codeine, Red Krayola, Gastr del Sol – so hießen die Bands, in denen Grubbs – mal mehr, mal weniger federführend – spielte. Vor einer halben Ewigkeit sprach er mit Julian Weber fürs TRUST in seiner Eigenschaft als Mitglied von Bitch Magnet, Gastr del Sol wurden an diesem Ort später auch gewürdigt. Seit dem Ende von Gastr del Sol veröffentlicht Grubbs vorwiegend unter eigenem Namen. Seit drei Jahren lebt er in Brooklyn. Vor kurzem erschien mit „Rickets & Scurvy“ ein neues Grubbs-Album. Weil es so ein schönes entspanntes Album voller feiner Songs ist, und weil es auch sonst mal wieder an der Zeit ist, Grund genug, kurz mal durchzurufen und zu fragen, was seit Gastr del Sol geschah.

August 9th, 2019

SMOKE BLOW (#99, 2003)

Posted in interview by Jan

Smoke Blow

Eigentlich ist das verwunderlich: Als Anfang Februar überall die Plattenkritiken über das neue Album von Smoke Blow, ‚German Angst‘ betitelt, erschienen, gab es nur Lobeshymnen. Egal, ob im sonst so trendigen Indieheftchen, dem hochkommerziellen alternative Magazin oder im Punkrock-Fanzine – die Platte wurde überall abgefeiert. Aber waren Smoke Blow aus Kiel nicht diese Vollprolls, die Schmuddelkinder der deutschen Rockmusik? Wohl nicht mehr. Passte dieses Bild überhaupt?

August 9th, 2019

Crass: The Feeding of the 5000 Steve Ignorant live in London 2007-Reisebericht (#128, 2008)

Posted in interview by Jan

THE FEEDING OF THE 5000 – Steve Ignorant live in London 2007

Part I – Die Vorbereitung
Steve Ignorant, ex-Crass-Sänger, versammelte an zwei Tagen an einem November-Wochenende in London alte Anarcho-Bands und ein Line-Up, dass mit ihm als Sänger das erste Crass-Album ”The feeding of the 5000” aufführen wollte. So stand es auf der Seite von Conflict. Crass finde ich sehr geil, textlich eine absolute Ausnahme-Band, musikalisch geht mir einiges nicht so rein, aber die ”Feeding” mag ich schon alleine wegen des Songs ”Do they owe us a living”. Es stellte sich über ein Internet-Message-Board recht schnell heraus, dass ich nicht der einzige bin, der das unbedingt mal live sehen will. Es ging auf nach London vom 24.11. – 26.11. 2007…

August 9th, 2019

FRONT #182, 2017

Posted in interview by Jan

„Haha, Punk Fan ist gut. Führst Du das Interview wirklich fürs Trust und nicht die Bravo?“

Der gestreckte Mittelfinger des FALK FATALS von FRONT

Wissen Sie, Youth Brigade sagten mal auf unseren Seiten, dass Jugend keine biologische, sondern eine mentale Sache der Einstellung, der Attitüde, ist. Und damit haben sie ja recht; auf meiner früheren Arbeit in der Pressestelle einer größeren Behörde in Frankfurt waren 18jährige, die schon Eigentumswohnung, Heirat, 2 Kinder, eben das ganze Programm fuhren – das ist ja alles vollkommen okay, aber so als Gesamtpacket, dann ist es einfach dann oft der Fall, dass solche biologisch jungen Leute alt im Kopf wirken… was das mit diesem Interview zu tun hat?

August 8th, 2019

BOTANICA (#94, 2002)

Posted in interview by Thorsten

„Aus der Perspektive eines Sofas“

Wenn Schönheit ein Attribut von Musik sein kann, die auf den Schwingen der Dunkelheit daherkommt und an Dein Herz klopft, um sich durch die Poren der Haut wie bittersüsse Säure ins Innere durchzufressen, dann liegen BOTANICA momentan ganz weit vorne. Aus der stillen Perspektive eines Sofas wirkt ihre Variante von Rockmusik wie fein-ziselierter Nachtschatten-Soul. Leicht zurückgelehnt und mit einem süffisanten Zynismus ausgestattet, spielt das in New York City beheimatete Quartett um Paul Wallfisch, der u.a. noch bei FIREWATER tätig ist, angenehm-unaufgesetzten Erwachsenenrock, der seine innere Unruhe nicht verbirgt, es allerdings auch nicht nötig hat, sich durch ewig-gleichen jugendliche „Sturm & Drang“-Erruptionen neurotisch zu profilieren. Alterstechnisch bewegen sich die Vier alle in ihren 30ern und haben ihre Hörner bereits in vergangenen Bands, wie LOUDSPEAKER in Christian’s Fall, abgestossen. Hingegen es bei BOTANICA auf den bisherigen zwei Alben und vor allen Dingen auf der Bühne um das Spielen als Überlebensprinzip geht. Es ist dieser tief-emotionale Impuls, der ihren getragenen Songs die Aura rockiger Kammermusik verleiht und sie damit ein wenig ausserhalb gegenwärtiger Spektakel stehen lässt.

