Dezember 31st, 2025

Johnny Rotten (#224, 2024)

Posted in interview by Jan

Ich schätze John „Johnny Rotten“ Lydon muss an dieser Stelle nicht vorgestellt werden. Sänger der Sex Pistols, aber noch wichtiger von PIL, um die es hauptsächlich in diesem Interview gehen soll. Außerdem Schocker der englischen Nation und bis heute Provokateur, der in den letzten Jahren mit abfälligen Aussagen über die sogenannte Wokeness und mit roten MAGA-Shirts aufgefallen ist. Kürzlich trat er mit dem Song „Hawaii“ – der wie das neue PIL-Album „End of the World“ seiner kürzlich verstorbenen Frau Nora gewidmet ist – beim irischen Vorentscheid zum Europe Vision Songcontest auf. Wie viel davon reine Provokation ist, dürfte bei John nicht wirklich klar sein.

Es sollte in diesem Gespräch nicht um eine Anklage oder das Wiederkäuen alter Klischees gehen, sondern ist viel mehr der Versuch, die Person Lydon (besser) zu verstehen. Ob das gelungen ist, muss die Leserschaft an dieser Stelle selber entscheiden. Über seine verstorbene Frau wollte John im Interview nicht reden. Obwohl er in dem Gespräch einmal selber begann, von ihr zu sprechen, habe ich seinen vorher geäußerten Wunsch respektiert und bin darauf nicht eingegangen. Viel mehr noch habe ich die kurze Stelle ganz gestrichen. So redselig John das ganze Gespräch über war, so schwer war es andererseits Lydon richtig zu fassen zu kriegen.

Vielleicht lag es an der Zoom-Verbindung, dass eine Verzögerung dem Gespräch nicht zuträglich war. Andererseits redete John eh ohne Punkt und Komma, gab sich immer wieder selber Stichworte und erzählte lang, breit und viel. Es gab zwar ein paar Momente im Gespräch, in denen ich gerne nachgehakt hätte, aber es war kaum möglich, den Redefluss von Lydon zu unterbrechen. Und wenn, dann nur, wenn es ihm gefiel.

Das mag unsympathisch klingen. Stimmt aber überhaupt nicht. John war extrem höflich, freundlich, zuvorkommend und an einem Freitagmorgen in seinem Haus in Los Angeles gut drauf. Er lachte viel, rauchte, war aber natürlich von sich und seinem Schaffen überzeugt.

Magst du es eigentlich Interviews zu geben?
Ja, klar mag ich Interviews. Sehr gerne sogar. Früher waren alle Journalisten, die mit mir sprechen wollten, viel älter als ich. Manche von ihnen glaubten Intellektuelle zu sein. Damals fiel es mir schwer, damit umzugehen. Um mich zu verteidigen war meine Strategie frontal anzugreifen. Da habe ich wohl einen Ruf wegbekommen. Das war meine Art, mich zu schützen, weil ich mich gegenüber vermeidlich gesellschaftlich höher Gestellten durchsetzen musste. Meine Wörter und Sätze waren wie Kugeln. Durch diese Interviews lernte ich zu debattieren. Heute fühle ich mich richtig wohl mit Interviews. Willst du meine Prinzipien wissen? Bleib bei der Wahrheit und du hast keine Probleme.

Und heutzutage sind die Journalisten meistens jünger als du oder?
Ja. Das stimmt. Und das ist komisch, denn die jungen Leute sind alle viel besser informiert als die alte Brigade. Aber solange sie mich anhimmeln, why not! (lacht)

(Hier muss ich gleich einmal einhaken. Natürlich kaufte ich als aufstrebender Jungpunk irgendwann auf dem Flohmarkt dieses eine Sex Pistols Album und hörte es auch ein paar Mal. Ich kann die historische Kraft und Wichtigkeit dieses Albums durchaus einschätzen. Aber ein richtiger Fan war ich nie. Um es mal ganz deutlich zu sagen, die Sex Pistols waren nie wichtig für mich! Und PIL waren es noch weniger. Dennoch kann ich die Relevanz beider Bands anerkennen. Für viele Menschen waren es lebensveränderte Momente, als sie zum ersten Mal die Pistols oder PIL hörten. Jetzt kann natürlich die Frage gestellt werden, warum ich dieses Interview mache. Nun ja, so häufig ergibt sich nicht die Möglichkeit, mit so einer Persönlichkeit der Musikgeschichte zu sprechen. Warum also nicht die Gelegenheit wahrnehmen? Ich war einfach neugierig.)

