REVIEWS
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May, 2009
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2009-05-08 06:05
ROTTE CHORA - ´Zivilisolation´ CD
7/10
Zivilisolation ist bereits der neunte Tonträger der Band aus Bremerhaven, die es schon seit 1994 in wechselnden Besetzungen gibt. Bisher war mir die Band nicht wirklich ein Begriff, aber was die fünf Herren von der Waterkant dort von sich geben, braucht Vergleiche mit anderen Bands dieses Genres nicht zu scheuen. Allerdings welches Genre? Das ist in der Tat nicht so einfach. Gesang und Musik von ROTTE CHORA sind eine Melange aus Hamburger Deutschpunk und Folkmetal a la Subway to Sally. Die Gitarren donnern und hier und da gibt es auch mal kurze Moshparts. Die Texte sind düster, maritim und eher kurze Geschichten ohne Reimschema, was mich irgendwie an DACKELBLUT mit Metalsound erinnert. Die Songs sind nicht unbedingt sofort eingängig, aber beim jedem weiteren Durchgang erklärt sich mir die Zivilisolation mehr. (jörg) http://www.myspace.com/rottechora
0.3 April, 2009
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2009-04-13 13:41
HALO FAUNA 'Durak' CD
7/10
Während mir klar war, dass es sich um eine nette Band handeln würde, hatte ich mehr Texte wie die von June Madrona erwartet, dass sich alle an den Händen halten sollen, aber weit gefehlt. Mit beißendem Humor wird die vergessene territoriale Geschichte der USA aufgerollt und auch die ewige Frage aufgeworfen, wie wir das, was gerade passiert, je vor unseren Kindern rechtfertigen können. Musikalisch gibt es erwartbar guten wenn auch generischen Post-Punk mit stimmbrüchigem Gesang und melodiösem Bass (Alva). Plan-It-X / halofauna.com
0.3 -
2009-04-13 13:41
SUPER 700 'Love Bites' CD
7/10
Mit ihrer Debut EP haben sich die sieben VorzeigemusikerInnen aus Berlin in mein Herz gespielt und live macht ihre Musik auch weiterhin Spaß. Während allerdings das folgende Album noch durch Innovation begeistern konnte, kommt dieses hier eher anachronistisch daher und lehnt sich an Helden des elektronischen Pop/Rock der 90er wie Moloko oder Garbage an. Ibadets Stimme ist dabei teilweise engelsgleich, besänftigend oder verführerisch, vermag aber nicht mehr aufzurütteln. Was ich obendrein noch nie verstanden habe ist warum die Band ihre Schwestern, Zwillinge, so dezent einsetzt. Mit deren Back-Ups könnten viel spannendere Stücke entstehen als das insgesamt zahme Album hier verrät (Alva). Motor / super700.de
0.3 February, 2009
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2009-02-16 13:39
Proud to be punk # 10
7/10
Höhepunkt des sympathischen crustpunk-Heftes sind zwei Berichte / Interviews: einmal die Studienfahrt nach Auschwitz mit dem Verein Bon Courage e.V…. was will man dazu groß schreiben, wer so was vorhat, muss diese Ausgabe haben. Zum zweiten dann ein Gespräch mit einer christlichen Punkband, Motto „ich bin Atheist aber zerre mal Christen vors Mikro“. Tja, hatte ich auch mal überlegt, aber man merkt: es bringt nix, die glauben halt an ihren Scheiss so doll, dass nur Quatsch rauskommt, die sind durch, völlig zwecklos, ein kritisches Gespräch anzufangen. Hinzukommen allerlei gut zu lesende Interviews mit z.B. Suicide Bombers, Berichte über Nazis in der Region, Konzerterlebnisse von einem Crust-Konzert in England und ein Gespräch mit Mitkommilitonen über die Sache, wie das so ist, wenn Punks auf Lehramt studieren. Fand ich gut, hätte mir da aber irgendwie gewünscht, das ein wenig noch über der Sampler mit „Punks als Lehrer“-Bands berichtet wird, der vor einigen Jahre raus kam und voller Infos über die Konflikte sind, die zu erwarten sind, wenn Hierarchie ablehnende Menschen nun auf einmal Autorität ausüben müssen. Da hätte man auf jeden Fall noch in die Tiefe gehen können: ist Autorität immer schlecht? Wie ist das, wenn man im Flugzeug ist, soll da jeder abstimmen dürfen über den Flug und die Route und die Höhe und die Art der Landung oder überlässt man das nicht der Funktionsautorität „Flugkapitän und Crew?“ Oder im OP, wer soll dich da operieren, hast du Lust, dass auf einmal alle Putzfrauen darüber abstimmen, wie dein Blinddarm nun herausgenommen werden soll? Sicher nicht, damit soll nur gesagt werden, es gibt nicht „Scheiss Autorität“, sondern es gibt Funktionsautorität, diese ist sinnvoll (finde ich). Die zwei Berichte über die Rote Hilfe und Anarchist Black Cross waren wat kurz, als Einstieg sicherlich hilfreich… aber lesen dieses Heft wirklich Leute, die noch nie was von der Roten Hilfe oder Grünen Hilfe gehört haben und wenn ja, würden sie den Infos glauben? Ich kann mir beleibe nicht vorstellen, dass die Krankenschwester Ina, 21, Wohnort Köln, Lieblingsband Pur, dieses Heft (oder das Trust) auch nur anfassen würde. Abgerundet wird alles durch ein Bericht über den München-Punk-Dokumentarfilm "Mia san dageng!" und die Vorstellung des Schleim Keim-Buches „Satan, kannst du mir noch mal verzeihen“. Weiter so! (Jan) 1,50 EUR, Jan Sobe, Über der Mühle 24, 09669 Frankenberg
0.3 -
2009-02-16 13:38
Diedrich Diederichsen: Eigenblutdoping....
