80´s SPANIEN HARDCORE SPECIAL Teil 1 (#228, 2024)
80´s SPANIEN HARDCORE SPECIAL Teil 1
„Es war ein Lebensgefühl mit der Absicht die Gesellschaft zu pervertieren, zu existieren und sich zu vereinen, um die Bevölkerung zu ärgern, um alles zu verherrlichen, was sie zum Entsetzen bringt.“
Silvia Escario – ULTIMO RESORTE
Der 80´s Hardcorepunk in Europa wurde in der allgemeinen Geschichtsaufarbeitung eher in England, Finnland, Schweden, Norwegen, Deutschland, Holland, Belgien und Italien wahrgenommen. Doch neben Italien brachte im südeuropäischen Raum vor allem auch Spanien überraschend viele hochenergische und mitreißende Bands hervor, die dem Standard vom restlichen Europa in Nichts nachstanden, aber dennoch bis heute stark unterschätzt sind. Musikalisch sowie auch von den anarchistischen Inhalten beeinflusst vom Hardcorepunk aus den USA und England, hatten die spanischen Bands dennoch eine ganz eigene Note. Schon allein diese leidenschaftlich, feurige spanische Sprache mit dem rollenden „Rrrr“ passte genauso wie das italienisch perfekt zu dem wütend, angepissten und in sich selbst überschlagenden Überschall-Hardcoresound jener Tage.
Wo es darum ging über die Extreme zu schießen, um möglichst viel überwältigende Energie und Lebenslust freizusetzen und in so etwas wie Musik zu verarbeiten. Das ist für mich genau diese Art von exzessiven, aufbegehrenden Hardcore, bei dem du das Gefühl hast das damit eine ganze Regierung zu stürzen sei, auch wenn das natürlich wie in jedem anderen Land in dieser Welt nie passiert ist. Stattdessen schien den Interviews zu Folge ein großer Teil der spanischen Hardcoreszene im Heroinsumpf untergegangen zu sein, was so einigen Zeitzeugen das Leben kostete.
By the Way erwähne ich das, weil ich mich selbst noch an einen Urlaubsaufenthalt mit meinen Eltern in Barcelona Mitte der 80er erinnern kann, wo ich an einem Tag gleich zweimal jene Sucht zu sehen bekam. Denn Nachmittags kam ein städtischer Säuberungsdienst, um einen öffentlichen Platz von all den vielen Spritzen zu befreien und Abends kam uns ein völlig zugedröhnter Junkie, mit einer Nadel im Arm entgegen, um meinen Vater nach der Urzeit zu fragen.
Als circa 8-jähriger Bursche hatte ich richtig Angst vor diesem umherwankenden Zombietypen und dieses Erlebnis und die spätere Heroinszene zu Punktagen im Stadtpark, schreckte mich intuitiv vor dieser selbstzerstörenden Droge ab. Doch belassen wir das Thema hierbei und kommen zurück zu den mitunter wichtigsten, spanischen Hardcorepunkbands der Achtzigerjahre, die ich in meiner Oldierubrik „Neu“ der TRUST # 204 besprochen habe.
Darunter verbargen sich folgende Klassikerplatten:
ULTIMO RESORTE – Que Dificil Es Ser Punk! – Post-Mortem
SUBTERRANEAN KIDS – Subterranean Hardcore – Los Ojos De La Víctima – Hasta El Final
G.R.B. – st (Maqueta) – Estoy Tan Contento 7” – Cuentos y leyendas
ESPASMODICUS – st
T.D.K. – Esto Es Una Empresa Capitalista – Carnevision – A Toda Prisa
ANTI-DOGMATIKSS – Rompan Filas – Unreleased Tape – Nooooo
H.H.H. – Complete Discography 1985-1993
L´ODI SOCIAL – Que Pagui Pujol – Esventats
Und natürlich hatte das Spanien der 80er noch einige weitere überzeugende HC-Bands, wie z.B. R.I.P., ULTIMO GOBIERNO, IV REICH, über die es auf der Webseite CVLT Nation, unter dem Begriff: „Spanish HC Assault In The 1980’s“ einen lesenswerten Artikel gibt. Desweiterem sind auch CODIGO NEUROTICO, KANGRENA, BAP! und zum Teil auch RADIKAL HARDCORE sehr gut und wer es gerne ein klein wenig melodiöser mag, dem seien M.C.D. zu empfehlen. Als spät entdeckter Geheimtipp blasen mich auch TOREROS AFTER OLE mit ihrer 12“ „Grabaciones“ total weg. Zahlreiche weitere Bands finden im Laufe der Interviewreihe noch ihre Erwähnung. Jedenfalls gab es in Spanien erstaunlich viele Hardcorebands.
Mein Dank geht an Bolo Subterranean. Der mich über Facebook mit einem Großteil der Kontaktadressen versorgte und seine eigenen, sehr informativen Einblicke in die damalige Szene schilderte. Ohne Bolos Connections wäre dieses Special wohl nie zu Stande gekommen. Bolo ist ein bis heute aktives Urgestein der spanischen Punk und Hardcoreszene. Er spielte bereits in seinem 13. Lebensjahr bei FRENOPATICSS Schlagzeug, daraufhin war er bei EXTERMINO und SHIT S.A. tätig, bevor er bei SUBTERRANEAN KIDS einstieg, der wohl bekanntesten spanischen Hardcoreband der 80er. SK waren auch die erste spanische HC-Band die mit dem Van durch Europa tourten, dabei entstand auch eine Liveplatte in der „AU Frankfurt“. Momentan oder in den letzten Jahren spielte er bei den AGAINSTERS und aktuell bei DEAD PEOPLE, die beide sehr empfehlenswert sind!
Sehr dankbar bin ich auch um Silvia´s unterstützender Beteiligung, die auch wiederrum den Kontakt zu Strong von G.R.B. und Gos von L´ODI SOCIAL ausarbeitete. Vor allem ist Silvia in ihrer Attitüde sehr bewegend und mitreißend. Silvia wurde bereits in den späten 70ern in London vom Punk geprägt und beeinflusst. Bei ihren definierenden Worten für das enthusiastische, aufbegehrende und aufrichtige Punk-Feeling, spricht sie mir aus der tiefsten Seele. Denn Silvia erinnert einen wieso dieser Ausbruch aus all den gesellschaftlichen Zwängen und Normen einst und auch heute noch so wichtig ist.
Auch wenn Silvia darauf hinweist das ihre von 1979-1984 existierende Band ULTIMO RESORTE keine Hardcoreband war, so ist der Bandstammbaum im näheren Umfeld zu G.R.B. und Subterranean Kids dennoch ein Vorläufer, eine fruchtbare Keimzelle für die spätere HC-Bewegung in Barcelona oder Karcelona, wie es Silvia andeutet. Heute singt sie bei ALGO TOXICO die den Geist von Ultimo Resorte in einer musikalisch breitgefächerten Version fortbehalten.