Und wie sieht es mit Musik aus? Sprichst du gerne über Musik, speziell über deine eigene Musik?
Ich mag es, über die Inhalte der Songs zu reden. Jedes Lied bedeutet mir so viel wie der erste Song, den ich schrieb. Das ist meine Lebensgeschichte. Mit einer musikalischen Untermalung. Das geht Hand in Hand. Und die Texte kommen noch immer genauso aus mir heraus, wie es früher der Fall war. Meine Freunde, mit denen ich in Bands spiele, verstehen das. Es ist eine wundervolle Kombination. Und es ist das Einzige, in dem ich wirklich gut bin. Also bleibe ich einfach dabei.

Was ist mit jüngeren Bands, interessiert dich das?
Ich verehre natürlich niemanden. Meine Plattensammlung ist ziemlich groß. Ich kaufe eigentlich alles, was mich anspricht. Als ich jünger war, kaufte ich Platten, wenn mir das Cover gefiel. Das ist manchmal immer noch so. Ich würde niemals einfach so ein schönes Kunstwerk links liegen lassen. So fand ich die tollste Musik, die du dir vorstellen kannst, die ich sonst nie gehört hätte. Mein Geschmack ist wirklich breit, aber es gibt keine bevorzugte Richtung. Das Einzige, was ich nicht höre, ist klassischer Jazz. Für mich klingt das, wie ich mir einen französischen Verkehrsstau vorstelle. Honk, schrempf, horr horr! Einfach schrecklich.

Beschreibst du in deinem neuen Song L.F.C.F das zu viele Bands dich kopieren?
Falsch! Aber du hast mit deiner Aussage natürlich trotzdem recht! Das existiert wirklich, aber nicht in diesem Song. In dem Song geht es um die erste Probe mit den Sex Pistols und niemand außer mir war da. Wenn ich heute zurückblicke, ist es irgendwie lustig, wie wütend ich damals war. Aber was waren das für Penner, die es nicht für nötig hielten, bei der ersten Probe aufzutauchen? Das war immerhin der Beginn meiner Karriere. Mein erster Schritt in einer Band und keiner hat es mitbekommen. Du könntest sagen, ich spielte in einem leeren Saal. Der Song hat einen großartigen Sinn für Humor. Dabei benutze ich überwiegend Gossensprache. Das ist immer noch das Englische in mir.

(Ich wähle hier das Wort Penner, obwohl John im Gespräch fucking cunt sagte. Das mag nicht richtig übersetzt sein und hätte einen Einwurf verdient gehabt. Aber erstens schalte ich zu spät, zweitens rannte die Zeit davon und drittens wollte ich das Interview an dieser Stelle nicht in eine Richtung abbiegen lassen, von wo es keinen Weg zurück gegeben hätte. Nennt mich ruhig einen Feigling.)

Das machst du noch immer oder? Obwohl du schon sehr lange in Los Angeles lebst.
Das ist eben die Sprache der englischen Arbeiterklasse. Vieles ist in Schimpfwörter verpackt, aber wenn du mit den richtigen Leuten unterwegs bist, wird das als Kompliment wahrgenommen. Das hat viel mit Ironie zu tun. Es gibt einen weitern Song auf dem neuen Album. Pretty Awful. Da geht es darum, jemanden auszuchecken. Der wichtige Teil des Textes lautet: „But I like you!“ Das ist typisch englische Working Class.

Wenn wir schon bei einzelnen Songs sind. Being Stupid Again. Geht es da um die Diskurse, die in einer jüngeren Punkszene stattfinden?
Junge Menschen hängen zu vielen Manifesten an. Sie glauben jeden Scheiß, ohne etwas zu hinterfragen. Manchmal habe ich das Gefühl, junge Uniabsolventen haben einen sehr beschränkten Horizont und sind sehr eingefahren. Sie hängen häufig einer einzigen politischen Theorie an, ohne zu merken, dass das in der echten Welt nicht praktikabel und umsetzbar ist. Ich will ja keine Straßenkämpfe mehr veranstalten, um Meinungen durchzusetzen, aber warum kann heutzutage denn nicht mehr offen diskutiert werden? Und jedes Argument wird angehört. Come on! Wir sind alles Menschen und wenn wir überleben wollen, müssen wir Freunde werden und keine Feinde. Und mit meinen Working Class Hintergrund sage ich dir, jegliche politische Ideologie ist unser größter Feind. Das ist ein Ersatz für Religion. Im Grunde ist es nichts anderes. Aber dann ist es eine wirklich schlechte Wahl. Wir sollten Individuen sein und nicht darauf hören, was irgendjemand vor 100 Jahren in einem Buch geschrieben hat.

