Juli 1st, 2019
Trust: Warum sind gedruckte Punk Fanzines noch wichtig?
Grace: In einer Welt, in der unsere Community und Kultur aggressiv zu einer Ware gemacht und von gigantischen Firmen als unabhängige Sache verschleiert wird, ist es wichtig, an den Formaten festzuhalten, die so lange gut für uns waren! Die Materialität von Print ist auch erstaunlich โ in fünfzig Jahren werden wir immer noch Ausgaben vom MRR und Trust zum Durchblättern haben, lange nachdem Links zu Noisey zu 404-Fehlern reduziert sind.
MAXIMUM ROCKNROLL FANZINE
Klar, es gab vor dem Maximum RocknRoll Fanzine schon gedruckte Punk-Fanzines, zum Beispiel das PUNK Magazine in New York oder das FLIPSIDE aus Los Angeles. Aber sie sind lange tot. Wer sich für gedruckte Punk-Fanzines interessiert und nicht im Gestern leben möchte, der kommt am Maximum RocknRoll (MRR) Fanzine aus San Francisco nicht vorbei.

Juli 1st, 2019
L7 (und die Grenzen des Musikjournalismus)
Die Welt befand sich in einem merkwürdigen Wartezustand. Zumindest der Teil der Welt, den es interessierte ob Donald Trump Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika werden würde oder nicht. L7 sind vielleicht nicht gerade eine Punk-Band, aber sie waren immer eine politisierte Band, die auf Dauer ihren Vorschlag Pretend we’re dead vielleicht etwas zu ernst genommen hat. Nicht als ironische Kritik an den Wünschen des Establishments, sondern als tatsächliche Handlungsmaxime. Wobei, andererseits waren sie gerade inmitten ihrer Reunion-Tour im September 2016 und wollten noch ein letztes Lebenszeichen von sich geben.

Juni 25th, 2019
von Canalterror über Molotow Soda hin zu F*cking Angry:
Interview mit Dominik S. aka Junk Punk aka Nik Nasty
Es war 1992 und wir waren mit dem Leverkusener Ski- und Surf-Club in Frankreich für zwei Wochen. Ich war 14 Jahre alt und ein Tape lief am Strand fast jeden Tag und besonders abends zum Trinken, der โFestival der Volxmusikโ-Sampler. Ami-HC kannte ich schon, aber auch dieser (Fun-) Punk hatte es uns mächtig angetan. Auf dem Sampler befindet sich als Eröffnungsstück der geniale Song โWasserleichenโ der Bonner Band Molotow Soda, mit dem hingerülpsten Unterbrecher der Messe-Zeremonie.

Juni 25th, 2019
S/T….psychedelischer us-Kraut-Rock
Klar kennt ihr das, das man auf einem Konzert von einer völlig unbekannten Band total überwältigt wird… eher seltener ist das Erlebnis, dass man einer Band neutral gegenübersteht, weil man mit der Musikrichtung nicht so viel anfangen kann, eventuell schon mal ein paar ältere Aufnahmen gehört hat und dann beim ersten Live-Auftritt völlig erfreut wird?

Juni 25th, 2019
CHICKS ON SPEED: On Speed, Spex and other Non-Essentials
Im Rahmen der c/o Pop lud die Intro die Elektrosensation Chicks on Speed, halb Performance Art Projekt, halb Band, ein und ich ergriff die Gelegenheit beim Schopf Melissa Logan, Gründungsmitglied der Band und des gleichnamigen Labels zu interviewen. Auch wenn ihre Choreographien einstudiert wirken, ist Stagnation ein Fremdwort für die Frauen. An diesem Abend sind ebenfalls auf der Bühne zu bewundern: Alex Leslie-Murray, ebenfalls Gründungsmitglied der Gruppe, die mich auf Grund ihrer Marschiertanztechnik an Johanna Fateman von Le Tigre erinnert, und Anat, Neuzugang der trotz einem Kampf ähnelnden Auseinandersetzungen mit dem DVD-Player herzlich vom Publikum angenommen wird, da sie auch obwohl sie ihre Sticks verlegt hat es sich nicht nehmen lässt mit voller Wucht auf die Standtom einzuschlagen.