August 8th, 2019

BURST (#94, 2002)

Posted in interview by Thorsten

Yeah baby, METAL-MEYER is back. Und natürlich hat er wieder eine ordentliche ladung unbiegsames hartmetal mitgebracht. Nach langer suche in den entferntesten winkeln dieses globuses, fand er schließlich im nicht all zu fernen Schweden, in Göteborg um genau zu sein, eine legierung, wie er sie schon lange nicht mehr gesehen hatte. Düster und sperrig wahr sie, kalt und unnahbar. Zur gleichen zeit aber faszinierend emotional, durchsetzt von melodien und gänsehaut. Da war natürlich klar, daß euer getreuer metal-waren-händler diesen fund nicht für sich alleine würde behalten können. Und so stellte er ihn denn auch auf den höchsten sockel, auf daß das volk ihn sehen, bewundern und wertschätzen könne.

August 8th, 2019

FAVEZ (#94, 2002)

Posted in interview by Thorsten

from Lausanne Switzerland heißt die neue Platte von Favez. Ich würde diesen Artikel nicht schreiben, wenn ich die Band nicht Klasse fände, und vor allem nicht, wenn die neue Platte schlecht wäre. Nein, sie ist im Gegenteil sogar besser als ihr Vorgänger, Gentlemen start your engines, da auf einem ordentlichen Waschbrett geschrubbt und nicht bei 30° im Schonwaschgang ohne Vorspülen mit Weichspüler en masse. Chris ist der Sänger und auch ein Teil der Gitarrenarbeiterfraktion und hat was zu sagen, basta. Und seit seiner großen Anekdote, was Männer under the influence so machen, sowieso ein gefundenes Fressen für die Trustees im Allgemeinen und mich im Besonderen. Ein Prosit auf die Gemütlichkeit, Daniel.

August 5th, 2019

THE SWAT (#122, 2007)

Posted in interview by Jan

Black Flag statt Jesus

The Swat sind eine Oldschool-Punkrock-Band, ursprünglich aus Neuwied, jetzt in Köln bzw. Düsseldorf ansässig. Was heißt hier Oldschool? 88er Youth Crew Core? Anfang 90er Rorschach-Trulala? Nein, old school bezieht sich auf den Beginn der Veränderung des ursprünglichen 77er englischen Pubrock-Sounds zu amerikanischem Hardcore, zum Beispiel wie auf der „Group Sex“ von Circle Jerks aus Los Angeles nachzuhören ist. Hinzu kommen weitere Einflüsse aus amerikanischen Metropolen bzw. der dort fabrizierten Musik, erste Reagan Youth oder die frühen Beastie Boys, deren „Egg raid on mojo“ auch gerne live gecovert wird.

August 5th, 2019

YACOPSAE (#130, 2008)

Posted in interview by Jan

YACOEPSAE, power-violence-fastcore-punk-hardcore YACOEPSAE

Stellt euch vor, ihr seid auf einem Konzert, einem Festival, Open Air, das Bier ist billig, die Leute sind nett, aber die Musik…ist auch gut, aber es ist immer das gleiche. Nach der gewiss geilen Hauptband spielt dann eine Band aus Deutschland, aus Hamburg, die du mal vor 10 Jahren gesehen hast, bei der du immer den Bandnamen falsch aussprichst, und gar nicht wusstest, dass es die noch gibt. „Wird wohl so la la werden“, denkst du dir, stellst dich nach vorne und nach 30 Minuten extremst geilsten Fast-Power-Violence-blabla-Punkrock bist du schon dabei, deinen Wohnort in die Heimatstadt der Band zu verlegen. Ja ja, so war das mit mir und dem Obscene Extreme Festival (OEF) in Tschechien, die Hauptband war Brutal Truth und das Hamburger Bandtrio Yacoepsae (= Mehrzahl des Namens Jakob).