Und da wären wir bei Strong von G.R.B., der auch eine Menge zu erzählen hatte und seinen individuellen, durchdachten und wortgewandten Standpunkt preisgibt. G.R.B. haben für mich vermutlich einen gleich hohen Stellenwert wie für manch andere Leute Bad Brains, D.R.I. oder die italienischen Negazione. Ihr erstes Tape „Maqueta“ übertraf in Sachen Schneller, Härter, Lauter-Hardcore für mich beinahe alles bisher dagewesene und ich verfalle beim anhören nach wie vor in einen exzessiven HC-Rausch, bei dem es mir äußerst schwer fällt Ruhe zu bewahren. Doch auch ihre Single „Estoy Tan Contento!“ und ihre einzige LP „Cuentos Y Leyendas“ sind Meisterwerke des frühen spanischen Hardcore. Über Tralla Records und BCore erschienen zwei sehr gute Compilations. Die Geschichte hinter der Band ist dazu sehr interessant und spannend.
Und auch L´ODI SOCIAL sind nicht wegzudenken aus der spanischen Hardcoregeschichte und veröffentlichten 1986 mit der EP „Que Pagui Pujol“ und 1990 mit der LP „Esventats“ zwei aussagekräftige Alben, die sich auch musikalisch weiterentwickelten. Ihr Sänger Gos ist bis heute noch aktiv im politischen Szenegeschehen Barcelonas.
Sehr aufbegehrend und überschlagend in ihrer Energie waren auch die 1983 in Barcelona gegründeten ANTI-DOGMATIKSS. Eine politisch geprägte Hardcorepunkband die zu ihrer Zeit drei großartige Demotapes herausbrachten und im Jahre 2000 über Tralla Records als LP/CD wiederveröffentlicht wurden. Ihr Bassist Sisa beantwortete meine Fragen.
Bei Ultimo Resorte, G.R.B. und L´Odi Social habe ich die Antworten und Fragen vom deutschen ins spanische (und umgekehrt), über das sehr gute Übersetzungsprogramm Deepl. übersetzen lassen. Wenn sich also doch ein paar grammatikalische oder informelle Fehler eingeschlichen haben sollten, dann bitte ich dies zu entschuldigen.
Desweiterem habe ich noch H.H.H. und T.D.K. (auch T.De K. genannt) für ein Interview angefragt, doch nach einer anfänglichen Interesse kam da leider nichts mehr zurück. Falls doch noch was kommen sollte, gibt es einen Nachschub. Dennoch liefern auch Bolo, Silvia, Strong, Sisa und Gos genügend wichtige und authentische Einblicke in den spanischen Hardcore der 80er, so dass das „Spanish Hardcore Special“ sehr ausführlich und informativ geworden ist. Als ein affiner Punkmusikarchäologe und Spanien-HC-Fan wären mir halt noch mehrere diverse Einblicke lieber gewesen.
Auch deswegen weil mich die Sichtweise von H.H.H. als Kleinstadtbewohner im Norden Spaniens und T. De K. aus Madrid auch sehr interessiert hätten. Aber von der hohen Anzahl an Bands war Barcelona anscheinend auch die Hochburg an Hardcorepunk. Vermutlich so wie bei uns Berlin oder Hamburg. Weswegen bei genauerer Betrachtung das Special eher „80´s Barcelona Hardcore Special“ heißen müsste, aber wir wollen auch nicht kleinlich sein. Nun aber erstmal viel Spaß beim lesen. Nach einem allgemeinen Fragenblock, folgen noch zu jeder Band ein paar explizite Fragen.
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In Spanien und insbesondere in Barcelona gab es unter anderem mit ULTIMO RESORTE, SUBTERRANEAN KIDS, G.R.B., L´ODI SOCIAL, ANTI-DOGMATIKSS, sowie T.D.K. aus Madrid, R.I.P. aus Mondragón und H.H.H. aus Cataluña eine Reihe an großartigen HC-Bands. Was waren die Gründe dass ihr eine solch aktive und lebendige HC-Szene hattet?
Subterranean Kids: Wenn ich über das alte Barcelona spreche in dem wir aufgewachsen sind, kann ich sagen dass es vor der Olympiade eine sehr offene Stadt war, mehr als der Rest des Landes. Es lag in der Nähe von Frankreich, in der Nähe von Europa vor der EU und war nicht so verschlossen wie Spanien im Allgemeinen. Es begann Anfang der 80er mit Bands wie Ultimo Resorte, Kangrena, Frenopaticss, Ruidos Molestos, Shit S.A., La Banda Trapera del Rio… Aber schon bald gründete eine neue Generation ihre eigenen Bands, jetzt können wir über Subterranean Kids, L’Odi Social, GRB, Anti-Dogmatikss, HHH, Monstruacion… sprechen und auch Fanzines, Hausbesetzungen und das buchen von DIY-Shows nahmen ihren Anfang. Es tourten auch ausländische Bands wie Razzia, BGK, Blut + Eisen, Torpedo Moscow, Youth Brigade, Peter & The Test Tube Babies durch Spanien, aber vor allem hatten MDC unsere kleine Szene damals stark beeinflusst.
Anti-Dogmatikks: Ich denke die meisten von uns waren begierig etwas zu tun. Wir waren jung und hungrig, Menschen mit neuen Ideen und Haltungen. Und wir wollten es auf eine andere Art und Weise machen, wahrscheinlich weil sich sonst fast niemand für die aufkommenden Punk/HC-Bands interessierte. In Barcelona gab es nur sehr wenige Orte an denen man spielen konnte und die Auftritte waren sporadisch, aber wir versuchten uns mit allen Mitteln auszudrücken. Ich erinnere mich an die frühen 80er Jahre als private Veranstaltungsorte wie Zeleste und Magic anfingen New-Wave- und Punk-Bands auftreten zu lassen, oder an Orte wie Transformadors, die der Stadtverwaltung angehörten (mit denen man erst verhandeln musste) und manchmal gab es auch einmalige Orte wo Konzerte stattfanden, wie in Schulen, Parks, Bars, Partys oder bei Hausbesetzungen. Ebenfalls sehr wichtig waren Zines und Radiostationen – Radio P.I.C.A. war einer der wichtigsten Piratensender Barcelonas, mit verschiedenen Programmen alternativer Musik und Ideen (Industrial, Punk, Poesie, Experimentelles,…). Außerdem hatten wir (Ferran Anti/Domatikss Gitarre, sein Bruder Joni D und ich) für eine kurze Zeit eine Radiosendung namens „Likuadora Punk“ in einem freien Sender in Sant Andreu, einem Viertel von Barcelona. Später war ich an einer weiteren Sendung im Radio P.I.C.A. beteiligt, „Maximum Clatellot“ mit meinen Freunden Jordi und Roger (ich bin schon seit Jahren nicht mehr dabei, aber sie leiten die Sendung heute noch). Der Kontakt mit Leuten aus anderen Gegenden wie Zaragoza, Euzkadi, Madrid und dem Ausland waren ebenfalls wichtig. Das geschah meist durch Briefe und manchmal durch den Austausch von Kassetten und Zines.
Ultimo Resorte: Ultimo Resorte war keine Hardcore-Band, aber ja es gab eine recht interessante Szene in diesem Land und zwar wegen des Enthusiasmus mit dem wir alle Punk gelebt haben. Obwohl HC für mich eine sehr männliche Sache war und manchmal war die Tatsache ein Mädchen zu sein das von Anfang an Punk gesungen hat, ein wenig verdrängt worden. Ich hatte immer das Gefühl das alles was ich getan hab falsch war, aber bei den Konzerten von Ultimo Resorte waren all die Leute da die später zum HC konvertierten, also musste ich doch etwas richtig gemacht haben.