Juni 25th, 2019
Vor eineinhalb Jahren besuchte ich mit meiner Freundin, die seinerzeit in Boston lebte, ein laut Flyer äußerst unterhaltsamen Spätnachmittag versprechenden All Ages Sieben oder so Bands Event. Dieser fand glücklicherweise in einem viel zu kleinen, alten Lagerraum statt, der keine Belüftung besaß, was zusammen mit der ächzenden Hochsommerhitze zu eher unangenehmen Umständen führte, die durch einen gigantischen Sonnenbrand, dem vielleicht schlimmsten meines Lebens, weiter nach unten gezogen wurden. Unter den Bands befanden sich auch die Explosion, die dem derzeitigen Chic gemäß mit einem Rattenschwanz von schlechten Tattoos und Endsiebzigerkleindungslook wie auch einem ordentlichen Schlag des englischen Punkrocks der damaligen Jahre bewaffnet die Ecke des Raumes, wir wollenยดs mal die Bühne nennen, in Gewahrsam nahmen.

Juni 25th, 2019
The night I bombed Dresden
Schauplatz Fort Collins, Colorado. BLACK FLAG kamen da her. DESCENDENTS, ALL.
Und jetzt TANGER. Ganz was anderes. Drei junge Männer, die Verzweiflungsmomente in Glücksgefühle verwandeln können. Die auf die Ur-Formel setzen: Kraft der Musik; Schlagzeug, Bass und Gitarre als Spieleinheit. Und im Fall TANGER maximal komprimiert und zu einem Energiestrahl verdichtet, der wirklich seines gleichen sucht. Ohne Pathos, ohne die handelsüblichen Selbstdarstellungen des Rock-Zirkus wird sich auf das Wesentliche beschränkt, auf den Punkt gerockt. Erdverbunden wie ein Kettenförderer im Untertagebau greift bei diesem Trio ein Zahnrad ins andere, wird ein Schub entwickelt, der sich ungeschminkt und hässlich unter die Oberfläche frisst, bohrt und weiter vorwärtsstösst.

Juni 25th, 2019
Geographisch gesehen nimmt die Dichte an Bands, welche man im Allgemeinen so kennt, nach โOstenโ hin leider ab. Aurora aus Ungarn, Sto Zvirat und das Day After Records Umfeld aus Prag sind noch in greifbarer Nähe, zudem fliegen irgendwo bei mir noch zwei Mix Tapes von einem Kumpel aus dem lettischen Riga rum, aber dann müsste man noch etwa 15000 Kilometer weiter fliegen um in Amerika all die ach so grandiosen Ami Bands nennen zu können. Spitfire aus dem russischen St. Petersburg machen sich seit Jahren daran, diese riesige Lücke zu stopfen. Da ist es fast schon zweitrangig, dass sie erstklassigen SKA Punk spielen der den Vergleich mit den Mighty Mighty Bosstones nicht zu scheuen braucht, aber mit dem teils russischen Gesang und Ausflügen in die musikalische Tradition des Landes, nicht so ganz auf den hippen โTrans Amerika Expressโ setzen will.

Juni 18th, 2019
Wer sind denn nun schon wieder die Woggles? Wer sie nicht kennt, sollte hier versuchen, einen kleinen Einblick in das Woggles-Universum zu gewinnen, verbunden mit der Aufforderung, sich dazu möglichst auch mal eine Hörprobe zu Gemüte zu führen. All das, was jetzt zu lesen ist, ist auch zu hören und zu sehen. Im Cookys, einem Frankfurter Club, war am 29.11.2000 die Gelegenheit dazu. Und obwohl der Publikumszuspruch sehr, sehr spärlich ausfiel, haben sich die Woggles in keiner Weise genötigt gefühlt, mit ihrer Bühnenpräsenz ein Sparprogramm zu fahren. Wer nicht da war, Pech, wer sie gesehen hat, Glückwunsch.