August 5th, 2019

HOLLOW SKAI aus #114, 2005

Posted in interview by Jan

Kurzinterview mit Hollow Skai

Das Interview ist für Puristen natürlich wieder einmal nicht “the real shit”, weil es ein Email-Interview ist und nicht “live” geführt worden ist. Dazu ist zum allerletzten Mal zu sagen, dass ich Ende der 90iger Jahre einige Interviews per Brief geführt habe und das die meisten Interviewten das gut fanden, weil sie so besser überlegen können und direkt die Kontrolle darüber haben, was über sie gedruckt wird. Es kommt nicht auf das Medium an, sondern auf den Inhalt. Ich meine, ne Ramones Platte wurde ja auch nicht im ersten take live eingespielt oder?

August 3rd, 2019

Anthroposophie – Eine kurze Kritik, André Sebastiani

Posted in bücher by Dolf

Alibri Verlag, Postfach 100 361, 63739 Aschaffenburg, www.alibri.de

Eine kurze Kritik wären die letzten beiden Sätze im Buch: “Die Anthroposophie ist im Kern eine elitäre, dogmatische, irrationale, esoterische, rassistische, antiaufklärerische Weltanschauung. Wer für eine wirklich freie Gesellschaft eintritt, sollte sich ihr entgegenstellen.” Warum das so ist kann man hier auf gut 170 Seiten sehr ausführlich und fundiert nachlesen. Der Autor hat das Buch in fünf Hauptteile aufgegliedert: “Was ist Anthroposophie?”, “Waldorfpädagogik”, “Anthroposophische Medizin”, “Biologisch-dynamische Landwirtschaft” und “Politik, Wirtschaft und Lobbygruppen”. Jeder Hauptteil hat zwei bis vierzehn Unterkapitel, in der Regel beginnt es mit einer Behauptung, zum Beispiel: “Waldorfschulen erziehen zum kritischen Denken”

August 3rd, 2019

Entspannt euch! – Eine Philosophie der Gelassenheit, Michael Schmidt-Salomon

Posted in bücher by Dolf

Piper Verlag, Georgenstraße 4, 80799 München, www.piper.de

In dem Buch wiederholt sich einiges was der Autor in den letzten 25 Jahren schon mal geschrieben hat. Dies ist aber nicht weiter schlimm, weil es im vorliegenden Buch eben nochmal kompakt zusammengefasst ist. Dabei betont Schmidt-Salomon das das Buch “nichts, auch rein gar nichts, mit esoterischen Heilslehren zu tun!” hat. Vielmehr geht es darum zu lernen, beziehungsweise zu verstehen, wie man Gelassener durchs Leben kommt. Am wichtigsten ist, so steht es hier, “das man von seinem Selbst lassen kann.” und somit „Abschied von der Vorstellung des „grandiosen Ich“ nimmt. „Wenn du dich nicht mehr schuldig fühlst, der zu sein, der du bist, fällt es dir leichter, der zu werden, der du sein könntest.“

August 3rd, 2019

Das Gute Leben Für Alle – Wege in die solidarische Lebensweise, I.L.A. Kollektiv (Hrsg.)

Posted in bücher by Dolf

Oekom Verlag, Waltherstr. 29, 80337 München, www.oekom.de

Das AutorInnen Kollektiv I.L.A (Imperiale Lebensweise und solidarische Alternativen) macht sich Gedanken wie ein gutes Leben für alle möglich sein könnte und liefern hiermit eine Art Masterplan. Nach einem Vorwort und einer Einleitung wird sich in zwei Teilen am Thema entlang gearbeitet. Im ersten Teil „Die solidarische Lebensweise – Prinzipien, Projekte und Prämissen“ werden erst mal die Konturen einer solidarischen Lebensweise von Morgen im Heute, sowie gelebte Alternativen im Hier und Jetzt beschrieben. Es werden Wege aufgezeigt wie für alle gesorgt werden könnte, ebenso wie man alle mit gutem Essen versorgen könnte. Beim Thema „Mobilität“ wird klar das nur kurze Wege zum Ziel führen und genügend Ideen damit alle vernünftig wohnen können gibt es auch.