GRB: Zunächst einmal sollten wir über Etiketten sprechen und darüber was Hard Core bedeutet, wenn wir über die aus dem Punk stammende Szene sprechen. Ich werde während des gesamten Interviews versuchen die Fakten und Umstände der damaligen Zeit, die sehr intensiv war, objektiv darzustellen. Dies ist eine persönliche Sichtweise und entspricht nur meiner eigenen Interpretation dessen, was ich damals erlebt und gedacht habe und was ich darüber heute denke. Als Label versucht HC zu standardisieren und in einigen Fällen können Bands einer Norm folgen und sich freiwillig in eine Schublade stecken lassen, wie es so oft mit dem Punk-Label passiert ist. Ich denke das HC so wie ich ihn verstehe, eine Strömung mit Haltung und musikalischer Bewegung war, in der der Intellekt eine wichtige Rolle spielte, ich meine das es bewusst darauf abzielte, für eine ausgeprägte Persönlichkeit zu sorgen, eine eigene Haltung, eine ausgearbeitete reflexive und politische Botschaft, eine ausgearbeitete Musikalität. Daher kann ich Ultimo Resorte nicht als HC bezeichnen, genauso wenig wie L´Odi Social oder Anti Dogmatiks, ich denke, diese Bands könnten in viel mehr Etiketten passen, sie decken mehr den Zeitraum und das Spektrum von Musik und sozialem Protest ab.
L´Odi Social: Die Hardcore-Szene tauchte in unserem Leben auf, als wir schnellen und wütenden Punk spielten. Wir alle bei L’ODI SOCIAL mochten das sehr, also begannen wir diese Melodien, Breaks in unsere neuen Songs einzubauen. Tatsächlich hat L’ODI SOCIAL zwei LP’s, die erste mit beschleunigtem Punk und die zweite mit reinem Hardcore aufgenommen.
Wann und wie kam es zu eurer Bandgründung?
Ultimo Resorte: Nun, um euch meine Situation zu erklären, ich ging nach London ohne zu wissen dass es dort Punk gab. Ich war in dem gleichen Alter wie John Lydon, Sid Vicious oder Siouxie und als ich in London angekommen bin, war meine erste Begegnung mit Punk jene, als ich ein paar Mädchen traf deren Augen schwarz angemalt und nur mit schwarzer Unterwäsche bekleidet waren. So etwas habe ich noch nie gesehen und mich faszinierte dieses subversive Freiheitsgefühl. Und so kam es dazu dass ich in Punkclubs wie das Marquee, Vortex, Roxy und in die Sex-Boutique ging und dort lernte ich ohne englische Sprachkenntnisse das Punk „Do It Yourself“ und „Think for yourself“ bedeutet, dass es keine Regeln gab, dass man die Rockmusikmagazine mit ihren pedantischen Kritiken umstoßen konnte, indem man seine eigenen Fanzines machte um selber Bands zu unterstützen, anstatt sie zu beurteilen. Und ich lernte auch dass man keine musikalischen Fähigkeiten beherrschen musste um Punk zu spielen, dass es nicht wichtig war gut oder perfekt zu klingen und das es das wichtigste war wie hart oder schnell man spielen konnte. Ich lernte auch dass im Punk alle Menschen gleich waren, dass es keine Unterschiede oder Barrieren gab zwischen Musikern und Publikum, zwischen Mädchen und Jungs, zwischen Weißen und Schwarzen. Es benötigte nur den Willen dazu und das zeichnete Punk für mich aus.
Ich war von klein auf, ein begeisterter Anhänger von Progressive Rock, Hard Rock, Symphonic Rock, Krautrock, Jazz und Blues gewesen. Aber dieses selbstüberschätzende Super-Ego von Rick Wakeman (Anmk: Er gilt laut Wikipedia als einer der wichtigsten Keyboarder des Progressive Rock), mit seinem goldenen Umhang und seinem pompösen Orgelspiel war mir auf einmal zu viel des Guten und so beschloss ich meinen Geschmack von Perfektion gegen die Frische und Unverfrorenheit des Punk einzutauschen und so gab es für mich kein Vorher. Denn jetzt hört man Musik auf eine andere Art, vorher saß man still in einem Raum und hörte sich die Platten aufmerksam an, aber mit Punk war alles anders. Als ich nach dieser kurzen Reise nach Barcelona zurückkam, dachte ich rund um die Uhr nur noch an Punk und ich kam mit der Absicht zurück sofort eine Band zu gründen. Vorerst schaltete ich erfolglos einige Suchanzeigen in Rockmagazinen, aber schließlich lernte ich einen Punker aus meiner Stadt Sant Boi kennen und mit ihm führte ich das Projekt durch, denn Juanito war genauso begeistert von Punk wie ich. Ich bin kein Punk-Gelehrter, aber ich weiß das Punk gelebt und nicht studiert werden muss, schließlich kann man das Leben nur lernen indem man es lebt und Punk ist vor allem viszeral.
Subterranean Kids: Ich begann 1980 als Teenager mit 13 Jahren bei Frenopaticss Schlagzeug zu spielen. Nachdem wir uns aufgelöst hatten spielte ich bei Exterminio, einer Band aus Girona und später bei Shit S.A. und Subterranean Kids. Zu jener Zeit trampte ich auch mit einem Freund nach Amsterdam um D.O.A. im EMMA zu sehen. Im Sommer 1985 begannen wir mit dem Schreiben der Songs für unser erstes Demo und im Dezember nahmen wir es auf.
GRB: Die Rede ist von GRB, meinem Leben, das durch eine fast zweijährige „Entführung“ durch die spanische Armee unterbrochen wurde. Ich verließ meine frühere Band, Freunde, Familie, Projekte und meinen Alltag von einem Tag auf den anderen. Ich hatte Glück das sie nach meiner Rückkehr immer noch auf mich zählten und darauf warteten, dass ich GRB wieder beitrete. Angel war ein alter Freund, mit dem ich die Anfänge des Punk geteilt hatte und der für mich ein Mentor und Vorbild war, mit Juanito hatte ich Erfahrungen in der Band Ultimo Resorte geteilt, ebenso wie mit Mike. Und mit Alberto habe ich die mehr musikalische und aktivistische Seite wiedergefunden. Sie alle waren meine besten Freunde, was wollte ich mehr. Ich war sehr glücklich.
Anti/Dogmatikss: Ich wohnte in La Roca, einem kleinen Dorf etwa 30 km von Barcelona entfernt. Es gab nicht viel zu tun. Ich hatte ein paar Freunde und wir trafen uns zum Kartenspielen, Trinken, Rauchen und Musik hören (Rock, Punk, Heavy, New Wave,…). Um `82 fing ich an nach Barcelona zu fahren um Ausschau zu halten nach Platten, Zines und Punks. Die ersten Punks die ich traf war eine Gang die in einer Band namens Vómitos Clandestinos spielten, sie waren nette Leute aber auf die zerstörerische Art und Weiße mit viel Alkohol, Pillen, Klebstoff schnüffeln. Es fühlte sich an wie eine chaotische Enthemmung auf den Straßen Barcelonas. Zum Glück lernte ich bei einem Konzert sofort neue Freunde kennen. Es waren Ferran und sein Bruder Joni D von der Band Epidemia und dem Zine Melodías Destruktoras. Ohne jegliche musikalische Erfahrung und einem eigenen Instrument trat ich bei der Band als Bassist ein. Epidemia lösten sich auf und Ferran und ich gründeten im September `83 Anti/Dogmatikss.