Juni 18th, 2019
22.7.00 A-Linz:
um 8 morgens recht müde in braunschweig los, erstmal im nieselregen zur bank, geld holen. auf tomยดs wunsch nochmal zurück in die wohnung, da ich tomยดs freundin maren eingeschlossen habe. er hatte wohl vergessen, daß sie bei ihm gepennt hat… nach dieser spektakulären freilassung erstmal nach wolfenbüttel, die anderen einsammeln und ausreichend proviant einholen. nun begeben wir uns auf die ca. 9-10 std dauernde fahrt nach linz. kaum raus aus d-land, scheint die sonne. alle sind gut drauf. in linz finden wir die (das?) kapu schnell. falko bringt den ersten riesenlacher: kommt vom klo und ihm hängen 50 cm klopapier aus der hose.

Juni 15th, 2019
โThe Endless Struggle of the Offendersโ
Interview mit Offenders-Schlagzeuger Pat Doyle
Obwohl die Offenders nicht ganz so bekannt sind wie die Dicks und MDC, sind sie dennoch echte Legenden und verbrachten 1978-1986 als eine der geilsten Punk-turned-Hardcore-Bands auf diesem Planeten. Sie halfen, das heranreifende Genre zu formen. Ihre Songs bilden einen schönen Gegensatz zu dem typischen Tempo-Thrash der Zeit. Dank einer Rhythmus-Sektion, die geprägt war von dem agilen Bassisten Mikey Donaldson (der auch bei MDC, Sister Double Happiness und anderen aktiv war) und dem kolossalen Schlagzeuger Pat Doyle. Gitarrist Tony Johnson spielte bei den Licks, die ausgefeilten Punk mit Teilen von reduziertem Metal vermischten, ohne dabei nur stumpf hämmernd zu sein.

Juni 15th, 2019
Wenn es eine Band geschafft hat, in den letzten Jahren bei Jung und Alt, Ost wie West, Beatdown-Boy wie Hardcore Punk-Kid für anerkennende Respektbekundungen zu sorgen, dann sind es die Jungs von EMPOWERMENT. Bereits seit 2008 unterwegs, kann man unzählige Liveshows mit literweise Schweißverbrauch auf dem Konto finden, genauso aber auch eine vorzügliche Split-Serie mit den Bands KRANK, AYS, ABFUKK und HENRY FONDA sowie ein ordentlich ballerndes Album namens „Gegen.Kult“, welches so einige Hits beinhaltet, die von New Yorker Bands kaum besser klingen würden.

Juni 13th, 2019
FARSIDE sind für mich schon immer eine der ganz großen Bands auf Revelation Records gewesen. Gegründet wurde die Band 1989 und ist also jetzt auch schon unglaubliche 11 Jahre alt. Als ich Anfang der 90er โRochambeauโ, die Debut-LP, zum ersten Mal gehört habe, war ich umgehauen von der Energie und der Intensität der kalifornischen Boys. EmoCore war noch nicht von nichtssagenden Texten und karrieresüchtigen Bands zu dem verkommen, was es heut meist ist. FARSIDE rockten wie Scheiße und das zudem auch noch mit einer (zweiten) Akustik-Gitarre. Textlich schon sehr persönlich, aber niemals ohne Message.