7/10
Von ihm lass ich kürzlich das ältere Buch, „Freiheit macht arm“, und fand dort das wunderschöne Zitat, dass eigentlich auf die Spex gemünzt war, aber das ich jetzt einfach mal aufs Trust umformuliere: „Trust ist zu einem guten Teil auch immer dazu da gewesen, gegen das, was irgendwelche Interessenten aus meist naheliegenden Gründen zur Wirklichkeit erklärt haben, zu opponieren“. Sein neuestes Buch im KiWi-Verlag von 2008 ist für diejenigen sinnvoll, die Lust auf einen feinen Schreibstil haben und sich für die neuesten und gar nicht mal so neuesten Theorien in Soziologie, Theater, Musik, Film, Malerei interessieren. Man muss nicht alles verstehen und schon gar nicht alles bejahen, was er vertritt, aber es ist wie eine geistige Frischenzellenkur und ein purer Genuss, die 256 Seiten zu lesen, in denen es auch um Georg Büchner, Andy Warhol, Bob Dylan, Ovid, Rodney Graham, Richard Wagner, die RAF, Damien Hirst, Kenneth Anger, Frank Zappa, Thomas Pynchon, Charles Manson, 50 Cent, Hermes Phettberg, Vanessa Beecroft, Paolo Virno, René Pollesch, Jean-Francois Lyotard geht. Gerade Kapitel 1 – „Leben im Loop“ – und der Abschnitt in der Mitte des Buches über die Zusammenhänge zwischen Punk und wilder Malerei – „Wie es zu den 80er Jahren kam: Intensität, Negation, Klartext“ – sind lesenswert. Dort finden sich auch zwei sehr schöne Zitate: „Die von Black Flag und anderen, vor allem kalifornischen Bands noch relativ elaboriert vorgetragene Anarchismus-Verehrung folgten Punks überall in der Welt – bis heute. Die Ableitung der Anarchie aus der Absage an Werte – alle Werte -, der man ja u.U. folgen kann, wenn man die Instrumentalisierung von Werten durch Autoritäten mit den Werten selbst gleichsetzt (Anm. Jan: Häh?), leuchtete allgemein ein. Sie verursachten nur demjenigen Schwierigkeiten, die daraus eine dauerhafte Praxis gewinnen wollten, wie Black Flag selbst mit ihrem SST-Label. Wie viele andere gründeten sie als ersten Schritt zu herrschaftsfreien Räumen – klassisches Paradox der damals neu entstehenden Independent-Kultur- eine Firma.“ Klasse oder, diese Feststellung des Widerspruchs herrschaftsfreie Räume vs. Firma… die Firma als herrschaftsfreier Raum. Und ein paar Seiten davor, auf S. 159: „Der Weg von der jugendlichen Negation zur Weltskepsis des Altersheims ist nicht so weit“. Diedrich Diederichsen war in den 80er Jahren Sounds- und Spex- Redakteur, später Hochschullehrer (für Ästhetik bei der Stuttgarter Merz-Akademie). „Sex Beat“ ist sein erstes (1985) und bekanntestes Buch, das finde ich eher unzugänglich. Als Einstiegswerk ist bestimmt "Musikzimmer. Avantgarde und Alltag“ von 2005 besser, dass die gesammelten Kolumnen aus dem Berliner „Tagesspiegel“ beinhaltet: wissensreiche Kolumnen über Animal Collective, Elvis, freie Kunst, Sid Viciou, Focault …assoziativ? Ja. Aber gut. Ich wurde durch das neue Buch sehr angeturnt. Vielleicht geht es dir ja auch so. (Jan) 9,95 EUR, Kiepenheuer & Witsch Verlag, Bahnhofsvorplatz 1, 50667 Köln, ISBN-10: 3462039970
0.3 January, 2008
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2008-01-24 07:15
VOIDS - Sounds of failure sounds of hope CD
7/10
Sauschneller Punk der schnörkellos im Ohr hängen bleibt. Kalifornien ist eben doch überragend was gute Musik angeht. Adris Stimme ist nicht so prollig wie zum Beispiel die Kolleginnen bei I Object oder Fast Times es pflegen, teilweise zu dünn aber dafür eben weitaus sympathischer. Moshparts gibts auch noch. Geile old school Platte. (Alva) Dr. Strange / drstrange.com
0.3 -
2008-01-24 07:15
VARIOUS ARTISTS - Goldkante. Das Lolila...
7/10
Selten kommt Gutes aus dem Düsseldorfer Modesumpf, aber die Theorie besagt ja auch, dass da wo vieles ankotzt auch die Kreativität beflügelt wird. So verhält es sich hier und das Hause Lolila bringt verträumte Indieperlen auf den Markt, dass es einem ganz warm ums Herz wird. Mit dem Mut zur Dissonanz in der Stille hinterlassen Gruppen wie Blauton oder Bout DChou trotz unvorteilhafter Namensgebung einen bleibenden Eindruck. Nicht alle Bands reichen an diese Leistungen heran, Wolke sind zum Beispiel zu seicht und angepasst, aber der Versuch ehrt in jedem Fall. (Alva) Lolila / Broken Silence / Lolila.de
0.3 December, 2007
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2007-12-22 08:28
Mass Movement # 20
7/10
Glückwunsch nach Wales zu der 20igsten Ausgabe des DINA4ers! Farbiges Cover, knapp 80 Seiten, es beginnt mit einigen Kolumnen (einige MRR-Kolumnisten wie der Al Quint, derSuburban Voice- Typ, und der New Yorker George Tabb sind am Start, besonders viel neues (außer das von ihnen bereits aus dem MRR bekannte) haben sie aber jetzt nicht so beizutragen, na ja), dann kommen jede Menge Rezensionen von Musik, DVDs (komisch, da tauchten dann fast nur Film-DVDs auf). Und nen Sack voller Interviews mit bekannteren Bands: gut weil lang und ausführlich das mit einem Motörhead-Mitglied! Ignite, Comeback Kid und SSS sind auch dabei, nicht gelesen, weil die Musik mich nicht interessiert. Herausgeber Tim führt viele Interviews selber, was okay ist, da er z.B. wie im Interview mit Richie von Underdog (nach einem Unterhund-Song hat sich ja das Heft benannt, wusste ich nicht) gute, persönliche, offene und mutige Fragen stellt, aber er macht (wie ich selber) oft den Fehler, zu viele Fragen in eine zu verpacken, dadurch wird alles etwas unübersichtlich. Interessant das lange Gespräch mit Sick of it all über ihre Labelwechsel, CIV von Gorilla Biscuits wurde nach den Gründen der Reunion ausgequescht, der Affe von Cro Mags - John Jospeh - wurde befragt. Runde Nummer, auf Englisch. (Jan) 5 EUR inkl. Porto, Deutscher Vertrieb: Martijn Welzen, Mgr Nolensstraat 14, 6043BV Roermond, Niederlande
0.3 -
2007-12-22 08:28
Gärtner, Joachim: They Could have been bigger...
7/10