Apropos Buch. Ich habe Tenement Kid von Bobby Gillespie gelesen. PIL spielte eine große Rolle in seiner musikalischen Entwicklung. Wie siehst du deinen Einfluss auf andere Bands von sagen wir Mitte der 80er bis Mitte der 90er Jahre?
Oh Bobby! Ich wusste nicht, dass er ein Buch draußen hat! Er ist ein toller Typ. Und ich liebe Primal Scream.

Du warst ein Vorbild für ihn.
Das hat er mir nie erzählt!

Er war von den ersten PIL-Platten sehr beeindruckt.
Wie immer, wir müssen alle unser Wissen erweitern. Das geht am besten, wenn die Musik sich verändert. Je mehr du lernst, desto mehr kannst du anbieten. Das ist sehr wichtig, um die Regeln und Barrieren zu brechen. Sobald du eine Kategorie wie Punk akzeptierst, wozu wir angeblich auch gehörten, beschränkt dich das. Und das ist nicht richtig. Als menschliches Wesen will ich mich nicht beschränken lassen. Wenn ich ein wildes Pferd wäre, würde ich mich nicht einsperren lassen. Simple as that, all right? Ich weiß, dass ein Publikum sehr viel verlangen kann. Sie wollen, dass du für immer so klingst, wie es auf dem ersten Album der Fall war. Aber das Leben macht ja was mit dir. Alles um dich rum verändert sich. Und du musst schnell sein, um dich mit zu verändern. Ansonsten limitierst du dich selber. Verstanden?

Ich denke schon.
Es geht immer um Regeln. Du bringst kleinen Kindern Regeln bei. Und wenn sie dann größer werden, stellen sie fest, a lot of these rules are for fools. Und dann stellen sie fest, viele Menschen auf dieser Welt sind Idioten. Das bedeutet aber nicht, dass wir das akzeptieren müssen. Wir können ein Beispiel für eine Alternative sein. Und ich denke PIL, waren über die Jahre ein gutes Beispiel. Wir schaffen es, Menschen aus ihrer Komfortzone zu ziehen. Wir haben sicherlich viele Menschen beeinflusst. Wenn du schwimmen lernen willst, musst du ins tiefe Wasser springen. So habe ich alles gelernt.

Willst du so etwas mit dem neuen Album immer noch erreichen?
Oh yeah! Du lernst nie aus. Also ja. Und du solltest nie aufhören zu lernen, bis du irgendwann stirbst. Es gibt keine absolute Weisheit, aber vielleicht sollte es absolute Zufriedenheit heißen. Aber solange wir auf diesem Planeten leben, werden wir nie vollkommen zufrieden sein.

Kannst du den Unterschied zwischen What the World Needs Now (dem letzten PIL Album) und End of the World beschreiben? Das Wort „World“ kommt in beiden Titeln vor. Einmal im negativen Sinne und einmal im positiven. Welches ist für dich negativ?
End of the World! Eigentlich ist das Titelstück ein sehr positives Lied. Es geht darum, ein Risiko einzugehen. Los, trau dich, spring! Ich bin ein Spieler und tue alles, um zu überleben. End of the World als Albumtitel ist mit einem offenen Fragezeichen versehen. Wenn wir nicht lernen, mit anderen Menschen zu teilen und wir Meinungen anderer Menschen nicht zulassen, haben wir am Ende nichts mehr. Nichts außer Hass. Und ich bin für das Gegenteil von Hass. Ich bin fürs Teilen, für Empathie und für Menschlichkeit. Ich erwarte, dass jeder Mensch für sich etwas anderes denkt. Was ich aber nicht akzeptiere, ist, wenn mir jemand sagen will, was ich zu tun und lassen habe. Und das ist das Problem mit dem modernen Denken. Es ist alles wie ein geschlossenes Buch. Eine hässliche Art zu denken, hässlicher Egoismus und absolut destruktiv.