Juni 13th, 2019
September 1999: Fugazi geben sich die ehre und weihen den Z-bau in Nürnberg ein. Mit von der partie u.a. eine lokale formation, die zum einen auffallen wegen ihrer geringen personellen stärke โ ein duo – zum anderen wegen des sound, der den instrumenten entlockt wird. Die formation hört auf den namen BAMBI DAVIDSON… Nach ihrem auftritt ein paar wohlwollende worte zu Dolf und die sache ist vorerst vergessen… bis vom chef eine mail kommt: mir hätten doch Bambi Davidson recht gut gefallen und ob ich interesse hätte anlässlich ihres neuen, respektive ersten albums ein interview mit ihnen zu machen. Warum eigentlich nicht…
April 2000: nach einem โ wiederum beeindruckenden โ auftritt der beiden im rahmen ihrer release-party mit den labelkollegen von Stale trifft man sich um ein paar klärende worte im backstagebereich der Desi auszutauschen.

Juni 10th, 2019
Tomahawk
Es war einmal ein Rocksänger. Der hatte seine Rockband aufgelöst, um fortan nur noch seltsame Klänge zu produzieren. Eines Tages traf der Rocksänger einen Gitarristen. Der hatte früher in einer seltsamen Band gespielt und mochte nun ein wenig Rockmusik produzieren. Gemeinsam mit dem Sänger. Und so geschah es, dass sich die beiden Herren mit zwei anderen Herren zusammensetzten und zwei feine Rockalben aufnahmen. Doch dann geschah etwas völlig Unerwartetes: Der Gitarrist mochte lieber wieder seltsame Klänge aufnehmen. Am besten von Indianern, weil man sich ja einen solchen Bandnamen gegeben habe. Und wenn die Leser nicht gestorben sind, werden sie sich nun an einhundert Jahre alte Klänge aus dem Wilden Westen im Gitarrenkleidchen gewöhnen müssen. Hugh, wir haben die Einleitung gesprochen.

Juni 10th, 2019
The past livesโฆ
Interview mit 100blumen
Gibt es eigentlich noch geile aktuelle Bands? Klaro! Auch wenn 100blumen jetzt nicht das Paradebeispiel für eine brandneue Band sind. Sie waren ja schon zum Beispiel im Plastic Bomb Zine mit einem Interview vertreten und diese tolle Elektro-Crust-Truppe aus Düsseldorf gibt es schon seit Jahren, aber so richtig bekannt wurden sie erst in der letzten Zeit. Veröffentlicht wurde bereits auf Labels wie u.a. Sleeping Cat Records oder Raccoone Records, eine Single auf Plastic Bomb Records erscheint auch. 100blumen-Gitarrist Chris kenne ich seit den 90er, er musizierte u.a. bei den genialen Leverkusenern Koyaanisqatsi. Chris sagte mal zu mir: โ100blumen ist ein Mix aus Napalm Death und The Prodigy, so ein Bekannterโ. Live in Köln und in Leverkusen konnte ich mich schon von dieser gefährlichen Mischung überzeugen, ich meine, sehr gut kommt einfach sehr gut, nicht wahr?

Juni 10th, 2019
โSo where’s your holy trinity when they bomb another clinic in a vegan revolution backed by major distributionโฆ Pro life nazi scumโ – Interview mit MURDER DISCO X
Du hörst Earth Crisis, Madball und die Soloalben von Stigma, wenn du nicht gerade zum Pumpen gehst oder deine Alte für dich das Powermüsli erntet, und überhaupt, HC heißt mal wieder richtig deine Mutter ficken, ne geile Gang machen, nen WOLFPACK, und Metalmosh und Kohle machen? 18 verschiedene Tshirt-Motive pünktlich zum ersten Demo mit 4 Songs fertig, fett 3 Homepages pro Bandmitglied wegen zu großem Ego für eine, Konzerte grundsätzlich durch mypsace comments buchen? Alta! Herzlich Willkommen, du liest genau das richtige Interview!