Es gibt so ein paar (und ganz wenige) Sachen im Leben, die man unbedingt haben muss, z.B. immer kaltes Bier in Greifnähe, einen eigenen und unabhängigen Geschmack, ein one-way-Ticket nach Los Angeles und dieses Buch von Trust-Mitarbeiter Joachim. Wer da "Vetternwirtschaft" schreit, sollte weiterlesen. Dieses "Who is Who" von alten (ab 1976 bis heute) und nicht mehr existierenden Plattenfirmen, die Vinyl-Schallplatten herausgebracht haben, ist seit Mitte 2007 in einer zweiten umfangreicheren und verbesserten Auflage erschienen. Es beinhaltet in alphabetischer Reihenfolge eine unglaubliche und akribische Recherchenarbeit: über 4200 Labels sind aufgeführt, teilweise mit Kommentaren der Ex-Label-Betreiber (Sprache des Buches in dem Vorwort und den Kommentaren ist übrigens Englisch). Dazu kommt eine exzellente grafische Aufmachung mit über 2200 Label-Logos-Scans und teilweise eigenen Seiten mit Cover-Scans (hervorragend z.B. die S. 72 mit "a handful sleeves by THE FASTBACKS from Seattle" oder die S. 381 mit Coverabbildungen neuseeländischer Labelveröffentlichungen). Im Paperback bekommt man hier auf fast 600 Seiten im DIN A 4 -Format eine Art "magische Zusammenstellung": z.B. der Überblick über SST Records, der über mehrere Seiten (S. 469 - S. 472) geht. Viele Labels sagen mir gar nichts, aber alle, die ich kenne, hauptsächlich Punk/HC-Labels, die heute "defunct" sind, waren drin: Mystic Records und Alchemy records aus Kalifornien, Crass Records und und und. Es sind diverse musikalische Sparten - u.a. auch Avantgarde, New Wave, Indiepop, Garage, Psych - weltweit abgedeckt, Kriterium ist halt "nicht mehr existierend" und "Vinyl veröffentlicht", eine Herangehensweise, die zu kuriosen Zusammenstellung führt: so sind ganz kleine Labels wie das Hombre Lobo Records aus dem Saarland mit knapp 20 Veröffentlichungen ebenso gleichberechtigt in der gleichen Schriftgröße aufgeführt wie Incognito Records aus Stuttgart oder Sarah Records aus Bristol, die über einen ungleich größeren Output verfügten. Anzumerken ist, dass die für das Buch erforderlichen Informationen fast nie über das Internet zustande kamen, da es hier um die Auflistung der Label-Bestellnummern geht und diese nicht online zu finden sind. Die notwendigen Informationen wurden durch Joachims Recherchenarbeit und fleißige Helfer in Deutschland, Belgien, Norwegen, Italien, USA u.a. zusammengetragen. Als ich das Buch vor ca. 1 Jahr zum ersten Mal in der Hand hatte, dachte ich folgendes: der Typ ist wahnsinnig und das Buch ist totale Scheiße. Das war auch mein zweiter, dritter und vierter Eindruck, bis es dann "Klick" machte. Wen man "Buch" hört, stellt man sich halt irgendwas mit viel Text und Fotos und einigen Tabellen, meistens im Anhang, vor. Sicherlich es ist das vorliegende hier kein "normales Buch", sondern eine 100 onsequente Umsetzung des Gedankens einer vollständigen Dokumentation versunkener Labels, die damit bis heute gewürdigt werden. Die hier versammelten Informationen findet man eben nicht mal eben durch "googeln", das alleine plus die übersichtliche Aufmachung rechtfertigen den Preis allemal. Während man Musik-Lexika, also Nachschlagewerke über Bands, im Online -Zeitlater nicht mehr unbedingt braucht, da fast jede auch noch so ewig aufgelöste und obskure Band eine (Fan)-Myspace-Seite besitzt, ragen natürlich Bücher wie dieses hier hervor, die exklusive statistisch aufbereitet Informationen liefern. Dieses Buch sollte in jedem Schrank stehen! Und der Wahnsinnige hört nicht auf, sondern ruft zu Einsendungen betreffs "mising data" ein für eine dritte Auflage auf, alles weitere dazu im Buch oder hier: http://www.get-happy-records.com/Labels-Discography.htm. Unterstützt dieses Projekt, auch dein Label kann mal hier drin stehen! (Jan) 29.90 EUR (+3, 90 EUR Porto innerhalb der BRD), Pure Pop for now People, vinyljunkie@buissnet.com
0.3 -
2007-12-22 08:27
Yacöpsae / Deep - 5"
7/10
Label-Release # 8 des kleinen aber feinen Labels aus dem Ruhrpott: der offizielle Repress der Split von Deep aus Augsburg - mit Zong, ex-Inferno Bassist auf der Matte! - und den Grindcore-Veteranen aus Hamburg, Yacöpsae. 2000 wurde das hier in der Auflage von 40 Stück zum ersten Mal auf den Markt geworfen und nun wieder in dem selben außergewöhnlichem Format - eine 5 inch Vinyl Single - veröffentlicht. 5 Inch bedeutet, dass du deinen CD-Player aufmachst, um die vermeintliche CD aus diesem schön punkigen Layoutbooklet zu ziehen und dir dann denkst "Hä, sieht voll aus wie Vinül"? Auf der Flip-Seite covern Deep den Yacöpsae-Song "Blind" in genau 1:18 Minuten und trotz Unkenntnis des Originals behaupte ich mal, hier wurde die Geschwindigkeit etwas gedrosselt. Hört sich jedoch prima an, verkrachte Fuzz-Gitarre-Noise mit leichten melancholischen SST-Part und am Ende wird doch noch geprügelt. Der Yacöpsae-Song "Plakativ korrekt" - aufgenommen 1998, remastert in 2007 - ist mit der Spielzeit von einer Minute auch eine Macht: extreme-Drop Dead-Style, schöner Refrain "...was für eine Scheiße", schönes Ding insgesamt, da abwechslungsreich! (Jan) Institut für mentale Hygiene
0.3 September, 2007
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2007-09-10 18:24
Graboswki – s/t
7/10
Schönes Teil! Die Grabwoskies aus Köln und Umland klingen wie ea8oties oder boxies oder frühe muff potteries. Also rauer Punkrock mit you name it- Anteilen. Die Band war auf dem Turn it down-Sampler drauf, hat eine Split-Single mit Jan Hagel gemacht (die Joachim in einem älteren Trust glaube ich nicht so gefallen hat, war wohl zu wenig Power Pop drin, wa) und dieses Debüt-Werk gefällt. Cover finde ich was uninspiriert, ganz im Gegensatz zu dem tollem Beiheft und den guten kritischen Texten. Direkt den erste Song finde ich am Besten, weil er mir aus dem ganzen Herzen spricht, weil ich da her komme, „Fuck Gladbach“ (Gemeint ist Bergisch Gladbach und Lukas, ist das jetzt nen EA 80 Cover, aber bei denen heißt es doch „Gladbach muss brennen“? Erklär mir das mal beim nächsten Mal). Spitze auch der Songname „Hallo Knallo“, also, die Platte ist für Fans von melancholisch-rauem-deutschsprachigem-Punkrock sehr zu empfehlen. Der Bassist der Band sieht übrigens aus wie Sid Vicious, spielt noch bei den Bonnern Wild Gift, fährt einen schönen Trabi und ist nen janz Abjebrühter! Eigentlich sagt die Message der Band auf deren Myspace-Seite auch alles aus: „SELBER MACHEN LOHNT SICH IMMER. GEGEN DEN ZUSTAND, DAS MAUL ZU HALTEN UND ABZUSCHALTEN.“ Cooles Teil! (Jan) 7, 00 EUR, http://www.myspace.com/grabowskipunk
0.3 -
2007-09-07 10:37
CALL ME LIGHTNING - 'Soft Skeletons' CD
7/10
Einer der Highlights dieser Ausgabe für mich. Post Punk-Rock, der nicht langweilig wird und ordentlich vertrackt daherkommt. Hier kann man noch Energie spüren, das ist genau das was ich gerne höre. Weit ab um in irgendeine Schublade zu passen, und dabei will ich es mal belassen. Hört es euch einfach an. (axel) Frenchkiss Records/ www.callmelightning.com
0.3 -
2007-09-07 10:37
EDITORS – 'An End Has A Start' CD
7/10
Schon bei den ersten Klängen der CD werde ich unweigerlich in Richtung Interpol gedrängt, klingt der Sänger doch sehr ähnlich, und auch musikalisch geht das Album voll in die etwas düstere leicht morbide Richtung. Bei jedem Hördurchgang erschließt sich immer mehr der volle Glanz dieses Albums. Ich komme schon gar nicht mehr davon los. Einfach toll die Engländer. Das gefällt auch der Scheffin. (axel) Kitchenware Records/ PIAS
0.3 -
2007-09-06 18:19
GRAF ORLOCK - 'Destination Time...