August 3rd, 2019

References – Steve Ignorant with Matthew Worley

Posted in bücher by Dolf

Dimlo Productions Norfolk, www.steveignorant.com

Lets start with the final question: „ Steve, what`s the story behind the book`s cover?“ „One of my favourite paintings is called Grande Odalisque by Ingres. There`s always been controversy about it, this woman lying on her side but the spine is too long for the human torso. Couple of years ago now, I was in the pub in Sea Palling and there`s a woman called Caroline who lives there. Now, she`s got a different ability – a difability – if I can put it that way: she walks differently to me or you. And she was standing at the bar and I looked over and was like, `my god, that`s Odalisque`, so I asked her if she`d mind having a photo taken. She said `yes` and that`s why she`s on the cover.“ Now that this is out of the way lets focus on the rest, a book about Steve`s lyrics. After a foreword by The Shend follows a conversation between Steve Ignorant and Matthew Worley. They talk about Steve`s songs, the lyrics, what they mean, when they were written, why and how. It starts of with „Do they owe us a living?“ that was a Crass song, followed by 39 more songs, some of them Crass, others for Conflict, Schwartzeneggar, Stratford Mercenaries and his current band Slice of Life. For fans who want to know behind the scenes storys and anecdotes this is a great source, it is loosened with photos and original script. The reader finds out a lot about the person Steve Ignorant, where he is coming from and where he is at nowadays. In parts very interesting read, mixes with trivial and entertainment. 160 pages, 14,99 £ (dolf)

[Trust # 196 June 2019]

August 3rd, 2019

Die Demokratie den Demokraten – Karikaturen & Cartoons 2018/2019, Schwarwel

Posted in bücher by Dolf

Glücklicher Montag, Kochstr. 132, 04277 Leipzig, www.gluecklicher-montag.de

Und hier das achte Bändchen, wieder voll-farbig und natürlich aus der Schaffensperiode 2018/2019. Auch in diesem Buch wird das beste aus seiner täglichen Ereigniskarikatur präsentiert (die immer noch in verschiedenen Publikationen gedruckt wird, der Künstler scheint da nicht sehr wählerisch zu sein, bzw. versucht möglichst viele Menschen zu erreichen). Auch diesmal sind die Schlagzeilen/Meldungen passend zu seinen Karikaturen mit abgedruckt und das ist gut so. Bekanntlich ist Tageskarikatur eine mittelschwere Aufgabe (eben weil es einem täglich sehr einfach gemacht wird und gleichzeitig dann doch schwer…), welche von Schwarwel aber auch nach all den Jahren kritisch und meist auch humorvoll durchgezogen wird.

August 2nd, 2019

BRUJERA aus #141, 2010

Posted in interview by Jan

Ciudad Juárez, Mexiko, ist eine Grenzstadt am Rio Grande, gegenüber dem texanischen El Paso, Sitz einer großen, für den nordamerikanischen Markt produzierenden Kosmetikindustrie, die hauptsächlich Frauen beschäftigt, welche aus ganz Mexiko kommen, um Arbeit zu finden. Seit mehr als zehn Jahren sind im Umkreis der Stadt mehr als 500 Frauen verschwunden. Meist wurden ihre zum Teil verstümmelten, Folterspuren aufweisenden Leichen in der weiteren Umgebung gefunden.

Die Bevölkerung ist sich in der Mehrheit darüber einig, dass die Polizei offenbar nicht das geringste Interesse daran hat, die Hintergründe aufzuklären, obwohl sie in der Vergangenheit mehrfach versucht hat, der Öffentlichkeit einige Sündenböcke zu präsentieren, die aber wahrscheinlich unschuldig waren. Dies ist nur ein sehr krasses Beispiel für die Misere eines Landes, dessen Bewohner jährlich zu Tausenden versuchen, über die Grenze in die USA zu gelangen, auf der Suche nach einem erträglicheren Leben. Hunderte sterben jährlich bei diesem Versuch.

August 2nd, 2019

AL QUINT (#182, 2017)

Posted in interview by Jan

„Mein Fanzine startete 1982 unter dem Namen Suburban Punk. Es wurde dann 1984 zu Suburban Voice, das war dann die elfte Ausgabe. Ich begann damit, weil ich mehr und mehr anfing, mich in der lokalen Hardcore-Szene zu beteiligen und ich wollte über alle diese großartigen Bands, die ich damals live sah, schreiben – also so Bands wie Minor Threat, Negative Approach, Black Flag, Bad Brains und die weiteren großartigen örtlichen Bands“.

Al Quint aus dem Großraum Boston ist ein jahrzehntelanger Aktivist in Sachen Punk/HC. Er machte von 1982 bis Anfang der 2000er knapp 50 Ausgaben seines Suburban Voice Fanzines (seit 2005 als Blog, eine print-Ausgabe steht immer noch zur Überlegung an), fungiert seit mehr als 20 Jahren als Radio-DJ und schreibt seit Mitte der 80er beim Maximum Rock´n´Roll Fanzine aus San Francisco mit, seit 20 Jahren ist er dort Kolumnist.