Juni 5th, 2019
Sunn O)))
Kein Kindergarten oder Who The **** is Alice?
Ein kalter Tag im Februar, es schneit, nur wenige Wochen nach der Sonne Kaliforniens der kurze Dienstweg nach Berlin, im ICE Rosamunde Pilcher Raymond Carver lesend. Der Anlass ist eine Schallplatte.
Vorspiel mit ICE
Sunn O))) haben zur so called Listening Session geladen, ganz wie die Großen. Dass die Werbeabteilung ihres Labels und/oder die Band das künstlerisch begründen, hat einen seltsamen Beigeschmack. Sinnig erscheint es immerhin: So können Sie gleich auch noch die notwendige Interview-Runde machen, nachdem sichergestellt ist, dass die Schreiber die Musik auch wirklich gehört haben.

Juni 5th, 2019
Nach dem wir euch in den letzten ausgaben mit intellektueller kunstkacke verschont hatten, heißt es nun wieder leiden, leiden, leiden. Wer diesen einleitungssatz für genau solchen quatsch hält wie der tipper, den wird es freuen, endlich einmal wieder einen interessanten künstler der PINSEL UND FARBE-fraktion vorgestellt zu bekommen. Sein name? MARK RYDEN. In oregon geborener und in südkalifornien aufgewachsener 37-jähriger familienvater zweier kinder mit hang zum surrealen kitsch, und einer vorliebe für südpazifische tiki kunst, ken und barbie, jung und freud, nostradamus, frank sinatra, kinderbücher über weltraum und wissenschaft, ray harryhausen etc. etc. etc. All diese einflüsse verarbeitend, steht am ende ein oftmals düster-surreales puzzle fernab jeglicher interpretierbarkeit, zusammengesetzt aus unterschiedlichsten elementen zeitgenössischer erscheinungen und mystischer symbolik

Juni 5th, 2019
Eine Einleitung für NRA zu schreiben sollte überflüssig sein, denn ihr alle hattet Gelegenheit sie in einer oder vielleicht sogar zwei Locations diesen Winter live zu sehen. Die neue LP `New Recovery` ist einfach nur sagenhaft. Basta!! Vor dem Konzert in Bremen schnappte ich mir schnell Sänger Aziz und Gitarristen Orange und befragte beide.
Die neue Platte ist ja, wie bekannt, bei Flight 13 rausgekommen und wird in verschiedenen Ländern von verschiedenen Labels veröffentlicht. Wie kam es zu dieser Regelung? Und wie seit ihr eigentlich aus dem Vertrag mit Virgin rausgekommen?

Juni 4th, 2019
โWell, i think the problem stems, in large part, from the fact that a lot of those bands are only influenced by the bands they like, they aren’t actually influenced by the INFLUENCES of the bands they like – so they wind up focusing on the sort of external shell of the music that they like, therefore missing a lot of the stuff that gave the music they like its substance and character.โ
Interview mit Rev. Nรธrb
Die Zeit der Poppunk-Welle Mitte der 90er Jahre mit den Queers und Lookout Records und Screeching Weasel, sie ist vorbei. Genauso wie die eventuelle Popularität der Bands โ eventuell eher aus der zweiten oder gar dritten Liga – , die im Zuge des Poppunk-Revivals 1994ff. nach oben gespült worden waren. BORIS THE SPRINKLER war so eine Band, nie so richtig bekannt, immer eher dritte Liga. Warum also jetzt dieses Interview mit dem Frontmann dieser Band? Ja gut, sie spielen wieder seit 1-2 Jahren, aber ich gebe zu: soo richtig super geil fand ich seine Band nie, viel eher fand ich die schreiberischen Tätigkeiten des Herrn Norbert bzw. โRev. Nรธrbโ sehr interessant und amüsant. So veröffentliche er Jahre lang bizarre Kolumnen im Maximum RockยดnยดRoll, wurde dort gefeuert wegen angeblichem Sexismus (wir kommen drauf zu sprechen), schrieb dann ein wenig für das Heft von ex-MRR-Gründer Jeff Bale namens HitList, veröffentliche Soloalben und ist nun seit einigen Jahren Kolumnist beim Razorcake Fanzine aus Los Angeles, dem Nachfolgeheft des Flipsides.