7/10
Nach der 10 Inch nun die CD Version mit unglaublich geilem Artwork. Ein modernes chaotisches Hardcore Brett mit reichlich metallischen Grindcore-Einlagen liefern Graf Orlock hier ab. Dazu immer wieder Samples aus alten Filmen, was mich spontan an Charles Bronson erinnert – auch die Musik hat da Gemeinsamkeiten. Glücklicherweise bleiben allzu metallische Klänge aus und auch zu chaotische erspart man sich – dafür entscheidet man sich für Groove, gut gesetzte Breaks und schnelle Knüppelparts, die aber nie in stumpfes Geballere ausarten. Besonders lustig sind einige Stellen, in denen man statt einer Gitarrenmelodie einfach eine Melodie oder ein Sprachsampler aus den vielen Kinofilmen genommen hat. Das ist teils sehr lustig und doch verdammt krank, was es hier zu hören gibt. 8 Songs in gut 16 Minuten. Großartige Scheibe! (andreas) vendettarecords.de / graforlock.com
0.3 -
2007-09-06 05:46
BLACK TIE REVUE - 'Code Fun' CD
7/10
Tighter poppiger Rock und Roll der etwas an Ozma erinnert, aber schon erwachsener ist. Man sollte sich das auf keinen Fall auf dem Computer anhören, da sich das Keyboard wie Warntöne desselben anhört und das zu extremer Verwirrung führen könnte. Einflüsse reichen von Surf und den Rolling Stones bis zu 90er Jahre Brit Pop. Das ganze aber rau zusammen gewürfelt und übersteuert dargeboten, dass das Tanzbein nicht still stehen kann. (Alva) Gearhead / gearheadrecords.com
0.3 -
2007-09-06 05:46
OLD HAUNTS - 'Fallow Field' CD
7/10
Der Opener klingt gitarrentechnisch dem Titelstück von Sleater-Kinneys One Beat recht ähnlich entwickelt sich aber zu einer recht hektischen Surf-Krach Hymne. Das Drumming ist schon jetzt sehr im Tobi Vail Stil gehalten, die auch zur Zeit bei der Band das Schlagzeug bedient und damit sicher eine neue Fangemeinde erschließen kann. Insgesamt ist der Sound nicht so kantig wie bei den anderen Indie Bands des Labels. (Alva) Kill Rock Stars / killrockstars.com
0.3 -
2007-09-05 18:59
TRICLOPS! - 'Cafeteria Brutalia' Mini-CD
7/10
Wow. Welch ein Album. Eines, das rockt. Und das noisig ist. Und abwechslungsreich. Und trotzdem irgendwie eingängig. Triclops! könnte die nächste aktuelle Lieblingsband werden - nicht nur von mir, sondern von etlichen Trust-Lesern. Es wäre allerdings ein mittelgroßes Wunder gewesen, würde es sich bei Triclops! um eine neue Band voller junger Menschen handeln. Und tatsächlich stoßen wir bei der Bandbesetzung auf alte Bekannte: Larry von Victim's Family spielt Bass, John von den Fleshies singt, der Drummer war einst bei Lower Forty Eight und der Gitarrist stammt von Skulls und Bones. Namen, die in der HC-Szene der Bay Area einen guten Klang haben. Das muss man hier wohl nicht extra erwähnen. Rund 25 Minuten geht das Mini-Album, das allerdings nur vier Lieder enthält. 'Bug Bomb', der zentrale Titel, erstreckt sich dafür über mehr als zehn Minuten. Das lädt ein zum Experimentieren, und so startet 'Cafeteria Brutalia' mit einem waschechten Dead-Kennedys-Riff, unterlegt von einem Noiserock- Bass. Irgendwann mittendrin kommt der Bruch, die Band fängt von vorne an, nur dass der Punkrock-Song von eben jetzt schwer nach Siebzigern klingt. Das erwähnte 'Bug Bomb' funktioniert ganz ähnlich, wenn John nach ein paar Gitarren-Exzessen neu ansetzt. Das Eklektische von Mars Volta kommt in den Sinn, nur dass Triclops! besser sind, weil die Songs über die ganze Länge spannend bleiben und sich nicht irgendwann in Gedudel erschöpfen. (dietmar) Sickroom Records
0.3 -
2007-09-05 18:57
PIG DESTROYER - Phantom Limb
7/10
Kaum anders zu erwarten: Pig Destroyer sind wieder einmal so mit das Beste, was es derzeit im Land des Grindcore zu bemerken gibt. Immer noch rasend schnell, nach wie vor ihre Stücke mit rockenden Mosh-Parts versetzend, widmen sie sich den unschönen Seiten des Lebens, wagen aber auch ein zartes Liebeslied wie "Girl In The Slayer Jacket" - zumindest der Titel zeugt von Romantik, denn das Stück selbst geht umstandslos zur Sache. Dabei ist nicht zuletzt das Core im Grind ernstzunehmen, denn hier wird weniger gegrunzt als gefaucht und gedroht, und auch wenn - wie angedeutet - Metal an den Gitarren nicht spurlos vorbeiging, haben Pig Destroyer eher diesen helleren, knirschenden Sound statt runtergestimmter Gitarren und Doppelfußpaukengeratter. Schön, dass es sowas noch gibt. (stone) Relapse/Spv
0.3 -
2007-09-05 18:57
BAD RELIGION - 'New Maps Of Hell' CD
7/10
Mal ehrlich: Kennt ihr jemanden, der wirklich alle 14 Alben von Bad Religion gekauft hat? Meistens ist es doch so, dass das Interesse an der Gruppe nach zwei, drei Alben erlahmt. Beim typischen Trust-Leser stehen dann vermutlich 'Suffer', 'No Control' und - nachträglich gekauft - 'How Could Hell Be Any Worse?' in der Plattensammlung. 'Against The Grain' ist dann schon etwas schwächer. Die Band um Greg Graffin und Brett Gurewitz hat sich einfach viel zu wenig entwickelt, als dass man wirklich mehr Platten bräuchte. Eigentlich wäre es also sinnvoll, wenn hier ein Jüngerer 'New Maps Of Hell' bespricht, jemand, der die durchschnittliche Zahl an Bad-Religion-Alben noch nicht besitzt. Dabei ist 'New Maps Of Hell' die vielleicht beste Platte der Band seit langer Zeit, womöglich sogar seit 'Against The Grain'. Vorbei die peinlichen Major-Label-Zeiten, vergessen die Versuche, es den jüngeren, erfolgreicheren Punkbands gleichzutun. Bei Liedern wie 'Before You Die' oder 'Prodigal Son' sind die alten Stärken von Bad Religion deutlich spürbar: Eingängige Melodien werden mit dem notwendigen Biss gespielt. Wer also noch ein weiteres Album der Band in seiner Sammlung stehen haben will, kann ohne Bedenken zu 'New Maps Of Hell' greifen. Ansonsten wird es wohl mal wieder Zeit, 'Suffer' aufzulegen. (dietmar) Epitaph / SPV
0.3 -
2007-09-05 18:55
MOHA! - 'Norwegianism'
7/10
Zwei Mittzwanziger spielen eine improvisierte Musik, die sich Elementen aus Rock, Free Jazz und Elektronik so unverfroren bedient, wie sie sie hernach in dem umwerfenden Tumult ihrer Musik durcheinanderwirbeln und neu zusammenkommen lassen. Schon ihr letztes Album "Raus aus Stavanger" zeigte Anders Hana und Morten J. Olsen in Bestform, hier erscheint mir das gerade gar noch etwas verdichteter, lärmender, wo auf der letzten Veröffentlichung noch eher eine Art pointierter Freistil-Rock herauskam, der hier nicht mehr ganz so stark im Vordergrund steht. Ziemlich tolle Platte auf einem auf beachtlichem Niveau arbeitenden Label. (stone) Rune Grammofon/Cargo
0.3 August, 2007
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2007-08-31 06:00
CHUCK RAGAN - 'Feast or famine' LP
7/10
Es gibt kaum eine Platte, der ich mich voreingenommener nähern werde als dieser. Keine Band habe ich in den letzten 10 Jahren in diesem Heft hier so abgefeiert, keine öfters gesehen, keine gegen jedwede Anschuldigung ernsthafter verteidigt und zu keiner so viel Hirnbrand ausgelebt wie zur Vorgängerband, ihr wisst schon. Und wenn Chuck es will, sitze ich also jetzt zuhause und höre Folk-Platten. Meine Vergleichsmöglichkeiten sind extrem beschränkt, ein wenig Billy Bragg, ein wenig Sid Griffin und ein paar der ganz Alten kenne ich. Und natürlich die Versuche der anderen Punk-Opas von Bad Religion bis Avail, ähnliche Veröffentlichungen zu entwerfen. Die Songs sind zum Teil HWM akustisch - der Opener 'The Boat' wäre problemfrei in deren Stil umsetzbar, zum Teil so ländlich ('Do your pray'), das es ohne Boombox in einem rostigen Pick-Up Truck als Frevel gelten kann, diese Platte zu hören. Konträr zu den bisherigen Veröffentlichungen (s. Interview) wurde auf dieser hier umfassender musiziert und produziert, zum Teil als fast komplette Band. Dadurch wirken die von den Liveplatten bereits bekannten Lieder farbenfroher und sind neu zugänglich, was die Rotation nur erhöht hat. Ach Fuck, ihr wisst doch, was ich sagen will. (daniel) No Idea
0.3 June, 2007
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2007-06-04 08:17
THE CAULFIELD SISTERS / JULIE PEEL - Divine Candy
7/10
0.3
Um Gottes willen, ich werfe meinen Verstand an die Wand, so stand es mal in einem älteren Zine (Out of step) und hier passt es: das ami-Label American Laundromat bringt seine erste Vinyl-Split Single raus, blaues Vinyl und handnummeriert und limitiert auf 500, top Aufmachung, drauf sind einmal die französischen Indie-Rocker JULIE PEEL, die von Breeders das "Divine Hammer" noch mal fast geiler covern, mit bisschen mehr wumms und fast noch schönerer Stimme. Wegen diesem Coversong habe ich mir die Single besorgt, aber was ist denn das bitte auf der Flipside, dort spielen THE CAULFIELD SISTERS den Song "Some Candy Talking" von Jesus and Mary Chain in einer wunderschönen live-Version, Hammer! Ja, ich kenne das Original nicht –WAS, DU KENNST NIX VON JESUS AND THE MARY CHAIN UND WAGST ES, BEI EINEM MUSIKHEFT MITZUSCHREIBEN? Na klar. Totaler Wahnsinn, meine zumindest, das irgendwo mal gehört zu haben. Joachim, welche Jesus Mary Chain Sachen sind denn gut? Sofort das Teil hier besorgen, oi!