L´Odi Social: Die Band wurde Anfang der 80er Jahre gegründet, sie hatte einige Besetzungswechsel bis zur endgültigen Besetzung, mit der wir unsere Alben aufnahmen.
Zwei wichtige spanische Bands waren natürlich auch ESKORBUTO aus Santurtzi und LA POLLA RECORDS aus Agurain/Salvatierra. Als Außenstehender würde ich diese Bands jedoch eher dem klassischen Punkrock zuordnen. Welche Rolle spielten die beiden Bands für die spanische Szene und explizit für euch?
GRB: Es ist nicht so seltsam, wenn man die Umstände kennt. Eskorbuto und La Polla Records gehören zu EuskalErrien, einem anderen Land mit einer einzigartigen und differenzierten Kultur. Das spanische Cajon ist eine Erfindung, die darauf abzielt Identitäten zu assimilieren und zu zerstören. Mit dem Punk-Label ist es dasselbe. Viele Gruppen, darunter Eskorbuto hatten in ihren Ursprüngen nichts mit Punk zu tun, sie waren Menschen von bescheidener Herkunft in einer gefährlichen und deprimierenden Zeit, ihr Ursprung liegt eher im radikalen Rock und sozialen Protest.
Der Unterschied zum ursprünglichen Punk, der Zynismus, Ästhetik und Underground-Comedy beinhaltete, kontrastierte mit der Realität der Arbeiterschicht und den harten sozialen Bedingungen der industriellen Umstellung des Baskenlandes zu jener Zeit. Natürlich hatten Eskorbuto und ihre eigentümliche und dramatische Geschichte nichts mit HC und natürlich auch nichts mit GRB zu tun. Eskorbuto und GRB trafen sich mal bei einem Konzert in einem Stadion. Jedoch sind die Erinnerungen etwas verblast, ich weiß nicht mehr genau ob wir auf der Bühne aufgetreten sind oder nicht, jedoch weiß ich noch das wir uns im Backstage trafen und sie am Schluss die ganze Gage eingenommen haben. Wenn wir Eskorbuto eher dem klassischen Punk zuordnen müssten, hatten sie eine ganz andere Persönlichkeit und einen ganz anderen Sound. Ich würde sie nicht der HC-Szene zuordnen, sowohl was die Form und den Inhalt ihrer Texte, als auch ihre Ära betrifft.
Anti Dogmatikks: Ja diese Bands sind große Namen der spanischen Punkgeschichte. Aber sie interessierten mich persönlich nicht wirklich. Ich habe sie nie live gesehen und besitze nur die La Polla-LP „No somos nada“, aber ich mochte sie nie besonders. Ich muss sagen dass ich in dieser Zeit mehr auf Anarcho-Punk und DIY-Bands stand, und auch auf schnellere Bands.
Subterranean Kids: Ich habe diese Bands nie verfolgt. Sie waren hier ziemlich groß, aber ich habe immer mehr andere befreundete Bands wie R.I.P., CICATRIZ, B.A.P. (Brigada Anti Policial), TORTURA SISTEMATIKA, KARKAXA… bevorzugt.
Ultimo Resorte: Gegen Eskorbuto hatte ich einen ziemlichen Groll, weil ich mitbekommen habe das sie um ihre Heroinsucht zu finanzieren andere Bands mit denen sie zusammenspielten, um deren Equipment beklauten. Ich verstand nicht wie unsere Generation, nachdem sie gesehen hatte, was Heroin mit den Hippies anrichtete, erneut den gleichen Fehler begehen und in diese gefährliche Falle tappen konnten. Aber dennoch wurde mir später bewusst, dass die Regierung aufgrund des rebellischen Hintergrunds der damaligen Jugend selbst das Manöver unternommen hatte, Heroin in diese Kreise einzuführen und das Ergebnis war verheerend, eine ganze Generation ging wieder einmal zum Teufel.
Aus dieser eher subjektiven Sicht habe ich Eskorbuto damals wegen ihrer Sucht verabscheut, erst mit der Zeit habe ich erkannt wie aufrichtig sie waren. Und was La Polla Records angeht, so hat mich ihr Aufstieg zu einer sehr schlechten Zeit erwischt, ich war in Krankenhäusern bei Injektionen und wusste nicht was um mich herum geschah. Aber La Polla Records ist wirklich eine der besten Bands die es hier je gab. Evaristo ist ein Punk-Enthusiast und er macht das sehr gut, er ist ein Meister.
L´Odi Social: Es sind zwei verschiedene Bands, wir kannten La Polla besser und hatten mit ihnen eine engere Freundschaft als mit Eskorbuto. Auf unseren ersten Touren ging es nach Vitoria/Gazteiz und wir trafen uns mit Leuten von Cicatriz und La Polla. Eskorbuto stammten aus der Gegend von Bilbo, daher waren sie weiter von uns entfernt. Als wir herausfanden das Eskorbuto bei einem Konzert ein paar Gitarren von La Polla gestohlen hatten, wollten wir nicht mehr viel über sie wissen.
Welche spanischen Punk oder Hardcorebands waren ansonsten noch wichtig?
L´Odi Social: Uuf es gibt so viele gute Bands aus dieser Zeit wie zum Beispiel Ultimo Resorte, Attack, Shit S.A., Anti-Dogmatikks, RIP, BAP, Cicatriz, Budellam, GRB, Accio Directa, La Banda Trapera, Sentido Comun, Frenopaticss, Kangrena, Monstruacion, HHH, TNT, Ox Pow und viele mehr.
Subterranean Kids: Ich erinnere mich an das große Festival Euskal Rock in Barcelona im Jahre 1985, das R.I.P., L.P.R., Cicatriz und Kortatu in unsere Stadt brachte. Es fand in einem Sportzentrum statt und war voller Leute die wir bei unseren lokalen Shows noch nie gesehen haben. Danach wurde das „Rock Radikal Vasco“ immer größer und hatte nichts mehr mit Punk oder Hardcore im Allgemeinen zu tun. Die Dinge änderten sich sehr. In diesen Jahren gründeten sich viele andere Bands wie Anestesia, Orgon, Etsaiak, IV Reich, Cocadictos, La Broma de Satan, Nausea Pause, Desvirgheitors, Nocivo, Corn Flakes, Hardcorik Anonims, Fame Neghra…
Ultimo Resorte: Für mich waren R.I.P. einer der wichtigsten Bands, weil sie mitreißende Refrains, einen kraftvollen Gitarrensound und darüber hinaus sehr charismatisch waren. Dank Javi Sayes und seinem Fanzine Destruye haben sie in gegenseitiger Unterstützung die baskische Szene angeführt, lange vor dem Erscheinen von La Polla Records und dem Aufkommen des Basque Radical Rock. Sie waren eine wichtige Keimzelle, die den Weg zu Punk mit viel Energie eröffneten. Es gab auch IV Reich aus der Provinz Zaragoza, sie verteidigten die Idee von 1000 Jahren Anarchie gegen die Anschuldigungen der Nazis.
