Tamu – Das vegane Afrika-Kochbuch, Authentische Rezepte von Kairo bis Kapstadt, Jane Nshuti
Prestel/Random House, Neumarker Str. 28, 81673 München, /www.penguinrandomhouse.de
Die Köchin ist Beraterin für Pflanzen basierte Ernährung in Kapstadt, wo sie das Unternehmen „Tamu by Jane“gegründet hat. Eigentlich geboren in Ruanda musste sie von dort fliehen und kam so durch verschiedene Länder des Kontinents und lernte deren Kochgewohnheiten kennen. Hier werden Spezialitäten aus 12 Ländern (Südafrika, Mosambik, Sambia, Tansania, Kenia, Ruanda, Äthiopien, Nigeria, Ghana, Burkina Faso, Marokko und Ägypten) vorgestellt. Die Rezepte sind gut beschrieben, auch wenn manche der Zutaten sicher nicht einfach zu beschaffen sind – übrigens auch in Afrika nicht.
Denn, und das hebt dieses Buch hervor, es ist nicht nur eine Rezeptsammlung. Sondern die Autorin erzählt ihre Geschichte und auch die Geschichte der Länder und von Afrika. So wusste sie zum Beispiel selbst lange Zeit nicht das man nicht nur die Blätter der Amarant-Pflanze essen kann, sondern auch die Samen (wir kennen hier normalerweise nur die Samen). Und das scheint nicht das einzige Problem zu sein, das viele Menschen durch die Kolonialzeit verlernt haben was sie alles von vor ihrer Haustüre essen könnten. Doch das ist nur eine der vielen Beobachtungen die immer auch wieder durch Erinnerungen aus ihrem Leben ergänzt sind. Deshalb kann man dieses „Kochbuch“ auch tatsächlich lesen, da es eben nicht nur Rezepte enthält. Hier auf die vielfältigen Rezepte und unbekannten Zutaten einzugehen würde zum einen den Rahmen sprengen zum anderen ist mir sehr viel auch gar nicht bekannt. Und wie so häufig bei Kochbüchern wird die Qualität der Rezepte erst in der Küche festzustellen sein. Was bei einem derartig schön und aufwändig gestalteten Buch, welches auch reich bebildert ist, schon ein Problem darstellt – wer will so ein „Coffetable Buch“ schon in der Küche nutzen. Aber da lassen sich Mittel und Wege finden. Es scheint die Autorin ist primär vegan weil sie das andere nicht verträgt, außerdem ist mir aufgefallen das relativ oft und auch viel Zucker genutzt wird – gesund ist was anderes. Aber gut, den kann man ja auch weglassen, verringern oder ersetzen. Interessant hierbei, bei keinem einzigen Rezept aus Äthiopien ist Zucker dabei, sind das nicht die Menschen die sich besonders gut im Marathon Lauf schlagen? Wie auch immer, ich fand das Buch und auch die Rezepte anregend, weil es halt, für mich, Neuland ist. Aber wer mal wissen will was Moringa, Cocoyam, Chikanda, Tamarinden, Sorghumhirse, Teff, Tigernüsse, Hibiskus oder Karob ist und was man damit kochen kann, dem wird hier geholfen. Es gibt die ganze Palette von Gerichten, viele Beilagen, viele Risottos, aber auch Getränke, Nachspeisen und Hauptgerichte und Kleinigkeiten. Vieles davon macht einen beim betrachten Neugierig wie das wohl schmeckt. Ich hoffe ich komme mal dazu einiges auszuprobieren. Übrigens, Tamu ist Suaheli und bedeutet köstlich und das Buch ist auf jeden Fall eine tolle Hommage an die verschiedenartigen Küchen der Länder Afrikas. 256 Seiten, Gebunden, 32,00 Euro (dolf)
Isbn 978-3791391663
[Trust # 239 August 2026]