(Jan)
American Laundromat Records -
2007-06-04 08:04
Three Chords # 9
7/10
0.3
Wo willste anfangen bei dieser genialen Nummer neun aus Münster? Ganz nettes Farbcover, aber sehr abwechslungsreicher Inhalt: positiv das Ü 30 Hardcore-Special, also Interviews mit Standard- und auf die jeweilige Person zugeschnittene Fragen…Dolf mit dabei (hey, malle FotoJ?), Karl Nagel (na ja), Markus Haas von Per Koro und KHS von ex-Plot, jetzt Ox (beide prima, Anal Cunt habe ich auch mal gesehen, aber da waren se nicht mit Interail auf tour), Micha vom Plastic Bomb, Jan und Carsten vom Blurr, Marc Mad…alles sehr interessant, da vielfältig. Schön auch das lange Gespräch mit Jordan Cooper von Revelation Records, er kommt einfach super sympathisch rüber, da nicht so allwissend und mit beiden Beinen auf dem Boden geblieben, und das bestätigt auch meinen Eindruck, als ich ihn durch mein Praktikum bei Revelation Records kennen gelernt habe. Das Kochen mit Wiesman ist lustig, ebenso seine Kolumne….Herder schreibt übrigens wieder mal eine klasse Story in seiner Kolumne über den Besuch einer Kegelparty, ha ha, das war gut. Das Split-Interview mit The Target / Watch out war mir etwas zu chaotisch, obwohl ich die Idee eines live-E-Mail Chat-Interviews auch gerne mal ausprobieren möchte…John Joseph von Cro-Mags labert eine unermessliche Scheiße über Abtreibungen, aber egal, der is ja eh durch. Fucked up Interview hat Spaß gemacht, eben so The Explosion und Reaper Records, kannte alles drei nicht, aber durch die guten Fragestellungen und die Antworten einfach zu Ende gelesen. Auf den 130 Seiten in DINA-4 Format mit sauberem Layout sind noch weitere Beiträge dabei (Mixtape Battle (Sweet Pete vs. Damiam Explosion), ein Graffiti Bericht, Headshots (also kurze Fragen kurze Antworten von bestimmten Personen, ein tolles Interview mit Green Hell (krass, wusste gar nicht, dass die ne Hausdurchsuchung wg. dem Cover der „Heavy Petting Zopo“ von NOFX bekommen haben) plus Reviews von Zines und Platten. Muss man auf jeden Fall haben, ich finde es dieses Mal ein rundum gelungene Ausgabe und sehr gute Interviews…klar, nörgeln kann man immer, mimimimi, mir ist zu viel Hardcore dabei, ha ha. Just kidding.
(Jan)
3, 00 EUR plus Porto, three-chords.de, THREE CHORDS MAGAZINE, BAHNHOFSTR. 70, 48143 MÜNSTER -
2007-06-04 08:01
Give me back # 51
7/10
Fuck! Das mit der Nummer 50 aufgelöste Heartattack Fanzine aus Goleta, Californien, ist unter anderem Namen und mit komplett neuer Mannschaft und jetzt aus Washington DC wieder am Stacht. Layout und bestimmte Formalia sind direkt aus dem HaC übernommen worden, natürlich auch die etwas abgeschwächte barcode = no review Formel, hoffentlich besprechen sie das trust J.Fil ist jetzt der neue Kent MClard (der hier auch als Kolumnist tätig wird, und alle Punks zum wählen gehen aufruft, aha) und im Gegensatz zum HaC schon mal cool, dass er sich auf eine E-Mail meldet J. Also, schönes Intro von Fil über die Mühen und den Weg, das Fanzine zu machen, dann haufenweise Interviews mit Seein Red (toll), Philly's Pissed and Philly Stands Up, Tiny Hawks, Envy, Donna (von RVA's C.L.I.T. Fest) und Jeb Branin ( Crass Menagerie zine), Kolumnen von u.a. Keith Rosson vom Razorcake und Reviews von Platten und Zines. Durchs ganze Heft ziehen sich auch nette Bandfotos. Macht einen sympathischen Eindruck und vielleicht ist es gut, dass ein von Ebullition nicht abhängiger das Heft übernommen hat. (Jan) Gratis gegen Porto, oder z.B. bei Per Koro bestellen, GIVE ME BACK, PO Box 73691, Washington, DC 20056, USA
0.3 May, 2007
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2007-05-29 14:23
SHAPES AND SIZES – 'Split Lips, Winning...
7/10
0.3
Wow! Wow!! Der Fülle dieses Albums gerecht zu werden, erforderte weit mehr Raum als mir hier zur Verfügung steht. Überschäumendes Muszieren, wunderschöne Songs, die aber von einer hyperaktiven Rhythmusgruppe mit einem polyrhythmischen Fundament versehen werden, das mal funky wie die Minutemen, mal bluesig wie Captain Beefheart oder Pere Ubu, mal mit Jazzcore-Energie, mal rumpelnd noisig, mal wie you name it klingt – nur normale Rockmusik ist das nicht. Zum Glück. Je weiter ich hier reinhöre, desto mehr dringe ich ein in die zahlreichen Ritzen und Winkel – war da nicht gerade ein bastardisierter Techno-Beat? – dieses Albums. Storm & Stress kommen mir mehrmals in den Sinn, dann ertönt ein dezentes Bläser-Arrangement, Himmel, hört das denn nie auf?