(Wer hätte das gedacht, John Lydon ist im Grunde seines Herzens ein Hippie! Oder zumindest ein Humanist. Wenn er so argumentiert, hat er natürlich mit allem recht. Für John bedeutete Punk schon immer die größtmögliche Freiheit zu erlangen, ohne sich dazwischenreden oder kritisieren zu lassen. So ruhig und sachlich trägt Lydon seine Kritik allerdings selten vor. Oder die britischen und amerikanischen Medien bauschen seine Aussagen absichtlich auf, bis nur noch einzelne Sätze in den sozialen Medien hängen bleiben. Natürlich geht es ums Akzeptieren von anderen Meinungen. In einem gewissen Rahmen natürlich, manche Dinge sind hingegen wirklich nicht verhandelbar. Über andere Dinge muss unbedingt offen diskutiert und nicht gecancelt werden. Sonst gibt es nur einen Gewinner: Die Rechte.)

Gibt es ein Überthema auf dem Album oder einen roten Faden?
Wenn du es so betrachtest, geht es auf dem Album immer darum, das Leben infrage zu stellen und alles, was um dich rum passiert. Zum Beispiel der Song Penge, in der Geschichte geht es um einen Wikingerüberfall auf eine britische Seestadt und jeder stirbt. Denn das ist es, was Wikinger taten, sie töteten und stahlen. Um die Kinder zu schützen, wurden sie an einen Priester übergeben. Aber Priester tun nun mal, was Priester tun. Wie immer im Leben; Wähle nicht die erste Möglichkeit, die sich bietet, sondern strenge deinen Kopf an und finde die beste Lösung. Ich jedenfalls würde keinem Priester folgen. Und das ist Penge! Es gibt eine Zeile in dem Song „Don’t tell your parents“ – das ist der Priester, der da spricht.

Du sagtest vorhin, du wusstest nicht, wie du mit Journalisten umgehen solltest, bist aber in den Medien noch immer als Krawallbruder bekannt. Schockierst du gerne?
Gefiel mir das Ergebnis? Natürlich tat es das! Mir gefiel es, wenn die Menschen schockiert von meinen Reaktionen waren, wenn sie mich wieder mal belehren wollten. Aber sie hatten keine wirklichen Argumente gegen mich. Wenn ich sie dann gestellt hatte, habe ich die Diskussion eigentlich immer gewonnen. Denn ich kenne mich selbst besser als jeder andere. Sag mir nicht, was ich machen soll! I’ll tell you! Und wenn es dir nicht gefällt, ist mir das recht. Aber mich wirst du nicht ändern. Wir können das alles durchsprechen. Ob du es glaubst oder nicht, ich besitze eine Menge Werte, schon immer. Ich bin nicht selbstmitleidig, habe keine Angst, meine Meinung zu ändern. Im Gegenteil, du musst dazu fähig sein, wenn du auf der falschen Spur bist.

Wenn nicht, dann befindest du dich auf einen Weg der Zerstörung und des Todes. Natürlich habe ich schon mal meine Meinung geändert. Sehr oft sogar. Wenn du falschlagst, sei ein Mann, steh auf und gebe es zu. Und du wirst feststellen, die Menschen werden dich dafür nicht hassen, sondern viel mehr lieben. Erzähle bloß keine Lügen, du wirst dich am nächsten Morgen eh nicht mehr daran erinnern und dann stehst du da. Aber das ist eine andere Geschichte.

Den meisten Menschen fällt es allerdings schwer Fehler zuzugeben.
Warum ist das so? Herrscht so ein großer sozialer Druck auf den Menschen, dass sie es nicht können? Ich habe diese Schwelle nicht. Ich muss niemanden beeindrucken. Ich muss mit mir im Reinen sein. Darum mache ich mir keine Gedanken darüber, was andere Menschen über mich denken. Es interessiert mich nicht, was du über meine Klamotten denkst, es interessiert mich nicht, ob dir mein Haarschnitt gefällt und es interessiert mich nicht, was du über meine kaputte Brille denkst, die ich mit einer Sicherheitsnadel repariert habe. Es ist die beste Brille, die ich habe. Da werde ich die bestimmt nicht wegschmeißen. Da bin ich eher praktisch veranlagt. Um in dieser Welt zu überleben, musst du dir bewusst werden, wer du bist. Und dafür musst du ehrlich zu dir sein. Natürlich ist das hart. Aber das unterscheidet den Schäfer vom Schaf. Und Johnny lässt sich nicht anbinden! No, no, no!