Ihr Sänger starb während seines Militärdienstes unter merkwürdigen Umständen, derzeit ist eine Tribut Vinyl-Hommage in Arbeit, wo ich mit meiner Band Algo Toxico teilnehmen werde. Ihre Bassistin Isa war eine gute Freundin von mir, bei ihr habe ich mich immer sehr wohl gefühlt. Eine andere wichtige Band war Desechables aus Barcelona, bestehend aus drei Mitgliedern, Tere, Miguel und Pei. Die Sängerin Tere hatte eine sehr kräftige Stimme und sehr aufregende Texte und zudem war sie sehr sexy. Wir haben mehrmals mit ihnen gespielt. Miguel, der süchtig war starb bei einem Apothekenüberfall mit einer Spielzeugpistole und Pei spielte das Schlagzeug im Stehen, sie waren sehr originell. Die TDK-Vorgängerformation Espasmodicos aus Madrid war die einzige Band von hier, die für uns alle wie die Dead Kennedys klangen, sie waren sehr schnell, gefährlich und schwindelerregend.
Kangrena mit denen wir sehr gut befreundet waren, spielten auch sehr schnell, sie beherbergten MDC als sie nach Barcelona kamen in ihrem Proberaum. Als bei Ultimo Resorte der Proberaum wegfiel, ließen uns Kangrena in ihrem proben, nur einer von ihnen ist noch am Leben (der Bassist, den ich nicht mochte und nichts mehr über die alte Zeit wissen will). Sie wurden auch zum Heroin gedrängt, als die Regierung in ihrer Strategie zur Kontrolle der von Jugendlichen eingenommenen Drogen das Amphetamin verbot, um Heroin einzuführen.
Anti Dogmatikks: In den frühen 80er Jahren waren die ersten Bands die ich mochte Shit S.A. und Kangrena aus Barcelona. Ein wenig später L ́Odi Social, Subterranean Kids und Deprovh. Wichtig waren auch R.I.P., B.A.P., Tortura Sistematika (aus Euzkadi), IV Reich und Parásitos (Zaragoza)… Aber sicher habe ich auch einige vergessen.
Was zeichnete die Punk-Szene von Barcelona aus und in welcher Weise unterschied sich die Szene von Barcelona von anderen Städten in Spanien?
Subterranean Kids: In Barcelona hatten wir Anfangs keine große Punkszene, aber wir begannen mit Hardcore-Einflüssen und jugendlicher Motivation und alles wuchs sehr schnell Mitte der Achtziger. Viele Leute denken das Hardcore in Barcelona früher begann als in anderen Städten. Ich denke Barcelona hatte seinen eigenen Sound, wenn man ihn mit Bands aus dem Ausland vergleicht und ich denke auch das wir eine der ersten Bands waren die mit dem Van tourten, zuerst in Euskadi und anderen großen Städten wie Madrid, Zaragoza… Später dann Europa.
Ultimo Resorte: Barcelona war schon immer sehr ungehobelt, hier wird dir alles was du tun willst so schwer wie möglich gemacht. Barcelona ist keine freundliche Stadt sondern eine Gefängnisstadt, deshalb nennen wir sie auch Karcelona, denn zu keiner Zeit wird dich jemand von der städtischen Regierung unterstützen. Ganz im Gegenteil, sie werfen dir Knüppel zwischen die Beine, um dein Anliegen für das du einstehst zu verhindern.
GRB: Sicherlich war jede Stadt, wie jeder Mensch anders. Weder besser noch schlechter, aber Barcelona war vielleicht eine besonders harte Stadt für Bands und Künstler. Die Rivalitäten, das eigentümliche Konkurrenzdenken, das einen Teil der Kameradschaft zu Nichte machte und einige Bands in einen ständigen Minderwertigkeitskomplex stürzte. Die Kälte des Publikums, das ohne mit der Wimper zu zucken zuschaut und sich kaum bewegt. Das Gefühl, auf Schritt und Tritt verurteilt zu werden. Die Unfähigkeit, einen stabilen Kreislauf zu artikulieren, in dem man spielen, proben und für seine Aktivitäten werben kann. Das ständige Gefühl, zum Undergrund zu gehören.
Anti Dogmatikks: Jeder Ort hatte seine eigenen Umstände. Ich kann die Unterschiede nicht wirklich erkennen, weil ich nur zweimal in Madrid, Zaragoza und Euzkadi war. Ich hatte den Eindruck dass die Szene in Euzkadi ziemlich groß war, du konntest dort also auch an 3-4 verschiedenen Orten spielen. 1987 hatten wir eine Mini-Tour mit insgesamt 5 Auftritten. Im Rest des Landes spielte man normalerweise nur in der großen Stadt der jeweiligen Region.
L´Odi Social: Musikalisch gesehen gibt es keine großen Unterschiede zwischen den Bands aus Katalonien und denen aus dem übrigen Spanien. Vielleicht die Melodien der gesprochenen Sprache und vielleicht wurden die Katalanen und Basken mehr von ausländischen Bands beeinflusst.
Ich kann mir auch gut vorstellen, dass das Ende der bis 1975 andauernden Militärdiktatur, für eine befreiende, enthusiastische Stimmung sorgte. Oder war es eine eher frustrierte Zeit, wo die politischen Dogmen der Vergangenheit, noch fest in den Köpfen der Bevölkerung verankert waren? Inwieweit hast du als Kind diese Diktatur wahrgenommen?
GRB: Uff das ist eine sehr komplexe Frage. Wir waren sehr jung und hatten nie etwas anderes gekannt. Wir wurden unter Francos autoritärem, nationalkatholischem, sexistischem, klassenbewusstem, spanischem ultranationalistischem, dogmatischem, doktrinärem und reaktionärem Bildungssystem erzogen. Die Schulen waren für Jungen und Mädchen getrennt und wir trugen alle Uniformen. Wir lebten in den Slums oder in der dekadenten, ruinierten Bourgeoisie. Auf der einen Seite stand die faschistische oder bürgerliche Jugend und auf der anderen Seite gab es die von Drogen und Armut überflutete Slumkriminalität.
L´Odi Social: Ich und der Rest der Band wurde während der Diktatur Francos geboren. Als der Diktator starb war ich etwa 8 Jahre alt, aber er war in meinem Leben immer sehr präsent, weil ich aus einer linken Arbeiterfamilie stamme. Deshalb hat mein Vater uns immer vor Augen gehalten, was wir gegen den Faschismus getan haben und er hat auch Repressionen erlitten, weil er Mitglied der kommunistischen Partei war. Mein Großvater starb im Bürgerkrieg, als er in der 20. Durruti-Kolonne kämpfte. Deshalb habe ich an den letzten Anti-Franco-Demonstrationen teilgenommen und an den ersten, bei denen Freiheit gefordert wurde. Auch an den letzten Demonstrationen im Fall Scala, wo die Polizei fünf Anarchisten beschuldigte war ich anwesend.
Subterranean Kids: Ich erinnere mich an diese Jahre nach Francos Tod in schwarz, weiß und grau… Wie ich schon sagte war Barcelona eine freiere Stadt als der Rest Spaniens und so begannen die ersten Demos gegen die Diktatur, die Regierung, die Rechte von Homosexuellen, die Jornadas libertarias… Alles was gegen die Norm auflehnte war fantastisch! Die Regierung sagt der Bevölkerung dass sich alles ändern muss, aber nein das Gegenteil ist der Fall und es gibt mehr Freiheit auf Basis von Gentrifizierung und Konsum.