(stone)
Asthmatic Kitty/Cargo -
2007-05-29 14:23
GOON MOON – 'Licker's Last Leg'
7/10
0.3
Nach der Rückkehr des Progrock könnte man als wertkonservativer Punk angesichts dieses Albums eine Rückkehr der klassischen Supergroup befürchten (und das gibt es bestimmt schon irgendwo und wird uns mit Sicherheit auch noch belästigen). Ist mir aber erstmal wurst, weil es schlussendlich auf das Resultat ankommt. Hier spielen Jeordie White alias Twiggy Ramirez (Marilyn Manson, Nine Inch Nails), Chris Goss (Masters Of Reality und wahrscheinlich unverzichtbarer Dreh- und Angelpunkt der Szene um QOTSA), Zach Hill (Hella), Josh Homme (...), Josh Freese (A Perfect Circle, NIN), Dave Catching (Earthlings?, Mondo Generator, Eagles Of Death Metal), Whitey Kirst (Iggy Pop) und Peter Perdichizzi (The Flys) eine Rockmusik, die mindestens knietief in den Siebzigern steht und daraus etwas durchaus Heutiges ableitet – da darf man natürlich an die Desert Sessions denken, bei denen ähnlich lose assoziiert das Kyuss-Umfeld ergänzt um diverse mehr oder weniger zufällige Gäste ihren Grillen nachgingen. Hill trommelt grandios wie immer (in seinem Wikipedia-Eintrag gibt es übrigens ein paar plausible Hinweise darauf, wie er diese irgendwie unwahrscheinlich klingenden Sachen macht), Homme hat ein paar unverkennbare Riffs begesteuert und es klingt eigentlich nirgends (das war meine größte Sorge) nach NIN oder Marilyn Manson. Ausgegraben haben sie ulkigerweise den frühen Bee-Gees-Hits „Every Christian Lion Hearted Man Will Show You“, den auch schon Alice Donut für „Michael Gerald's Party Machine“-EP entdeckt hatten. Das verrät schon ein latent humorvolles Herangehen, was sich auch in den übrigen Songs manifestiert, die in ihrer Abfolge wenig von dem hanebüchenen (durchaus ja auch mal reizvollen) Fantasy-Konzept-Wahnsinn der berüchtigten historischen Supergroups haben, sondern vielmehr eine ungebremste Lust am Musik machen zeigen. Das heißt nicht, dass hier alles super ist, aber „Licker's Last Leg“ hat eine Menge zu bieten für aufgeschlossene Freunde ebensolcher Rockmusik.
(stone)
Ipecac/Soulfood -
2007-05-29 10:15
LE SINGE BLANC 'strak!' CD
7/10
Könnt ihr euch noch an die Zeit erinnern als Bands wie ALICE DONUT, NOMEANSNO oder die VICTIMS FAMILY mit ihrem Ideenreichtum und Irrwitz die Punksubkultur aufmischten? Und dann jede Dorf-Hardcore-Kombo meinte auch "Jazzcore" spielen zu müssen? Plötzlich jeder versuchte bewusst schräge, "experiementelle" Musik zu machen? Und dabei nur totalen Dreck fabrizierten? LE SINGE BLANC aus Frankreich scheinen direkt aus dieser Zeit zu stammen! Sie benutzen zwei Bässe, können damit aber keine anständigen Songs schreiben. Ihre Tempo- und Strukturwechsel nerven tödlich, die Lieder haben keinen Druck und ihre aufgesetzte "verrückte Individualität" ödet mich einfach nur an. Da hilft auch das schick-schlichte Digipack mit ausfaltbaren Poster kein bischen weiter. Aufhören! Sofort! (Oise) Magdalena / www.lesingeblanc.org / www.tavarnkeben.com
0.3 -
2007-05-28 18:55
NEIN NEIN NEIN / KAPUT KRAUTS - 'Bombing...
7/10
0.3
Boah! Bombing Your Kleinstadt, das ist eine sehr gelungene Split CD mit zwei großartigen Bands. Es geht los mit Nein Nein Nein aus Mönchengladbach, die ich bisher leider noch nicht gehört habe, obwohl ich immer wieder auf sie aufmerksam wurde. Umso mehr freue ich mich jetzt, hier zehn so exzellente Songs hören zu dürfen. Ich bin hin und weg. Der Sound ist ziemlich dick und so knallen die Gitarren ganz schön ordentlich – und man hat ganz bestimmt nicht vergessen, jede Menge Verzerrung einzubauen. Das ist Punkrock. Die Melodien sind catchy, Nein Nein Nein wechseln gerne zwischen schnellen und langsamen Parts, die Texte sind auf Deutsch, der Sänger kann einiges und ja, es erinnert auch etwas an Muff Potter – nicht zuletzt wegen des Sängers. Allerdings ist die Musik besser als der Vergleich und so ist beispielsweise nicht nur Lied Nummer drei ist ein unglaublicher Hit – aber ist ja auch von EA80 und spitze und sehr eigen gecovert. Okay, die nächsten sechs Songs kommen dann von Kaput Krauts. Was soll ich sagen, von der Band habe ich noch nie gehört und die sind genauso geil, wie ihre Kumpels von dieser Split. Der Sound ist nicht ganz so eine Wand, wie ihn Nein Nein Nein hier abliefern, dafür wirkt es noch mehr Punkrock, der Gesang ist rau, man mag auch gerne Wechsel von Geschwindigkeiten und die Texte will man einfach nur mit singen. Die beiden Bands covern je einen Song der anderen, sehr nett und zudem gibt es noch Coverversion von Amen81 und EA80 – da ist die Auswahl perfekt, vielleicht beim nächsten mal noch Dackelblut, was? Bombing your Kleinstadt verkörpert so ziemlich alles, was ich mir von gutem deutschen Punkrock wünsche. Bis hin zum Layout ist alles einfach perfekt. Ich muss mich schwer beherrschen, diese CD nicht andauernd zu hören. Hammer. Danke!
(andreas) twisted-chords.de / Broken Silence / neinneinnein.com / kaput-krauts.de -
2007-05-28 18:52
I KNEW IT HURRAY! - 'New Hits Hurray!'...
7/10
Nach längerem Hin und Her dann also doch die Entscheidung, das erste Album – ja, das erste Release überhaupt außer dem Demo – schön DIY selbst zu veröffentlichen. Das Demo gefiel mir gut und ich war echt gespannt auf zukünftiges. Schön zu sehen, wie sich diese immerhin erst 2004 gegründete Band entwickelt und an Qualität gewinnt. Ihr Album New Hits: Hurray! hat schon gesondert Sympathiepunkte für den Albumnamen verdient und ist eigentlich ausnahmslos gelungen. Das Quartett aus Trier hat es mit ihrer eigenwilligen Mischung aus Indie, Rock, Punkrock und in der Regel deutschen Texten sicherlich nicht ganz einfach - und ist, zugegeben, beim ersten Hören sicherlich auch gewöhnungsbedürftig. Aber dass so viele gute Alben erst bei mehrmaligem Hören wirklich reifen, das ist ja nichts Neues und insofern man sich die Zeit dafür nimmt, geschieht dies dann auch bei I Knew It: Hurray! Die Songs sind alle gut, die Texte – soweit zu verstehen – klingen überlegt, ich mag den Beckeneinsatz vom Schlagzeug, mag die catchy Gitarremelodien und der Bass rundet das ganze ab, wobei die Bassistin auch schon mal Backing Vocals oder ganze Texte singt. So, wie bei dem etwas ungewöhnlich platzierten Chamberlain Cover The Last, in der Mitte des Albums. I Knew It sind wohl zu gut angezogen für Punkrock, spielen zu gute und interessante Musik für Indie und klingen zu ungewöhnlich für Rock. Originell in EP Format gibt es die CD im netten Layout. Nur schade, dass es keine Texte zum Mitlesen gibt. In Zukunft wird es eine Split 7 Inch mit den Indie Leuten von Endearment geben. Ich freue mich auf mehr und mag diese Scheibe hier. (andreas) iknewit.de
0.3 -
2007-05-28 18:50
NEUROSIS - 'Given To The Rising' CD
7/10
0.3