Juni 4th, 2019
Es war ein opultentes Geschmackserlebnis, als ich letztens wieder mal, wie schon seit Jahren, wöchentlich meine gebrauchten Sachen zu meinem Dealer um die Ecke brachte.
Und wie jedes Mal konnte ich auch jetzt wieder meinen alten Sachen abgeben, bekam einen kleinen Obulus, den ich direkt bei ihm ließ, um mir den neuesten Scheiss zu kaufen. Im Fanzine โPlus Informationsbroschüre Mai 2005 für Leverkusen Mathildenhof IIโ, daß ich seit 13 Jahren im Abo habe und jede Woche mittwochs pünktlich in meinem Briefkasten landet, wurden wieder mal kompetent die Neuerscheinungen reviewt.

Juni 3rd, 2019
Ventil Verlag, Boppstraße 25, 55118 Mainz, www.ventil-verlag.de

Wer kennt Kent? Ich würde sagen jeder der ihn kennt, sollte dieses Buch lesen. Denn so werden alte Erinnerungen wach und der ein oder andere versteht besser wo Kent herkommt. Aber natürlich können auch alle die Kent (noch) nicht kennen, dieses Buch lesen โ denn, das ist klar, nach der Lektüre kennt man Kent. Es kann auch sein das man die Texte bereits kennt, da sie unter dem Buchtitel โWie aus mir kein Tänzer wurdeโ bereits über die Jahre in der Musikzeitschrift Ox veröffentlicht wurden. Jetzt ist aber mal gut hier, man kennt sich ja bald nicht mehr aus.
Der Autor ist in der dänischen Provinz groß geworden und erzählt hier wie ihm auf der Suche nach einem Weg aus der Enge und Trostlosigkeit die Punkrock-Community genau dabei half.

Juni 3rd, 2019
Hirnkost, Lahnstraße 25, 12955 Berlin, www.hirnkost.de

Wir hatten das Thema โKuttenโ ja bereits in Trust Nr. 158 Anfang des Jahres 2013 (das war auch die Zeit wo ich meine alte Kutte fotografierte und seitdem nicht mehr in der Hand hatteโฆ.), keine Ahnung ob dies den Fotograf Tim Hackemack dazu inspirierte 77 Personen zu porträtieren. Also eigentlich nicht die Personen, sondern ihre Jacken/Kutten. Punks die alle schon über vierzig sind, viele tragen ihre Jacken noch, einige haben die Stücke auch für die Fotosession wieder aus dem Schrank geholt. Manche Fotos sind schwarz/weiß, andere in Farbe. Es gibt von jeder Person verschieden lange Texte, seit wann sie das Kleidungsstück haben, wie es entstanden ist oder was es für sie bedeutet.

Juni 3rd, 2019
Olaf Ballnus, Fünfhausenerstr. 68, 21079 Hamburg, www.olafballnus.de

Erstmal die Fakten: Format โ ein bisschen kleiner als A4, um die 106 Seiten, gebunden. Es ist ein Fotobuch. Es gibt zwei Textbeiträge, einmal vom Autor und außerdem von dem Schauspieler Wotan Wilke Möhring. Außerdem knapp 60 Fotos (4c und s/w), teilweise auf einer Seite, teilweise auf Doppelseite.
Es sind Fotos der Punkszene aus den frühen achtziger Jahren, als Ballnus durch die Republik (Hamburg, Bochum, Hannover, Berlin, Mülheim, Münster…) fuhr und dabei fleißig knipste. Einige der Fotos fangen auch die Atmosphäre die Ballnus damals sah ein und haben nicht unbedingt was mit Punk zu tun. Aber zum Glück sind das grade mal ein halbes dutzend.