Wir müssen leider schon zum Ende kommen, lass mich noch fragen, am Anfang von PIL, hättest du gedacht, die Band für über 40 Jahre zu haben?
Nein! Das war niemals geplant. Ich hatte mir nur vorgestellt, eine etwas längere Zeit zusammenzubleiben. Aber irgendwie fehlte immer das Geld, denn die Plattenfirma zog immer alles ein und kontrollierte die Kohle und irgendwie blieb nie was über. Es dauerte wirklich sehr, sehr lange, bis ich finanziell nicht mehr auf die Musik und vor allem nicht auf eine Plattenfirma angewiesen war. Die heutigen PIL sind vollkommen selbstständig. Es ist, wie wir es nennen, outside of the shitdom. Das ist uns sehr wichtig. Und ein Grund dafür, dass wir vier bisher drei Alben zusammengeschrieben haben und noch immer Freunde sind. Wir ticken nicht mehr wie eine Firma. Die Typen von den Plattenfirmen sitzen doch alle an einem großen Konferenztisch und entscheiden darüber, wie deine Zukunft aussehen soll, ohne auch nur ein Wort mit dir zu wechseln. Sie schreiben dir ein Manual, du musst eine Hitsingle schreiben. Nein, muss ich nicht. Und so viele Bands akzeptieren diese Kategorien und limitieren sich damit selbst. Ich bin nicht hier, um der Popmusik zu gefallen. Ich bin hier als Individuum. So denken alle bei PIL. Das kannst du mögen oder ignorieren und die Top 30 hören. Du kannst natürlich auch vorgeben, ein Rebell zu sein, weil du nur Punkrock hörst. Das sind dann die schlimmsten Schafe!

Ich habe jetzt noch eine Frage.
Okay, aber lass mich das noch eben loswerden. Bitte, Boys & Girls, kriegt eure Ärsche hoch und geht aus dem Haus. Geht auf Konzerte. Entertainment findet nicht da statt, was auf .com endet. Es geht nur durch persönliche Kontakte und Live-Erlebnisse sind ein Schlüssel dazu. Und ich meine damit nicht irgendwelche dicken Liveshows mit Lichteffekten wie Las Vegas. Es geht um die Kneipe, um die Ecke, um die Nachbarn und macht Musik. Das ist meine Wissenschaft.

Ich möchte noch mal über TV sprechen.
Fuck that.

Es gibt die Serie von Danny Boyle über die Sex Pistols. Darüber hast du schon öfters was gesagt. Aber wünscht du dir so was auch für PIL?
In der Produktion war ich nicht involviert. Es wurde vor mir sogar jahrelang geheim gehalten. Mein Teil wurde auch reduziert gezeigt. Dabei war ich der Songwriter und stand für das Image der Band. Es ist nun eine Serie über three fucking morons. Und das sind Glen, Paul und Steve. Wenn du nicht mit dem Leadsänger und Songwriter sprichst, dann kannst du es nicht Dokumentation nennen. Sie gaben mir dann eine Woche Zeit, mich dazu zu äußern und verklagten mich schließlich mithilfe der Disney-Money. Offensichtlich hatte ich nicht genügend Kohle, um mich zu wehren. Danny Boyle und die drei Sex Pistols Has Beens sind verdammte Kapitalisten. Und das ist der Gegner von der ursprünglichen Idee hinter den Sex Pistols.

Aber was ist mit PIL? Würdest du bei so einer Produktion mitmachen?
Es gibt eine Dokumentation! Aber ich kann mich gerade an den Titel nicht erinnern. Check das. Es ist eine interessante Arbeit. Viele Liveaufnahmen, anhand derer unsere Geschichte nachgezeichnet wird. Wirklich toll. Und vor allem echt. Danny Boyle mag gute Filme machen, aber dann sind es eben Schauspieler, die etwas darstellen oder nachspielen, aber es ist nicht echt, nicht die Wirklichkeit.

Das wars. Keine Fragen mehr. Vielen Dank.
Okay, cool. Das hat Spaß gemacht. Kann ich noch was sagen?

Klar!
Liebe Leute, lasst uns lachend sterben statt wütend. Aber nutzt die Energie von Wut, um eine verdammt gute Zeit zu haben. Peace!

Interview: Claas Reiners

 

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