Schön und gut. Da mögen Steve von Till oder Scott Kelly noch so häufig davon reden, wie sehr sich Musik von Neurosis zum Positiven entwickelt, wie die Band ein Höhepunkt ihrer Schaffenskraft nach dem anderen veröffentlicht. So viel Eindruck wie zu 'Souls At Zero'-Zeiten macht die Band trotzdem nicht mehr. Dafür ist die archaische Kraft, die den Frühwerken inne war, doch zu sehr verloren gegangen. Und irgendwann konnte man die Band aus Oakland mit einem Adjektiv belegen, das für sie eine noch größere Beleidigung ist als für andere Kapellen: nett. Neurosis-Alben waren nett, aber nicht mehr weiter wichtig. Ist 'Given To The Rising' wichtig? Diese Frage kann man heute bei so ziemlich jedem Alterswerk einer Band stellen. Und nur die Melvins und No Means No, die noch ein bisschen länger als Neurosis existieren und weit mehr Platten veröffentlicht haben, geben ein so eindeutiges Ja als Antwort, dass kein Widerspruch möglich (oder nötig) wäre. Zumindest aber klingt das neue Album alles andere als nett. Die Band hat zu einer Härte wiedergefunden, die man ihr im letzten halben Jahrzehnt nicht mehr zugetraut hätte. Und siehe da: Das steht ihnen gut, wenn die Gitarren mal wieder so richtig krachen dürfen. Eine Überraschung ist das natürlich nicht, nur hatte es die Band wohl mal vergessen. Einen Eindruck wie anno 1991 auf ihrer ersten Europa-Tour werden Neurosis natürlich nicht mehr erreichen, nicht bei Leuten jedenfalls, die sie schon länger hören. Trotzdem: Dieses Album lohnt sich - auch für ältere Fans, auch für diejenigen, die zuletzt nicht mehr so richtig zugehört haben. (dietmar)
Neurot Recordings -
2007-05-28 18:39
KREISKY - s/t CD
7/10
0.3
Wann hat mich das letzte Mal eine Band aus Wien interessiert? Es mag mich jemand korrigieren, aber das müssten Pungent Stench gewesen sein - und das ist verdammt lange her. Wien und coole Rockmusik, das geht gar nicht. Doch, das geht doch. Bei Kreisky geht das sogar sehr gut. Man könnte das Debüt-Album der Band sogar als einen der Geheimtipps dieser Ausgabe bezeichnen, und so geheim dürfte die Gruppe in Kürze auch hier in Deutschland bald nicht mehr sein. Noiserock im Sinne von Scratch Acid oder Jesus Lizard auf der einen Seite, klassischer Rock mit Klavier auf der anderen, das sind die beiden Pole, zwischen denen die vier offenbar gar nicht so sozialdemokratischen Herren pendeln. Gut
lässt sich dieser Wechsel in der Mitte der CD beobachten: Erst kommt da 'Rolltreppe' mit einer schön sägenden Gitarre, dann die Ballade 'Autofahrten', die so nett klingt und doch so böse ist. Textlich denkt man ohnehin an eine Wiener Filiale der Hamburger Schule (ist jetzt nicht negativ gemeint!). Man nehme nur den Songtitel: 'Wo Woman ist, da ist auch Cry' - übrigens auch einer der musikalischen Höhepunkte der CD. Unbedingt empfehlenswert! (dietmar)
Wohnzimmer / Broken Silence -
2007-05-13 11:39
WASSUP ROCKERS – DVD
7/10
0.3
Larry Clark, der die Filmwelt mit Kids und KenPark schon aufgemischt hat, legt hier mal wieder einen neuen Film vor. Wassup Rockers ist ein klasse Spielfilm, der davon handelt, wie eine 'Gang' von hispanischen Skater Kids aus South Central nach Beverly Hills fährt um dort an einem guten Spot zu Skaten. Auf dem Wege dorthin erleben die 7 Bandenmitglieder Jonathan, Milton, Kico, Eddie, Louie, Porky & Carlos eine ganze Menge skuriller Dinge. So werden sie von zwei Cops angehalten, die zufällig auch die Ramones cool finden, was die Jungs leider nicht davor bewahrt doch anschließend den Bus für die weitere Reise zu nehmen... Sie treffen Mädchen aus Beverly Hills und geraten in Schlägereien und auf komische Parties. Den Weg nach Hause treten immer weniger von ihnen an, da der Gebrauch von Schusswaffen in den vereinigten Staaten wie wir ja ständig in den Medien sehen und hören noch groß geschrieben wird...Der Film macht echt Laune, hat einige Lacher auf seiner Seite und scheint ziemlich authentisch zu sein. Genau wie man sich das so vorstellt im fiesen Ghetto. Absolut sehenswert. Musikalisch gibt es wie sich das für einen Skater Film gehört ordentlich schnelle Skate Mucke von diversesten Bands u.a. von Moral Decay, The Revolts und Riot Squat. Regionalcode 2, Bildformat 1,78:1 anamorph, Spielzeit 107 Minuten, Ton: deutsch/englisch. Geheimtipp! (axel)
EMS/ www.e-m-s.de March, 2007
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2007-03-17 17:13
STEAKKNIFE - 'Parallel universe of the...
8/10
Vor zwei Jahren, so glaube ich, erschien eine Compilation des früheren Schaffens der Saarländer, die allerdings im Nirgendwo verhallte, weil alte Fans, wie die Leser dieses Hefts ja nun einmal bezeichnet werden können, die Longplayer Godpill, Songs men have died for und Plugged into the amp of god sowieso im Schrank stehen haben und der Rest dieser Republik es nicht wert ist, weiter beachtet zu werden. Die Band spielte wieder ein wenig öfter live und berichtete von den Plänen, eine neue Platte zu machen, die eben nun vorliegt. Was ist passiert? Stoffel ist zurück an der Lead guitar und wen wundert's, das kann man hören. Die Platte läuft vor fiesen Gitarrengequieke, den ständig treibenden Drums von 'Il Pirata' Fabsig und vor allem von einem mächtig angepissten Lee Hollis einfach über. So, wie auch schon die letzte Spermbirds kaum für möglich gehaltenen Druck entfachte, kann auch hier Lee so richtig übers Leben abkotzen und kommt dies mit großer Sorgfalt nach. Bei Gelegenheit empfehle ich Lied 001 bis Lied 014 nachzuhören, wobei der Titeltrack als Anspieltipp gelten mag. Die Songs haben ihren Mitsingcharakter (so wie Bill Gate's money oder It's my life von der zweiten LP) weitestgehend verloren, an die Stelle dessen ist ein derberer, vielleicht als Hardcore-lastiger beschreibbar, Gesangsstil getreten, das klingt dadurch frischer aber auch boshafter: fast jeden verdammten Cent wert. Es wird schwer werden, auf einem Tape für das Auto oder die Freundin den richtigen Song herauszupicken, hier läuft ein abendfüllendes Programm. Willkommen zurück. (daniel) Rookie / Boss Tuneage
0.3 -
2007-03-17 17:11
SHINING – 'Grindstone'
7/10
Angeblich haben diese Typen mal als Post-Bop-Jazz-Band begonnen. Davon ist nur wenig noch übrig geblieben. Hier regiert Prog-Rock, jedoch nicht in seiner Pervertierung als sülziges Fantasy-Theater, sondern als überspitzte, weitergedachte Version von Rock, dramatisch verdichtet, halsbrecherisch gespielt, gewagt ersonnen. Hella dürfen einem in den Sinn kommen, deren jüngster Streich euch noch einmal ans Herz gelegt sei. Mars Volta nehme ich hingegen nur mit Vorbehalt in den Mund, denn wo die in Hochglanz humorlos Konzeptbündel schnüren, sind Shining bei ähnlichem musikalischem Weitblick (Jazz [dann doch], Klassik, Metal, Space-Rock, Morricone und mehr sind hier irgendwo verborgen) gewitzt und nassforsch. Gelegentlich, wie in „Stalemate Longan Runner„, erinnern sie gar ein wenig an Naked City, nur um dann kurzfristig doch noch in den Weltraum abzudüsen, immer tight together, ohne enervierendes Solieren. Einige der Shining-Musiker waren übrigens auch bei dem zwar deutlich enstpannter aufspielenden, aber durchaus probierenswerten Fusion-Ensemble Jaga Jazzist tätig. Eine erstaunliche, eine grandiose Platte, die immer wieder mit neuen Wendungen und Ideen überrascht. Bitte, gib mir mehr davon! (stone) Rune Grammofon/Cargo