Ultimo Resorte: Es lag Hoffnung in der Luft, es gab viel politische und soziale Naivität aber genauso tauchten auch viele gute, neue Ideen auf, trotzdem gab es mehrere schwere Anschläge, wie auf die Zeitschrift El Papus. Es gab eine große libertäre Bewegung und es wurde auch die kommunistische Partei legalisiert. 1977 wurden die bis dato verbotenen Feiertage in Katalonien am 11. September gefeiert. Ich habe früher in einem Krankenhaus gearbeitet und wir konnten beobachten wie die leitenden Angestellten zu den Versammlungen kamen um gemeinsam mit dem Personal verschiedene arbeitsrechtliche Fragen zu diskutieren.
Ich war eine klinische Assistentin mit meiner braunen Uniform, meinen Punk-Abzeichen und meinen Mercorchrom gefärbten Haaren, da ich meine Arbeit gut machte und sehr liebevoll mit den Patienten umging, bekam ich nie Ärger von der Chefabteilung. Die Menschen waren mehr miteinander verbunden und man konnte sehen das alle daran glaubten das sich viele Dinge ändern können, aber all das ging verloren, all die schönen Dinge, die uns motivierten, sind verschwunden, dieser Übergang war ein Traum der Naiven.
Aus politischer Hinsicht wurde eine Amnestie beschlossen, die politisch Gefangenen wurden freigelassen und auch die Schurken des früheren Regimes, die in ihrer Gesinnung immer noch dort verankert waren, mussten nun so tun als seien sie demokratisch, was sie nur dazu zwang in ihren Untaten zurückhaltender zu sein. Bei meinen Eltern zu Hause wurde nicht über Politik geredet, genauso wenig wie bei allen anderen die erwachsen waren. Die einzige Politik über die man sprach, war der Fußball, Barça und Real Madrid, deshalb sagte man auch das Barça mehr als nur ein Verein ist…
Als ich ein Kind war schrieb ich Franco und gratulierte ihm, weil er am selben Tag wie ich Geburtstag hatte und ich bekam eine Antwort von seiner Sekretärin, die mir ebenfalls gratulierte, das war also die Art von Freiheit die in meinem Haus herrschte. Niemand hatte etwas dagegen, aber als der Diktator starb feierten wir mit Stil. Ich erinnere mich wie mein Vater und mein Bruder im Auto sangen, während es auf den Straßen riesige Staus gab. Ja der Übergang war eine sehr schöne Sache, aber eben nur für die Naiven.
Anti-Dogmatikks: Es gab beides, zum einen Begeisterung, ein Gefühl von mehr Freiheit, aber auch Frustration, weil die Veränderungen nicht so stattgefunden haben wie man es sich vorgestellt hatte. Ich war 1975 ein Kind von 10 Jahren und lebte in einem kleinen Dorf, also habe ich nicht viel von den Veränderungen mitbekommen, vielleicht im Fernsehen durch das Auftreten neuer politischer Parteien. Ich erinnere mich an den Tag an dem Franco starb, die Schule schloss (Hurra!), und die Leute waren glücklich und feierten dies in ihren Häusern in aller Ruhe.
Wie würdest du das Lebensgefühl der 80er Jahre, in der spanischen Punkszene umschreiben?
Ultimo Resorte: Es war ein Lebensgefühl mit der Absicht die Gesellschaft zu pervertieren, zu existieren und sich zu vereinen um die Bevölkerung zu ärgern, um alles zu verherrlichen was sie zum entsetzen bringt. Dabei spielten Gewalt, Anarchie und Atheismus auf symbolische Weise eine Rolle, außerdem waren wir stur, wir gingen mit unseren angenagelten Chupas und unseren Stiefeln mitten im Sommer an den Strand, wir fühlten uns wie der Mittelpunkt der Welt, indem wir uns über die Gesellschaft lächerlich machten. Wir wollten anders sein, nicht all die Fehler machen die bereits gemacht worden sind, wir fühlten uns wie ein Spiegelbild extremer menschlicher Dummheit, wir wollten nicht in den Krieg ziehen, wir wollten keine Fahnen oder Idole haben, wir wollten nicht an Politiker oder Religionen glauben. Schließlich haben Symbole nur die Bedeutung, die die Menschen ihnen geben, aber wenn man nicht an Symbole glaubt, wird man nicht für sie sterben.
L´Odi Social: Die 80er Jahre waren sehr hart, aber gleichzeitig auch sehr lebendig und intensiv. Es entstanden viele neue Dinge, viele neue Bands, viel Straße, viel Lebensqualität – sowohl sozial als auch musikalisch, die üblichen Drogen, die neuen Drogen, die Ablehnung der Pseudodemokratie und die Freude an einer grenzenlosen Freiheit, die aber fehlgeleitet war von Korruption, Gewalt und vor allem polizeilichen Übergriffen. Alles schien in Ordnung zu sein, außer wenn man auf die Repression einer faschistischen, ungebildeten und unorganisierten Polizei traf.
Anti-Dogmatikks: Wir lebten von Tag zu Tag. Keine Erwartungen an die Zukunft. Ich dachte immer, ich würde nicht vierzig Jahre alt werden, haha. Jetzt bin ich 57.
Subterranean Kids: Die gesellschaftlichen Verhältnisse wurden im Allgemeinen besser, aber dies geschah in nur langsamen Schritten. Viele Dinge mussten sich ändern. Der beste Weg war zu reisen, zu spielen und Leute aus anderen Szenen und Ländern kennenzulernen.
Ich habe gelesen dass es in Barcelona auch besetzte Häuser gab. Wie groß war diese Hausbesetzerszene? Und hat sich diese über die Jahrzehnte hinweg auch halten können oder wurden die besetzten Häuser von der Polizei geräumt?
Subterranean Kids: Ich kann mit Stolz behaupten dass die Punkszene in Barcelona mit den Hausbesetzungen um 1984 ihren Anfang nahm. Punks waren an diesen Demos beteiligt, aber die Polizei schlug so hart zurück das in den ersten beiden besetzten Häusern (Torrent de l’Olla und Bolivar) 12 Leute ins Gefängnis kamen. Ein paar Jahre später in den 90ern wurde alles größer und es folgten andere Leute und Kollektive. Derzeit gibt es aber nur noch wenige besetzte Häuser, die noch aktiv sind.
L´Odi Social: Wir haben zusammen mit unseren Leuten an den ersten Hausbesetzungen in Barcelona teilgenommen, in der Torrent de l’olla Straße, in der Bolivar Straße, dann kamen mehr Hausbesetzungen wie Cros 10, el lokal social de cornella, la kasa la muntanya, etc… in der Tat hat L´Odi Social mit zwei Songs an der Single zur Unterstützung von Cros 10 teilgenommen. Nachdem wir die Realität in Europa kennengelernt hatten, begannen wir Hausbesetzungen zu praktizieren, nicht nur als Recht auf Wohnraum, sondern auch als Anprangerung von Hausbesetzungen als Ablehnung dieses Systems und für das Recht aller auf eine angemessene Wohnung. In den ersten Jahren der Hausbesetzung nahmen wir an Festivals zur Unterstützung der Pro-Hausbesetzungsbewegung und der Befreiung von Räumen teil. Ich kann sagen, dass ich an der Besetzung vieler Häuser für Leute aus dem Kollektiv teilgenommen habe.
