March 14th, 2007

(#87 / 4-01) Jobst

Posted in kolumne by andreas

Jobst

8. März – Es ist Internationaler Tag der Frau und im Radio wird sich (vielleicht zurecht) darüber amüsiert. Andererseits wird im Radio ja eh nicht so viel ernst genommen. Jedenfalls nicht bei dem Sender, den ich (mehr oder weniger) zwangsläufig 8 Stunden am Tag höre, weil der nun mal bei meiner Arbeit läuft. Weiß gar nicht so genau, ob mich das wirklich stört, daß da nur Scheiße gelabert wird – passt ja dann doch irgendwie zu meinem Job… :-)

Naja, will ich mal nicht zu negativ sein. Aber im Moment ist das tatsächlich eine mehr als latente Unzufriedenheit. Mindestens 40 Stunden in der Woche Sachen zu machen und Probleme zu lösen, die mir eigentlich am Arsch vorbeigehen, kann schon sehr frustrierend sein. Die meisten von Euch kennen das wahrscheinlich. Aber mein Gott, wir leben in einer Gesellschaft in der es (mehr oder weniger) unvermeidlich ist, Geld zu verdienen, wenn man es nicht schon irgendwie hat… vielleicht kann & will ich mich nicht einfach so damit abfinden. Zum Glück.
Neben Arbeit gibt es ja eigentlich noch einen Haufen coolerer und wichtigerer Sachen. Zu oft fällt es leider zu leicht neben 40 Stunden Scheiße in der Woche nichts Anderes mehr auf die Reihe zu bekommen. Meine Un-Aktivität im Trust ist wohl nur die für Euch offensichtliche Spitze eines Eisberges. Eigentlich ziemlich bescheuert das man gerade wenn Arbeit so viel und so ätzend ist sonst so wenig auf die Reihe kriegt. Wo das Meiste weniger mit Zeit als mit Arsch hoch kriegen zu tun hat. Wahrscheinlich tu ich ja immer noch mehr als der Durchschnitt –
„der Durchschnitt“ ? Was mag das überhaupt sein? Jedenfalls finde ich es immer wieder erstaunlich wie wenig Menschen mir sympathisch sind, wenn ich mal so durch die Stadt laufe. Vielleicht liegt das ja aber auch an mir und meiner Misanthropie. Daß das eine Rolle spielt will ich gar nicht abstreiten. Aber das kann nicht alles sein. Mindestens 95% der Menschen sind wohl einfach Scheiße… Ich weiß gar nicht, warum ich mich immer noch mit Dingen beschäftige, die eigentlich zum Ziel haben, daß es allen Menschen irgendwie gut geht. Den Individiuen, die die Masse ausmachen, die mich so ankotzt, wünsch ich eigentlich nicht wirklich, daß es Ihnen gut geht. Vielleicht sind ja aber anderswo die Menschen durchschnittlich cooler als gerade in Deutschland. Der Deutsche an sich ist ja schon eine arme Wurst mit wenig Sinn für Dinge, die das Leben lebenswert machen – mal abgesehen von Fressen, Ficken, Fernsehen. Naja, eigentlich ja auch egal. Nur manchmal ist das alles ganz schön niederschmetternd, aber wahrscheinlich sollte man ganz einfach gar nichts mehr erwarten, um halt nicht enttäuscht zu werden.
Eine befreundetet Band hat einen Song darüber geschrieben, daß man spannende Dinge erleben kann, wenn man hinter die Fassade von Menschen blickt. Manchmal sind das große Enttäuschungen, manchmal aber auch sehr positive Dinge, die man so erleben kann. Ich hab das Gefühl, daß das sehr richtig ist und es Sinn macht, die (Vor-) Urteile, die ich vielen Menschen gegenüber habe, einer genaueren Prüfung zu unterziehen… nur manchmal hab ich Angst, daß die Enttäuschungen zu hart werden…
Lasst Euch nicht unterkriegen. Habt Spaß.
jobst 8/3/2001

TOP 10
1. PROPAGHANDI – Today´s Empire,… LP
2. ABSOLUTE BEGINNER – alles
3. ROBBIE WILLIAMS – „Surpreme“
4. SHEER TERROR – Just Can´t Hate Enough LP
5. DURANGO 95 – Vorfreude auf die neue LP
6. NEW BOMB TURKS – Destroy Oh Boy LP
7. SUICIDAL TENDENCIES – How Will i Laugh Tomorrow LP
8. TORCH – Blauer Samt DoLP
9. JAWBREAKER – alles
10. THE JONES – Gravity Blues CD

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