August 2nd, 2019

Jimmy Alvarado (#194, 2019)

Posted in interview by Jan

„Ill Repute spielten zuletzt. Das war, als sie eine „Rock“-Phase durchliefen, also begannen sie mit einem Cover von Led Zeppelins „Rock and Roll“, spielten dann ihren Original-Song „Party Animal“ von Mystic Records zweiter „We Got Power“-Compilation und dann einen weiteren Rock-Song. Mit dem vierten Song oder so erkannte das Publikum, dass die Band nicht mit dem „Rock“-Zeug herumscherzte und begann, die Band mit der Kleidung zu bewerfen, die Isocracy vorher in den Raum geworfen hatte. Es war dann entweder eine Getränkedose oder ein Schuh, der den Bassisten traf, er watschelte in die Menge, schlug den Kerl, der das warf und ging zurück auf die Bühne, um weiter zu spielen. Die Menge stürmte die Bühne, um die Band anzugreifen, und von da an wurde der Scheiss verrückt. Meine damalige Freundin und ich gingen nach draußen, um die Freunde zu finden, mit denen wir kamen, ein Aufstand war in vollem Gange, mit einer der örtlichen Straßengangs, die gegen die Polizisten kämpften, die aufgetaucht waren. Als wir den Park verließen, um zum Auto zu gelangen, feuerte eines der Gangmitglieder mit einer Schrotflinte auf einen Polizeihubschrauber. Gute Zeiten.“

Viva East L.A. Olé!

JIMMY Alvarado
vom RAZORCAKE FANZINE und LA TUYA

Bald habe ich sie alle vom Razorcake Fanzine aus Los Angeles interviewt: mit Herausgeber und Chef Todd Taylor sprach ich für Trust #117 (2007), er publizierte auch einen Gastbeitrag über seine Tätigkeit beim Zine für unsere Schwerpunktausgabe zum Thema Arbeit (# 126, 2007). Dann sprach ich für die # 140 (2010) mit dem Razorcake-Kolumnisten-und-Reviewer bzw. Boris the Sprinkler-Sänger Rev. Nørb, ferner unterhielt ich mich mit einem weiteren Kolumnisten des Heftes, mit dem wahnsinnigen ein-Mann-Parade-Trommler Rhythm Chicken aus Wisconsin (das Gespräch erschien in Trust #125 (2007)) und nun kommt mein Dialog mit einem weiterem Razorcake-Shitworker, Jimmy Alvarado aus (Ost-) Los Angeles. Vorher aber nun ein kleiner Überblick zum Razorcake.

Juli 31st, 2019

BLACK REBEL MOTORCYCLE CLUB (#93, 2002)

Posted in interview by Thorsten

OR

WHAT ARE YOU DOING TO OUR ROCK´N´ROLL?

Mit ihrem selbstbetiteltem Debut auf Virgin haben die drei Jungs aus San Francisco eines der crispigsten RetroRocklullabies neben den STROKES abgeliefert und schwimmen damit gleich ganz oben auf der Welle des momentan organisierten GaragenGlamZurückZumTraditionalismus-Hypes.

Juli 31st, 2019

THE GHOST (#93, 2002)

Posted in interview by Thorsten

Wow, ich sag´s einfach ohne großes tam tam frei heraus. Endlich mal wieder eine band, die mich von der ersten bis zur letzten note komplett weg bläst. Endlich mal wieder eine band, die nicht nur druck und energie versprüht, sondern auch die kleinen sensiblen nackenhärchen zu stimulieren weiß. Gänsehaut! Hier klickt es einfach sofort. Die neue lp THIS IS A HOSPITAL verschwendet keine zeit mit introvertierter brillanz, welche zu ergründen für gewöhnlich wochen dauern kann. nein, dieser brillant kommt straight ahead zum punkt. klassischer gefühlsrock, schwungvoll lässig in szene gesetzt und zugleich mit der anschubkraft einer pershing versehen. Was Steve Albini produziert, some records veröffentlicht und ein haufen jungspunde hier eingespielt hat, ist eine platte, wie sie bestenfalls alle 2 jahre mal veröffentlicht wird. Emotion pur, melodie satt, und das ganze zudem so schön druckvoll präsentiert, daß man kaum weiß, ob man zuerst das tanzbein schwingen, laut mitsingen oder einfach nur den arm in die luft schnellen lassen soll.