Anti-Dogmatikks: Ich glaube es begann 1984. Da ich außerhalb der Stadt lebte war ich nicht daran beteiligt, aber ich erinnere mich dass wir auf der Straße waren und die erste Besetzung in der Straße Torrent de l ́Olla in Barcelona beobachteten und anschließend in der Zeitung darüber lasen. Sie wurde sofort von der Polizei geräumt. Soweit ich mich erinnere war die Hausbesetzerbewegung von der niederländischen Hausbesetzerszene inspiriert. Heute gibt es immer noch einige Punk-Hausbesetzungen in der Gegend von Barcelona. Leider wurde ein guter Ort das l ́Astilla, wo ich mir einige einheimische und ausländische Bands anschaute, vor kurzem von der Polizei geräumt.
Ultimo Resorte: Die Hausbesetzerszene in Barcelona ist heute riesig, es gibt Häuser und Zentren die über die ganze Stadt verstreut sind, aber es gibt auch eine Menge Repression. Jeden Tag gibt es illegale Räumungsversuche, aber auch an jedem Tag unterstützen andere Hausbesetzer sie und verhindern die polizeilichen Übergriffe. Es ist ziemlich ekelhaft dass private Söldner die nichts anderes sind als ein Haufen von Faschisten von den Vermietern angeheuert werden, um prekäre Familien zu vertreiben. Gegenwärtig gibt es eine schändliche Desinformationspolitik der Hausbesetzerbewegung, die von den Massenmedien selbst ausgeht um ihre Politik der illegalen Räumung zu rechtfertigen.
GRB: Schon immer gab es Menschen, Familien auf dem Land und in der Stadt, die in leerstehenden Häusern (über)lebten. Soziale Bewegungen haben schon immer leere Räume besetzt, um Volksfeste zu feiern, um in Gemeinschaft zu leben, um gemeinsame Aktivitäten durchzuführen. Besetzen hat mit Eigentum zu tun. Hausbesetzungen sind eine politische Bewegung, denn sie sind ein Affront gegen die Autorität die das Privateigentum wahllos verteidigt. Es ist nicht normal das ein Gebäude das sich in einem gutem Zustand befindet, leer steht, unbenutzt ist, es ist nicht fair das die Nachbarn keine Aktivitäten durchführen können, wenn direkt daneben ein leerer Raum vorhanden ist. Vor allem wenn es in den Städten keinen Platz gibt.
Besetzen ist ein natürlicher und gerechter Akt. Der Bösewicht ist der Eigentümer, der spekuliert. Besetzen ist ein Balanceakt. In Katalonien und Spanien wird der Akt der Besetzung nicht als ein Akt der Gerechtigkeit, als ein Akt des sozialen Nutzens gegenüber einem spekulierenden Landeigentümer verstanden. Sie wird als Raub und als Angriff auf das Eigentum verstanden. Die spanische Polizei hat sich vierzig Jahre später immer noch nicht weiterentwickelt und versteht ihre Funktion weiterhin als die einer repressiven Armee. Der Gute ist derjenige der das Sagen hat, der Politiker, der Boss, der Capo. Das Volk ist der Delinquent, der Unwissende und steht unter ihm.
Es muss mit Verachtung behandelt und terrorisiert werden. Eine Armee im Dienste der krudesten kapitalistischen Interessen in dieser neuen Ära des Faschismus. Die Forderung in ein leeres Haus oder einen Raum einzudringen und ihn zu einem Ort zu machen, der die gegenkulturelle Szene der Städte beherbergt, begann eines Tages in Barcelona mit der Besetzung des c/Bolivar in Barcelona. Die damalige Presse fand ein Thema das sie ausschlachtete und entwarf das Profil der jungen, radikalen Hausbesetzer. Natürlich ist und bleibt die Geschichte der Stadtkriege und schweren Unruhen in Barcelona, die immer mit großen Zerstörungen, isolierten Vierteln, verletzten und betroffenen Nachbarn enden, immer wiederkehrend.
Welche Themen habt ihr in euren Songtexten verarbeitet?
Ultimo Resorte: Ich habe unendlich viele Themen verarbeitet, in denen ich Themen zum Ausdruck bringe die ich von Leuten gelernt habe die schlauer sind als ich. Im Allgemeinen verteidige ich die Verluste anderer Leute, Dinge die Unterstützung brauchen, desweiterem mache ich mich über die Gesellschaft lustig, rede Scheiße oder spreche über Schriftsteller und Filme. Ich schreibe Texte um irgendeine Sache zu verteidigen die mich beschäftigt oder bedrückt.
Anti-Dogmatikks: Es waren klassische Punk-Texte wie Religion, Polizei, Chaos, USA, Faschismus, Krieg. Schau dir einfach die Titel der Lieder an und du weißt Bescheid.
Subterranean Kids: Die meisten Texte wurden von unserem Sänger geschrieben, von mir stammen aber auch ein paar Texte. Die Themen waren klassische Punktexte. Gegen fast alles hatten wir was einzuwenden. Mit der Zeit wurden die Texte etwas persönlicher, aber sie blieben immer noch kritisch.
L´Odi Social: Unsere Texte handeln von dem Leben das wir führen mussten, von der Straße, von unseren Vierteln, von guten und schlechten Zeiten, von Drogen, von dem heuchlerischen, prekären und repressiven System und von der Diktatur des Kapitalismus, die uns umgibt und uns kauft und verkauft.
GRB: GRB erforschten die klassischen Themen der Gegenkultur, Themen wie Krieg, Machtmissbrauch, Politik, Polizei. In seiner Entwicklung wandte sich GRB einer persönlichen Introspektion zu und suchte nach dem Ursprung von Konflikten und der Schwierigkeit damit ein Gleichgewicht im Leben zu finden. Persönliche Anstrengung, Ausdauer und Aufopferung für eine Sache, um nicht in die persönliche Dekonstruktion zu fallen die uns alle umgibt. Der Widerspruch der unseren Geist tagtäglich prägt und wie jeder von uns ihn auf unterschiedliche Weise auflöst.
Der Weg den GRB mit der in den Außenbezirken Roms aufgenommenen EP begann und mit der LP „Cuentos y Leyendas“ seinen Höhepunkt fand, das meiner Meinung nach ein Juwel ist. Nach vierzig Jahren kehre ich immer wieder, in schwierigen Momenten oder bei persönlichen Veränderungen, zu diesem meisterhaften Werk zurück, dessen Seele Angel ist und an dessen Komposition ich zusammen mit Alberto die Ehre hatte. Ich habe mich in den Texten selbst gut reflektieren können, als wir in unserer Jugend unzufrieden waren.
Und auch später als ich Kinder und ein Auto hatte und natürlich „Tag für Tag“ mehr als dreißig Jahre sozusagen „ein ganzes Leben“ lang gearbeitet hatte. Dazwischen habe ich Beziehungen erlebt, in denen „wir uns gegenseitig verzehrt haben“. Unser Song „Temor“ (Angst) ist von einer grausamen Inspiration, in der wir lebenswichtige Konzepte durchstreichen, die jetzt da wo wir in unserem Alter die Sechziger erreicht haben, besondere Bedeutung erlangen, da wir erkennen das dies nicht mehr nur ein Text, ein Lied oder ein Gedicht ist, sondern die wahre Bedeutung der wichtigen Dinge im Leben annimmt.