0.3 -
2007-03-17 17:10
FRANKY LEE – 'Cutting Edge' CD
8/10
Natürlich hatte ich meine Zweifel – wie ich es meist habe wenn Bands noch nicht mal ein Konzert gespielt haben aber schon eine Platte im Kasten. So funktioniert die neue Schule des Punks scheinbar und charmant ist es allemal. Was als ein Spaßprojekt des Millencolin Gitarristen Matthias angedacht war beweist, dass er sein Potenzial vorher nicht ausgelebt hat. Cutting Edge ist besser als jede melodische Punk Platte, die je auf Burning Heart erschienen ist und Matthias Stimme klingt sehr viele erwachsener und vielseitiger als die von Nikola auch deswegen weil hier klare Alternative Bezüge im Gesang und den Gitarren herauszuhören sind. Für Fans des Alkaline Trios und arrogantem Stonerrock. Genial. (alva) Burning Heart / Spv / burningheart.com
0.3 -
2007-03-17 17:09
DINOSAUR JR. – 'Beyond'
8/10
Ihr wisst es: Dinosaur jr. sind zurück – mit Murph und Barlow. Nach mehreren Tourneen in alter Besetzung haben sie sich entschieden, ein neues Album zu schreiben und aufzunehmen. Da sind die Erwartungen entweder gar nicht vorhanden (weil: kennt man ja, diese alten Säcke, die sich ihre Reputation versauen, indem sie halbgare neue Platten aufzunehmen müssen glauben) oder eben sehr hoch. Dass die drei noch einmal einen Meilenstein wie „You're Living All Over Me„ zuwege bringen würden, hatte zumindest ich nicht angenommen. Und so war es keine allzu große Überraschung, dass sich die neuen alten Dinosaur eher wie die späteren alten anhören. Die ersten Takte versetzen einen direkt in Reminiszenzen an „Just Like Heaven„ und was danach kam. Denn natürlich sind die meisten Songs von J Mascis, und dessen Songwriting hat sich nunmal weiterentwickelt, wurde über die Jahre straighter und ließ zunehmend mehr Raum für diese von mir heiß und innig geliebten Gitarrenheulereien. Dass Barlow zwei Songs schrieb, scheint eher der Hartnäckigkeit seiner Bandkollegen zu verdanken zu sein. Und sie klingen in der Tat anders als das, was wir von ihm kennen: Schließlich nahm er sich schon damals heraus, auf dem erwähnten Klassiker seine Beiträge allein in LoFi aufzunehmen, und auf „Bug„ war gleich gar nichts von ihm komponiert. Hier nun ließ er sich überzeugen, die Stücke im Dinosaur-Sound spielen zu lassen. Sie klingen trotzdem nach Barlow, keine Frage, und sie sind gewohnt gut. So what else is new? Der Gesang ist mehr im Mittelpunkt, Murph ist etwas weiter hinten (und spielt natürlich ganz anders als Mascis, der bekanntlich – oder auch nicht – auf späteren Alben auch diesen Job übernahm) und so weiter und so fort – Kleinigkeiten, die dazu beitragen, dass eben auch diese Inkarnation der Band zumindest im Studio wieder vor allem Mascis ist. Und der kann machen, was er will – es ist eigentlich (fast) immer toll. Interview mit dem Kerl dann in der nächsten Ausgabe – da erklärt er unter anderem was „keeblin'„ ist... (stone) Pias
0.3 -
2007-03-17 17:07
DÄLEK – 'Abandoned Language'
7/10
Weniger spektakulär – aber inzwischen haben wir uns schließlich auch ein wenig an die abenteuerliche HipHop-Definition Däleks gewöhnt. Doch anders klingen sie diesmal durchaus auch. Die Beats treten etwas in den Hintegrund zugunsten einer eher flächigen Herangehensweise, fahle Flächen, bisweilen offenbar gar mit echten Streichern erstellt, was die beträchtliche Wucht früherer Alben dämpft. Darüber, aber auch über Elemente aus Jazz und Krautrock ergibt sich im Verlauf eine im Dälek-Universum neue Melodik, die – natürlich – nichts mit Pop oder ähnlichem zu tun hat. Däleks Welt ist immer noch sehr dunkel und nach wie vor faszinierend. (stone) Ipecac/Soulfood
0.3 -
2007-03-17 17:06
BLONDE REDHEAD – '23'
7/10
Spätestens, wenn Kazu Makino „Dr. Strangeluv„ singt, ist es um mich geschehen. Kann die Musik von Blonde Redhead noch schöner werden? Wer weiß, bis jetzt haben sie das schließlich auch immer wieder hingekriegt, was natürlich nichts anderes bedeutet, als dass „23„ ihr bislang bestes Album ist. Spannend bleiben sie, weil bei aller Luftigkeit und Zartheit und Süße ihre Musik immer etwas Drängendes verströmt, eine ganz zarte Bitterkeit, etwas, was dann doch wieder gar nicht ins Radio – wie wir es leider kennen – passen will. Da würde es womöglich zerrieben. Und wirkt doch so kraftvoll. Wer Blonde Redhead nicht kennt, stelle sich eine Musik vor, in der sich Mercury Rev, My Bloody Valentine und Sonic Youth (mittlerweile allerdings nur noch in Spurenelementen zu hören) vor. Und dann höre er/ sie sich das mal an. (stone) 4AD/Beggars/Indigo
0.3 -
2007-03-17 17:05
BILLY REESE PETERS -'almost heaven' CD
6/10
Da hätte ich jetzt kein Bandinfo gebraucht um rauszuhören das diese Band aus Gainesville/FL kommt... Rauher, melodischer Punkrock der sofort an AVAIL, HWM oder die geile Debüt-EP von AS FRIENDS RUST erinnert. Dazu kommt auch noch eine dicke ROCK-Kante im AC/DC Stil. Das reisst anfangs sehr mit, wird aber gegen Ende des Albums trotz Bläsereinsatz dann doch etwas zu einförmig und langweilig. Das Cover zeigt Fotos von verschwitzten, hässlichen und schlecht tätowierten Punks mit Hornbrillen und Trucker-Käppis. Also die ideale neue Lieblingsband für alle denen AGAINST ME jetzt 'zu kommerziell' geworden sind. (oise) No Idea/Flight 13 www.noidearecords.com
0.3 -
2007-03-17 17:03
THE ATARIS – 'Welcome The Night' CD
3/10
Mit einer ordentlichen Wucht fängt das Album an, um dann gemächlich über den Rest der Spielzeit ins belanglose abzudriften. Ein Versuch mit Pop Musik ins große Geschäft einzusteigen ist das, mehr nicht. (axel) Isola Recordings/ Sequel
0.3 -
2007-03-17 17:03
BENEATH THE SKY – 'What Demons do to...
5/10
Jeff Nelson an der Gitarre, habe gerade einen kleinen Schock bekommen, es handelt sich hier aber nicht um den Ex-Minor Threat Schlagzeuger gleichen Namens. Es wird Gott sehr freuen, dass er mehrmals in den Dankeslisten genannt wird. Textlich geht es um One-Night-Stands (nicht ganz klar ob das kritisch gemeint ist), Liebe, Hass, Selbstmord zwischenmenschliches eben, dann noch Lieder an und über Gott, die eine positive Dankbarkeit ausstrahlen und leere Phrasen wie One Nation Under God in Frage stellen. Intelligente und sehr aggressive Todesmetall Platte mit tiefem gröhlendem Gesang aber auch einigen melodischen Ausbrüchen (alva) Victory / victoryrecords.com.
0.3