„Ich muss ein Schicksal finden
Ich muss eine Ursache finden und glauben
Ich muss den Grund für mein Leben finden
Damit das, was ich erleiden muss, einen Nutzen hat“
Das Ende des Liedes, die letzte Strophe lautet dann “Ich habe den Grund zum Leben gefunden, ich habe den Grund zum Kämpfen gefunden, es gibt nichts mehr zu fürchten, bereit zu sterben”. Nach einer Phase in der man in das kapitalistische Konsummotiv eingetaucht ist, wo der nächste Meilenstein im Leben immer darin besteht, etwas anderes zu bekommen. Mir ist klar geworden das man versuchen muss einen Teil seines Lebens beiseite zu legen, um zu versuchen das zu verbessern und zu verändern, was man für das Leiden hält. Wir haben als Gesellschaft viele Herausforderungen zu bewältigen und das Individuum wird zunehmend neutralisiert.
Wir leben in Huxleys Dystopie von Brave New World, jahrhundertelang war unser „Soma“ die Religion, dann das Fernsehen, jetzt sind Instagram, TikTok das Opium des Volkes. Wir haben dieses „Soma“ in unserer Mitte und man muss sich wirklich anstrengen um auszusteigen oder nicht den Süchten und fiktiven Bedürfnissen zu verfallen, die uns die Gesellschaft vorsetzt. Jeder von uns sollte in der Lage sein, seinen eigenen Weg zu finden um zur Verbesserung der Lebensqualität unserer eigenen und der der nächsten Generationen beizutragen. „Ich habe einen Grund zum Kämpfen gefunden“. Obwohl der Tod für mich nicht mehr ein Abgrund des Schreckens ist, sondern eine Phase des Lebens die wir alle durchlaufen, bin ich noch nicht bereit zu sterben.
Ich gehe mal davon aus, das ihr euch über das Maximum Rocknroll-Fanzine, über die neuesten Entwicklungen innerhalb der weltweiten Punkszene informiert habt. Gab es auch andere Fanzines über die ihr euch informiert habt? Und wie aktiv war die Fanzineszene in Spanien?
Ultimo Resorte: Sobald ich von meiner Reise nach London zurückkam, machte ich ein paar Versuche ein Fanzine zu machen, es hieß Vegetales Podridos und es war eine absolut kindische Sache, da ich keine eigenen politischen Kriterien hatte (und auch nicht wollte). Ich widmete mich der Herstellung und Erfindung einer Sprache voller Rechtschreibfehler, weil es eine subtile Art war die sozialen Normen zu brechen die von der Bildung auferlegt wurden. Denn Dinge auswendig zu lernen, bedeutet nicht das Leben zu lernen. In der Schule lernt man nicht zu leben, selbstständig zu denken oder seine Emotionen zu kontrollieren, also ist es keine gültige Schule, sie lehren einen nur wie man den Kapitalismus füttert, also ist es auch keine Schule der Zukunft.
L´Odi Social: Die Fanzines waren sehr beeindruckend, weil sie Anfang der 80er Jahre wie Pilze aus dem Boden schossen und wir nicht aufhörten Interviews zu geben. In dieser analogen Ära baten sie uns um Fotos, Collagen und andere Dinge die wir fotokopierten oder ihnen die Originale übergaben, oder sie mussten ihren eigenen Weg finden (ohne Internet), um z.B. Logos der Bands zu bekommen. Zuerst bezog sich die Reichweite auf spanische Fanzines, aber dann wurde es immer internationaler und so schrieb uns auch das MRR an. Durch das MRR lernte uns Jello Biafra (Dead Kenedys) kennen und schickte uns einen Brief, in dem er uns persönlich um eine Kopie der Single „Que pagi Puyol“ bat und natürlich schickten wir sie ihm. Er schrieb zurück und bedankte sich bei uns, die restliche Pressearbeit überließ er aber seiner Sekretärin von Alternative Tentacles.
Subterranean Kids: MRR, Flipside, aber auch kleine Zines wie z.B. aus Deutschland das Trust, ZAP, Bonzen, Vox Populi und natürlich gab es auch unsere lokalen Zines wie Destruye, Brigada Criminal, Antidoto, La Pesadilla del Poder, Los Buenos Ciudadanos, NDF… Zudem gab es auch per Post einen regen Austausch von Kassetten und Zines.
GRB: Die Fanzines der spanischen Szene waren damals sehr reichhaltig und vielfältig. Es war eine glanzvolle Zeit in der viele Menschen aufblühten und sich auf tausend verschiedene Arten ausdrückten, Szene-Fanzines, Musik-Fanzines, Nachbarschafts-Fanzines, Poesie-Fanzines, die Menschen brachten ihre Briefe, Gedanken und Erfahrungen zu Papier und schufen eine echte Alternative. Es ist jedoch wichtig zu erwähnen das wir keinen großen Zugang zu externen Publikationen hatten, oder wenn dann waren ausländische Fanzines nur sehr selten oder für einen kurzen Zeitraum erhältlich. Jeder von uns hatte seine Einflüsse, aber alle Themen unserer Songs kamen aus langen Gesprächen, an mehr oder weniger langweiligen Nachmittagen oder langen Nächten an tausenden von Orten zusammen.
Die Einflüsse waren eher aus diesen Gesprächen, diese persönlichen Momente und Umstände, die eher weniger mit der Lektüre von Maximum Rock’n’Roll gemeinsam hatte. Das MRR war für uns kein Fanzine, sondern ein auflagenstarkes Magazin, das auf Pressen gedruckt wurde. Unerreichbar für alle Fanzines der Barcelona-Szene. Unsere Fanzines waren handgemacht und es gab nur ein paar hundert Stück, die meisten wurden unter Freunden und Bekannten verteilt. Es gab einige Buchhandlungen die sie gegen Pfand annahmen, oder wir verteilten sie nach der Fertigstellung mit dem Rucksack in den Geschäften und Locations, wo man sie verkaufen durfte. Der Preis musste angemessen sein, damit der Laden etwas verdienen konnte und Leute wie wir sie kaufen konnten. Was dich also wirklich motivierte, war das deine Artikel gelesen werden und das du stark genug bist, um die nächste Ausgabe fertigzustellen. Heutzutage sind eher die Geek-Blogger im Internet.
Anti-Dogmatikks: Ich vermisse das gedruckte MRR sehr. Ich habe es zwischen 84 und 85 entdeckt, hatte aber erst zwischen 89 und 90 das Geld für ein Abonnement. Die ersten spanischen Zines die ich gelesen habe waren Penetración aus Madrid, Destruye aus Euzkadi, Melodias Destructoras und N.D.F. (Niños Drogados por Frank Sinatra) aus Barcelona. Einige Freunde und ich haben ein Zine namens Plasma erstellt. An italienischen Fanzines habe ich zwischen 84-85 im Briefaustausch das TVOR und N.D.F. (Nuove Dall Fronte) bekommen. In den 80er und 90er Jahren gab es in Spanien viele Zines, die ich sporadisch bekam, zu viele um alle Namen zu nennen. Jetzt habe ich keine Verbindung mehr zu Fanzines. Es ist großartig, dass das Trust noch existiert, es ist jedoch schade dass ich kein Deutsch lesen kann.
(bela)
Teil 2: https://www.trust-zine.de/80s-spanien-hardcore-special-teil-2-229-2024-2025/